Den Satz ‚Ich bin ein Sommerkind‘ hast du bestimmt schon einige Male gehört. Es gibt eine ganze Menge von Menschen, die den Winter nicht mögen und das hat auch seine Gründe: Die Tage sind kurz, die Sonne scheint nur selten und es ist kalt. So sind Winterdepressionen vor allem in den Ländern mit ausgeprägten Wintern stark vertreten.

Eine Vielzahl von Leuten erlebt einen Winter Blues. Bei einigen ergibt sich daraus allerdings eine richtige Depression, die über die Herbst- und Wintermonate anhält und im Frühling wieder verfliegt. Dies kann vor allem bei einer chronischen Erkrankung schwerwiegende Folgen haben.

In diesem Artikel möchten wir dir daher erklären, was die Ursachen für Winterdepressionen sein können, wie du diese eliminierst und mit welchen Mitteln du es sonst noch schaffen kannst, den Winter endlich wieder genießen zu können und damit auch deiner Gesundheit etwas Gutes zu tun.

Das Wichtigste in Kürze

  • Je ausgeprägter der Winter ist, desto mehr Leute leiden an der Winterdepression. So sind Menschen in nördlichen Ländern häufiger davon betroffen.
  • Winterdepressionen werden vor allem durch die verkürzten Tage, den Mangel an Tageslicht sowie die tiefen Temperaturen ausgelöst, wodurch dem Gehirn zu wenig Serotonin und Melatoninzur Verfügung steht.
  • Mit Winterdepressionen können unter anderem Schlafstörungen, Antriebslosigkeit, Stress, Essstörungen und Einsamkeit einhergehen.

Was ist eine Winterdepression?

Die Winterdepression gehört zu den depressiven Verstimmungen und ist ein anerkanntes Krankheitsbild. Sie ist eine saisonale Depression, die in den Herbst- und Wintermonaten auftritt.

Die Winterdepression ist eine saisonale Depression, die in den Herbst- und Wintermonaten auftritt. (Bildquelle: unsplash.com / Adam Chang)

Selten wird sie auch Herbstdepression genannt. Im Frühling sind die Betroffenen in der Regel wieder beschwerdefrei.

Grundsätzlich kann die Winterdepression jeden treffen. Frauen sind dabei häufiger betroffen als Männer, Jugendliche und Kinder.

Außerdem kann gesagt werden, dass Winterdepressionen in Ländern mit langen und dunkeln Wintern eher auftreten, als in Ländern, die weniger ausgeprägte Jahreszeiten haben und wärmer sind.

Von einer chronischen Winterdepression wird gesprochen, wenn das Gefühl der Niedergeschlagenheit sowie Energie- und Interesselosigkeit, die Schlafstörungen, die negativen Gedanken und andere Symptome der Depression regelmäßig im Winter wiederkehren.

Diagnostiziert wird diese grundsätzlich dann, wenn die depressive Verstimmung innerhalb von fünf Wintern mindestens drei Mal auftritt.

Der Winter Blues ist von der Winterdepression abzugrenzen. Hier handelt sich um eine schwächere und harmlosere Variante, bei welcher der Betroffene in den Wintermonaten zwar antriebslos und missgelaunt ist, aber keine richtige Depression hat.

Hintergründe: Was du über Winterdepressionen wissen solltest

Damit du eine Winterdepression als Solche erkennen, die Symptome einschätzen und dessen Ursachen richtig bekämpfen kannst, solltest du Näheres zum Thema wissen. Winterdepressionen werden von vielen Betroffenen und dessen Angehörigen nämlich zu wenig ernst genommen.

Dies solltest du nicht zulassen, da Winterdepressionen schwerwiegende Folgen haben können. Wenn du oder eine dir nahe stehende Person also eine Winterdepression hat, solltest du richtig informiert sein.

Welche Ursachen haben Winterdepressionen und wie entstehen diese?

Die typischen Ursachen, die für Winterdepressionen genannt werden, sind der Mangel an natürlichem Tageslicht, die verminderte Lichtintensität, die verkürzten Tage und die tiefe Temperaturen. Was diese im Körper auslösen, erklären wir dir in diesem Abschnitt.

Durch die Verkürzung der Tage kommt nur wenig und schwaches Tageslicht auf die Netzhaut der Augen. Die Netzhaut ist mit der Zirbeldrüse über Nerven verbunden.

