Wie du sicher weißt, gehört das Weizen schon seit Urzeiten zu unserer Ernährung dazu. Doch immer häufiger kommt es in den letzten Jahren zu allergischen Reaktionen.

Sei es in Form einer Pollenallergie oder auch nach dem Verzehr von Weizenprodukten. Bevor du nun aber deine Ernährung komplett auf den Kopf stellst, solltest du sicherstellen, ob du auch tatsächlich an einer Weizenallergie leidest.

Was ist eine Weizenallergie?

Bei einer Weizenallergie handelt es sich um die Abwehrreaktion deines Körpers auf die Proteine im Getreide. Diese Reaktion deines Immunsystems macht dich schlussendlich krank.

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Weizen steckt heutzutage in vielen Lebensmitteln. Wenn du eine Weizenallergie hast, solltest du diese Lebensmittel strikt vermeiden. (Bildquelle: pixaby.com / stevepb)

Denn dein Immunsystem erkennt das Eiweiß aus dem Weizen als Feind und beginnt ihn zu bekämpfen. Es ist also fehlgeleitet. Die dadurch ausgebildeten Antikörper lösen bei dir dann entzündliche Prozesse aus. Doch es gibt Unterschiede bei der Form einer Weizenallergie.

Grundsätzlich kannst du bei dem Begriff Weizenallergie erst einmal nach verschiedenen Formen unterscheiden.

Form der Allergie Auftreten/Auslöser
Weizen-Pollenallergie In der Blütezeit des Getreides, hauptsächlich im Juni treten Symptome auf, die dem herkömmlichen Heuschnupfen sehr ähnlich sind
Weizenallergie durch Inhalation (Bäckerasthma) Hier werden die Allergene über die Atemwege aufgenommen. Meist geschieht das über das Inhalieren von feinstem Mehlstaub, wie es hauptsächlich im Bäckerhandwerk vorkommt
klassische Weizenallergie Sie kommt hauptsächlich im Kindesalter vor und zeigt sich häufig über Hautreaktionen, nachdem Weizenprodukte gegessen wurden
Weizenallergie, WDEIA (weizenabhängige anstrengungsinduzierte Anaphylaxie) Die allergieauslösenden Bestandteile des Weizens werden über die Nahrung aufgenommen. Sie kann einen sehr schweren Verlauf nehmen, da sie an körperliche Belastungen gekoppelt ist, die man unter Umständen nicht einfach so umgehen kann

Doch du solltest wissen, dass nicht jede Reaktion deines Körpers auf Weizenprodukte gleich eine Allergie darstellt. Wenn du dir nicht sicher bist, solltest du bei einem Allergologen vorstellig werden und diesen einen Test machen lassen. Denn die Zöliakie, die Sprue oder auch die Glutenunverträglichkeit können ähnliche Symptome verursachen.

Hinweis: Eine WDEIA gilt als primäre Weizenallergie und tritt bei Erwachsenen nur sehr selten auf. Dann jedoch häufig mit lebensbedrohlichen Auswirkungen, da sie vor allem bei körperlicher Anstrengung noch stärkere Beschwerden hervorruft. Typischerweise tritt die allergische Reaktion nach dem Verzehr von Weizen eher im Kindesalter auf, da hier das Immunsystem noch nicht vollständig ausgereift ist. In den meisten Fällen verliert sich diese Unverträglichkeit jedoch mit dem Schulalter.

Welche Beschwerden können bei einer Weizenallergie auftreten?

Ausgelöst wird eine Weizenallergie durch die im Korn enthaltenen Eiweiße, die auch als Protein bezeichnet werden. Das können sowohl Proteine aus der Gruppe der Weizen- Albumine und -Globuline sein. Aber auch die Eiweiße aus dem Gluten, welches Wissenschaftler auch Klebereiweiße nennen, können eine Allergie auslösen.

Während bei dem sogenannten Bäckerasthma eher chronischer Schnupfen oder Asthma ausgelöst wird, kommt es bei der klassischen sowie bei der primären Weizenallergie durch die Aufnahme des Getreides zu anders gelagerten Beschwerden

Mögliche Symptome für die primäre oder auch klassische Weizenallergie können sein:

  • Bauchschmerzen
  • starke Blähungen
  • Durchfall
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Sodbrennen oder häufiges Aufstoßen
  • Müdigkeit und ständige Abgeschlagenheit
  • zunehmender Nährstoffmangel
  • Hautirritationen, wie zum Beispiel Juckreiz, Ausschlag oder auch Quaddeln
  • Anschwellen der Mund- und Rachenschleimhaut, mitunter auch ein Kribbeln

Da nicht jeder Mensch gleich auf Allergene reagiert, kann es sein, das manche Symptome bei dir nur in abgeschwächter Form oder gar nicht auftreten. Andere Beschwerden aber sind bei dir vielleicht stärker ausgeprägt.