Da die Zirbeldrüse zu wenig Tageslicht bekommt, reagiert diese mit einer starken Ausschüttung des Hormons Melatonin, welches für die Aufrechterhaltung des Schlaf-Wach-Rhythmus verantwortlich ist. So gerät die innere Uhr aus dem Takt, man schläft schlecht und ist tagsüber müde, schlapp, antriebs- und energielos.

Der menschliche Körper braucht für die Bildung des Neurotransmitters Serotonin unter anderem Vitamin D. Da dieses über die Haut durch das Sonnenlicht aufgenommen wird, haben im Winter viele Menschen Vitamin D Mangel, wodurch der Körper zu wenig Serotonin produziert.

Das Gehirn versucht diesen Mangel auszugleichen. Da Zucker dem Körper hilft, mehr Serotonin zu erstellen und den Gehirnzellen so genügend zur Verfügung steht, überkomm die Betroffenen eine unbändige Lust auf Süßes. Man isst also zu viel und ungesund, was Gewichtszunahmen zur Folge haben kann.

Was sind die Folgen einer Winterdepression?

Grundsätzlich ist die Winterdepression nach den Wintermonaten vorüber und die Betroffenen haben in den Frühlings- und Sommermonaten keine Beschwerden. Falls man schon mehrere saisonabhängige depressive Episoden hatte, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass im nächsten Herbst wieder eine Winterdepression einbricht.

Wenn diese immer wieder kehrt, passiert es selten, dass die Erkrankten auch in März bis Mai Nachschwankungen mit gehobener Stimmungslage erleben. Bei Betroffenen, die über Jahre hinweg Winterdepressionen haben, besteht die Gefahr, dass sie manisch-depressiv werden.

Der Übergang hierzu ist fliessend. Erkrankte sind in Gefahr einer möglichen Lebenszeitverkürzung durch Suizidalität. Wenn depressiven Episoden unzureichend behandelt werden, kann das erhebliche negative medizinische und soziale Auswirkungen haben. Eine der häufigsten Folgen ist die soziale Isolierung.

Eine Depression kann zudem durch falsche Ernährung und andere Symptome extreme Auswirkungen auf unterschiedliche Organe, wie zum Beispiel das Herz-Kreislaufsystem oder die Immunabwehr haben.

Da die Stresshormone im Blut stark ansteigen, können chronische Entzündungsprozesse und viele daraus folgende Erkrankungen entstehen.

Welche Symptome gibt es bei Winterdepressionen

Du solltest wissen, welche Symptome häufig mit Winterdepressionen einhergehen, sodass du allfällige Anzeichen richtig deuten kannst. Meist äussert sich diese mit Beschwerden, die auch bei anderen Formen der Depression auftreten.

Schlafstörungen und Müdigkeit

Jeder erlebt mal eine oder mehrere schlechte Nächte, was vor allem in Stresssituationen auftritt und ganz normal ist. Hält das schlechte Ein- und Durchschlafen oder die regelmäßige Müdigkeit tagsüber jedoch über mehrere Wochen an, solltest du den Ursachen auf den Grund gehen.

Wie bereits erläutert, haben viele Betroffene durch den Mangel an Tageslicht eine zu starke Ausschüttung von Melatonin, wodurch der Schlaf-Rhythmus aus dem Tackt gerät.

Falls du also vor allem in den Herbst- und Wintermonaten schlecht schläfst oder ein übermäßiges Schlafbedürfnis hast, kann das ein Indikator für eine Winterdepression sein. Die Müdigkeit kann allerdings auch durchaus durch Eisen-Mangel oder andere Ursachen ausgelöst werden.

Das Schlafbedürfnis ist individuell sehr unterschiedlich, weshalb die Ausprägung von Schlafstörungen bei Winterdepressionen von Mensch zu Mensch anders sein kann.

Energie- und Antriebslosigkeit

Viele Menschen fühlen sich besonders in den dunkeln Wintermonaten energie- und antriebslos.

Man will morgens am liebsten im Bett liegen bleiben, nicht in die Kälte raus gehen und schon gar nicht produktiv sein oder etwas unternehmen. Das ist bis zu einem Grad normal.

Falls du allerdings gleichzeitig noch schlecht und nur kurz schläfst und du dich über mehrere Monate in diesem Zustand befindest, kann es gut sein, dass du unter einer Winterdepression leidest.

Stress und Angstzustände

Es ist ganz normal und natürlich, dass jeder Mensch eine Angstreaktion hat. Diese ist auch sehr wichtig, da sie uns vor Gefahren schützt.

Wenn deine Ängste aber übermäßig stark sind, ohne reale Bedrohung auftreten und mit körperlichen Beschwerden einhergehen, kann es gut sein, dass du eine Angsterkrankung hast. Solche Angstzustände sind oft ein Symptom von Winterdepressionen.

Wie weiter oben erwähnt, steigen durch Winterdepressionen die Stresshormone im Blut der Erkrankten stark an. Auch Stress verstärkt Angsterkrankungen und ist nicht zu unterschätzen.

Essstörungen

Jeder Mensch reagiert anders auf Schlaflosigkeit, Stress, Energielosigkeit und Müdigkeit.

Durch den Serotonin Mangel steigt die Lust auf Süßigkeiten. (Bildquelle: unsplash.com / Heather Ford)

So gibt es Betroffene, die mit einem übermäßigen Konsum von Kohlenhydraten und mit Heißhunger reagieren, währenddem andere keinen Appetit mehr haben und nichts mehr essen. Dies kann auch beides gleichzeitig auftreten.

Zudem kann der Mangel an Serotonin im Nervenzentrum durch Zucker kompensiert werden, weshalb eine unbändige Lust auf Süßes und auf Kohlenhydrate auslösen.

Winterdepressionen können Gewichtsverlust- und Zunahme auslösen.

Einsamkeit und Vernachlässigung sozialer Kontakte

Eine der wohl häufigsten Symptome von Depressionen ist die Isolierung von sozialen Kontakten. Betroffene verstecken sich vor allem im Winter zu Hause. Dies geht mit den Schlafproblemen und der Antriebslosigkeit einher.

Du willst morgens nicht aufstehen, es ist draußen dunkel, kalt und du bist sowieso schlecht gelaunt und willst niemanden treffen. Hinzu kommt, dass die Erkrankung der Depression gesellschaftlich noch immer nicht richtig akzeptiert ist.

So kommt bei Betroffenen schnell das Gefühl hoch, dass sie von ihrem sozialen Umfeld nicht verstanden werden. Wenn du es in deiner Winterdepression immer wieder nicht schaffst, einer von außen scheinbar tollen Freizeitaktivität mit Freunden oder Familie nachzugehen, isolierst du dich schnell und du wirst einsam.

Weitere mögliche Symptome einer Winterdepression

Neben den oben genannten Symptomen, haben Winterdepressionen noch viele andere Auswirkungen auf deinen Gemütszustand und deine körperliche Verfassung.

So bekommen Betroffene teilweise Kopf- und Rückenschmerzen, Herzprobleme und andere gesundheitliche Beschwerden.

Symptom Beschreibung
Kopf- und Rückenschmerzen Schlechter Schlaf, Stresssituationen und Angstzustände lassen den menschlichen Körper angespannt sein. Wir sind in ständiger Gefahr-Bereitschaft, wodurch sich die Muskeln vor allem im Rücken-, Nacken- und Kopfbereich verkrampfen. So entstehen Muskulär bedingte Schmerzen.
Geschwächtes Immunsystem Durch Depressionen erhöhen sich die Stresshormone im Blut, weshalb chronisch entzündliche Krankheiten ausgelöst werden können und zudem das Immunsystem erheblich geschwächt wird.
Herzrasen Herzprobleme sind nicht nur bei Depressionen sondern auch bei Stress ein schwerwiegendes Problem. Auch Angstzustände, die Isolation nach außen und die schlechte Ernährung erhöhen das Risiko einer Herzerkrankung.
Unausgeglichenheit Viele Betroffene fühlen sich während den Wintermonaten unausgeglichen. Dies ist eine automatische Reaktion darauf, dass man schlecht und sehr wenig oder viel schläft, sich falsch ernährt und keine sozialen Kontakte und Freizeitaktivitäten mehr pflegt.
Grübeln Der Mensch, der sich in einer Winterdepression befindet, geht nur selten raus, schottet sich von der Gesellschaft ab, ist antriebslos und schläft schlecht. Mit all diesen Symptomen hat man ganz schön viel Zeit für und mit sich selbst. So beginnen viele Erkrankte, zu grübeln und ihr ganzes Leben zu hinterfragen.
Gedrückte Stimmung All die bisher genannten Symptome einer Winterdepression schlagen auf die Stimmung der Betroffenen. Sie haben oft während der Episode keine Dinge mehr im Leben, an denen sie sich erfreuen können.

Wann sollte ich bei einer Winterdepression zum Arzt gehen?

Viele Betroffene gehen bei klassischen Depressionen genau gleich wie bei Winterdepressionen nicht zum Arzt, da sie sich selbst nicht ernst genug nehmen. Dies ist äußerst gefährlich, da Depressionen, wie oben erläutert schwerwiegende und langfristige Symptome und Folgen haben können.

Es ist nie zu früh oder zu spät, um sich bei Depressionen Hilfe zu suchen. Dabei kannst du erstmal zu deinem Hausarzt oder direkt zu einem Therapeuten gehen. Je nach dem, wo du dich wohler fühlst. Wichtig ist, dass du die Hilfe zulässt.

Was tun gegen eine Winterdepression: Vorbeugende Maßnahmen

Wenn du von einer Winterdepression betroffen bist, raten wird dir, dich von einem Therapeuten beraten zu lassen, sodass du die Therapie finden kannst, die dir persönlich hilft.

Wir empfehlen insbesondere die Lichttherapie und die kognitive Verhaltenstherapie anzuwenden sowie einen allfälligen Vitamin D Mangel abzuklären, bevor du zur medikamentösen Behandlung greifst. Medikamente sind immer mit gewissen Risiken und Nebenwirkungen verbunden.

Lichttherapie

Die am häufigsten verwendete Form von Therapie ist die Lichttherapie, die bei einer Großzahl von der Winterdepression betroffenen Personen funktioniert. Sie setzt direkt an der Ursache der zu kurzen Tagen mit zu wenig Sonnenlicht und zu tiefer Lichtintensität an.

Die Lichttherapie gaukelt dem Körper Sonnenlicht vor und korrigiert so den verschobenen Tagesrhythmus. Das Gleichgewicht der beiden wichtigen Hormone Melatonin und Serotonin wird im Körper wieder hergestellt, wodurch fast alle Symptome bekämpft werden können.

Der Erkrankte setzt sich bei der Lichttherapie während den Herbst- und Wintermonaten jeden Morgen während circa 30 Minuten vor eine Tageslichtlampe mit der Lichtstärke von 10.000 Lux. Alternativ kannst du auch eine weniger starke Lampe mit 2.500 Lux verwenden, wobei du diese zwei Mal täglich für je 1 Stunde anwenden solltest.

Dabei ist zu beachten, dass du die Augen offen haben musst, aber nicht direkt ins Licht schauen darfst und dass die Lampe die UV-Strahlung aus dem Licht filtert.

In seltenen Fällen können bei der Lichttherapie Nebenwirkungen wie Augenreizungen, Kopfschmerzen oder Übelkeit auftreten.

Vitamin D

Winterdepressionen entstehen unter anderem dadurch, dass im Winter aufgrund des wenigen Sonnenlichts ein Mangel an Vitamin D entsteht.

Da Vitamin D essentiell zur Produktion des Neurotransmitters Serotonin ist, kann ein Mangel daran Essstörungen auslösen. Zudem treten bei einem Vitamin D Mangel Symptome wie Unausgeglichenheit, Konzentrationsprobleme, Müdigkeit und Schlafstörungen auf.

Aus diesem Grund verschreiben Ärzte bei Winterdepressionen häufig hochkonzentrierte Vitamin D Präparate. Diese schaden dem Körper nämlich nicht und mit Hilfe einer Blutabnahme kann Vitamin D Mangel nachgewiesen werden.

Kognitive Verhaltenstherapie

Bei der kognitiven Verhaltenstherapie handelt es sich um eine Gesprächstherapie, bei welcher die Betroffenen gemeinsam mit spezialisierten Therapeuten Strategien erarbeiten, mit denen sie negativen Gedanken und Gefühlen entgegenwirken können.

Diese Therapie ist wohl diejenige, die langfristig die beste Wirkung entfalten kann. Hier wird verhindert, dass die Winterdepression in den nächsten Jahren wiederkehrt.

Wenn die kognitive Verhaltenstherapie angewandt wird, raten Spezialisten aus Erfahrung von einer gleichzeitigen Lichttherapie ab. Dies, da sich die Patienten so nicht auf die Linderung durch die Lichttherapie verlassen konnten.

Bei der alleinigen Anwendung der kognitiven Verhaltenstherapie hingegen, kann der Betroffene die langfristigen Strategien aus der Psychotherapie intensiv lernen und auch in den folgenden Wintern einsetzen.

Für ein optimales Vorgehen wendest du dich am besten an einen Psychotherapeuten.

Medikamentöse Behandlung

Die Behandlung durch Medikamente kommt nur bei besonders schweren Depressionen zum Zuge. Man unterscheidet im Allgemeinen zwischen den selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern und Antidepressiva, wobei es trizyklische Antidepressiva und selektive Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer gibt.

Eine medikamentöse Behandlung kommt insbesondere bei schweren Depressionen in Frage. (Bildquelle: unsplash.com / freestocks.org)

Antidepressiva

Trizyklische Antidepressiva

Trizyklische Antidepressiva bestehen aus einem dreigliedrigen Ringsystem. Durch diesen Aufbau haben sie vielfältige Veränderungen an den Strukturen des Nervensystems zufolge, welche eine Vielzahl von teils unerwünschten und teils gewollten Wirkungen entfalten.

So hemmen sie die neurale Wiederaufnahme von Noradrenalin und Serotonin im Zentralnervensystem und blockieren unter anderem die Rezeptoren von Acetylcholin, Serotonin und Noradrenalin. Sie haben allerdings viele Nebenwirkungen wie beispielsweise Blasenentleerungsstörungen, Orthostase-Syndrom und Seestörungen.

Selektive Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer

Auch selektive Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (NARI) gehören zu den Antidepressiva. Da sie allerdings selektiv und somit anders als die trizyklischen Antidepressiva aufgebaut sind, haben sie nicht nur weniger sondern auch weniger starke Nebenwirkungen.

NARI binden die Rezeptoren von Noradrenalin im Zentralen Nervensystem und hemmen so die Wiederaufnahme des Hormons in die Präsynapse. Dadurch erhöhen sie die Konzentration von Noradrenalin im synaptischen Spalt und es findet mit einer zeitlichen Latenz eine Rezeptoranpassung statt.

So können NARI ihre antidepressive Wirkung entfalten.

Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI)

Diese Art von medikamentöser Behandlung ist bei Winterdepressionen besonders effektiv. Im Winter steht dem Gehirn nämlich durch den Vitamin D Mangel zu wenig Serotonin zu Verfügung. Dieses gibt im Gehirn die Reize weiter.

Sobald das Hormon seine Aufgabe erfüllt hat, wird es im Normalfall wieder in die Nervenzellen aufgenommen. Die SSRI verhindern genau diesen Prozess, sodass dem Gehirn genügend Serotonin zur Verfügung steht.

Trivia: Was du sonst noch über Winterdepressionen wissen solltest

Obwohl wir das Thema nun bereits ausführlich behandelt haben, kann es sein, dass du noch weitere Fragen zu Winterdepressionen hast oder schlichtweg mehr wissen möchtest.

Mit Winterdepressionen und dessen vielseitigen Konsequenzen ist schließlich nicht zu spaßen.

Wie weiss ich ob ich eine klassische Depression oder eine Winterdepression habe?

Die wohl einfachste Möglichkeit die beiden Depressionen auseinander zu halten, ist, dass Winterdepressionen nur saisonal auftreten und im Frühling die Beschwerden wieder verschwinden.

Zudem sind saisonabhängige Depressionen meist weniger schwer ausgeprägt und weniger häufig als andere depressive Störungen.

Hinzu kommt, dass die Symptome leicht abweichen, wobei aber beachtet werden muss, dass dies von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein kann. So hat der Großteil der Betroffenen beispielsweise mehr Schlaf bis hin zur Schlafsucht statt Ein- und Durchschlafstörungen und Heißhunger statt Appetitverlust.

Was könnten andere Auslöser für meine depressiven Symptome sein?

Nicht nur Winterdepressionen können die oben genannten Symptome auslösen. So sollten vor einer allfälligen medikamentösen Therapie die folgenden anderen Erkrankungen bei einem Arzt abgeklärt werden.

Erkrankung Symptome
Mangel an Vitamin B12 Ein Vitamin B12 Mangel kann unter anderem Müdigkeit, Konzentrations- und Gedächtnisschwäche, Kopfschmerzen, Migräne, Depressionen und Muskelschwäche auslösen.
Demenz Symptome einer Demenz können beispielsweise Vergesslichkeit und Verwirrung, Depressionen, Persönlichkeitsveränderungen, Wahnvorstellungen und Gereiztheit sein.
Schilddrüsenunterfunktion Schilddrüsenunterfunktionen können depressive Verstimmungen, Verstopfungen, Veränderung der Essgewohnheiten, eine Verlangsamung des Herzschlags und niedriger Blutdruck auslösen.

Inwiefern besteht ein Zusammenhang zwischen einer Winterdepression und einem Burnout?

Depressionen und das Burnout-Syndrom werden oft für das Selbe gehalten. Dies ist allerdings nicht so. Währendem Depressionen als kontext-frei und allumfassend beschrieben werden, ist ein Burnout eher kontext-bezogen und entsteht durch Stress, Work-Engagement und viele andere Faktoren.

So wird ein Burnout häufig von Depressionen begleitet. Ein effektiver Zusammenhang kann jedoch nicht festgestellt werden.

Hilft das Sonnenstudio gegen Winterdepressionen?

Ein Solarium kann die vollumfängliche Wirkung der Sonne nicht nachahmen und hilft somit nicht gegen Winterdepressionen. Dieses überliefert nämlich weder das fehlende Vitamin D noch verlängert es die Tage oder erhöht die Temperaturen im Alltag.

Ganz im Gegenteil ist das Sonnenstudio nämlich sogar gefährlich für den menschlichen Körper. So bräunt das UV-Licht zwar die Haut, fördert allerdings die Entstehung von Hautkrebs.

Was kann ich in meinem Alltag gegen eine Winterdepression tun?

Im folgenden Video wird dir das Phänomen der Winterdepression nochmals genau erklärt. Zudem werden dir konkrete Tipps gegeben, was du im Alltag verändern kannst, um eine Winterdepression oder einen Winter Blues zu verhindern.

Fazit

Dir kommen die genannten Symptome bekannt vor? Dann solltest du diese unbedingt ernst nehmen und bewusst etwas dagegen und gegen die Ursachen deiner potentiellen Winterdepression tun.

Auch wenn Depressionen in der heutigen Gesellschaft zu den Tabuthemen gehören, solltest du offen darüber reden und dir im besten Fall einen Psychotherapeuten suchen. Beispielsweise mit einer Lichttherapie oder kognitiven Verhaltenstherapie kann dir nämlich ganz unkompliziert und ohne viel Zeitaufwand geholfen werden.

Lass dir nicht jedes Jahr die Herbst- und Wintermonate durch eine Winterdepression verderben, sondern lerne die schönen Momente und Dinge dieser Jahreszeit kennen und schätzen.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] https://www.trillium.de/zeitschriften/trillium-diagnostik/archiv-trillium-diagnostik/trillium-diagnostik-ausgaben-2014/heft-4-2014/titelthema/depression-und-immunsystem.html

[2] https://www.gesundheitsstadt-berlin.de/wie-chronischer-stress-und-angst-zusammenhaengen-7982/

[3] https://www.blick.ch/life/gesundheit/psychologie/winterdepression-wenn-dunkelheit-und-nebel-krank-machen-id15057705.html

[4] https://www.fitforfun.de/beauty/winterdepression-wie-entkomme-ich-dem-winterblues-150092.html

[5] https://www.cerascreen.ch/blogs/gesundheitsportal/winterdepression

[6] https://medizin-aspekte.de/13352-winterdepressionen_18153/

[7] https://leben-mit-depression.de/folgen-der-depression/

Bildquelle: pixabay.com / PublicDomainPictures

Warum kannst du mir vertrauen?

Daniela ist von der heilenden Wirkung pflanzlicher Stoffe überzeugt. Deshalb hat sie sich dazu entschieden, eine Ausbildung im Fachbereich Homöopathie zu absolvieren. Sie arbeitet freiberuflich als Homöopathin und in ihrer Freizeit ist keine Fachzeitschrift und kein Buch vor ihr sicher. Dadurch besitzt sie eine große Expertise im Bereich der pflanzlichen Heilkunde.