Ebenso können die Symptome schon kurz nach der Aufnahme des Weizens auftreten oder auch erst einige Stunden später. Auch hier gibt es Unterschiede zwischen den Betroffenen.

Wie lässt sich eine Weizenallergie feststellen?

Ob bei dir tatsächlich eine Weizenallergie vorliegt, wird nur ein Arzt sagen können. Selbst wenn du das Gefühl hast, dass dir Weizenprodukte nicht so gut bekommen, kannst du es nicht einwandfrei diagnostizieren. Denn das gelingt nur über spezielle Untersuchungen

Das Diagnoseverfahren beim Arzt in der üblichen Reihenfolge

  • Gespräch über deine Ernährungsgewohnheiten und deine Beschwerden
  • möglicherweise wird dir dann geraten, ein Ernährungstagebuch zu führen
  • gleichzeitig wird bei dem Verdacht auf eine Allergie bei dir ein Haut- und/oder Bluttest durchgeführt, die eine bestimmte Allergiebereitschaft anzeigen
  • bestehen aufgrund dieser Tests noch Zweifel, wird ein Provokationstest durchgeführ

Für diesen Provokationstest musst du dich für einen bestimmten Zeitraum allergenfrei ernähren, also komplett auf Weizen in jeglicher Form verzichten. Danach bekommst du unter ärztlicher Kontrolle eine geringe Menge an Weizenprotein verabreicht.

Zusätzlich wird der Trigger simuliert, den der Arzt vermutet. Es kann also sein, dass du während dieser Prozedur auf ein Fahrradergometer musst, weil der Arzt vermutet, dass deine Weizenallergie durch körperliche Belastung ausgelöst wird. Löst das dann wieder eine allergische Reaktion bei dir aus, steht fest, dass du an der speziellen Weizenallergie WDEIA leidest.

Die Ursachen für eine derartige Unverträglichkeit gegenüber Weizen sind jedoch noch nicht umfassend erforscht. Es wurde aber bereits herausgefunden, dass gerade Kindern von Allergikern häufiger an einer Weizenallergie erkranken. Es liegt also eine genetische Veranlagung vor

Tipp: Besteht bei dir der Verdacht auf eine WDEIA, wird der Arzt dein Blut speziell auf Antikörper gegen Omega-5-Gliadin untersuchen. Denn dieses Gliadin gilt als das Hauptallergen, welches diese Form der Weizenallergie auslösen kann.

Wie wird eine Weizenallergie behandelt?

Eine spezielle Therapie gibt es bei einer Weizenallergie nicht, zumindest nicht im herkömmlichen Sinne. Es wird dir also weder ein Medikament verordnet noch wirst du eine Therapiesitzung mitmachen müssen.

Das einzige was wirklich hilft, ist der Verzicht auf Weizenprodukte. Darüber hinaus ist eine Ernährungsberatung sinnvoll. Denn hier erfährst du, wie du deine Ernährung sinnvoll und einfach umstellen kannst.

Bei diesem Verzicht geht es aber nicht nur um ganz offensichtliche Produkte wie Brot, Nudeln oder Pizza. Du solltest dann auch auf Weizenstärke oder Paniermehl verzichten. Aber auch Weizen ähnliche Getreidesorten gehören dann nicht unbedingt auf deinen Speiseplan. Denn auch Dinkel oder Grünkern können schädlich für dich sein.

Hinweis: Glutenfreie Lebensmittel sind im Übrigen nicht automatisch ein Ersatz für dich. Denn auch Gluten kann Eiweiße enthalten, die deine Weizenallergie auslösen können.

Wurde bei dir eine WDEIA festgestellt, musst du unter Umständen nicht komplett auf Weizenprodukte verzichten. Denn diese Form tritt ja nur dann auf, wenn du einer bestimmten Belastung ausgesetzt bist.

Sind dir diese allergieauslösenden Faktoren bekannt, würde es reichen, wenn du erst sechs Stunden nach dem Verzehr von Weizen beispielsweise deine Fahrradtour machst.

Tipp: Wappne dich für eine anaphylaktische Reaktion, indem du dir ein Notfallset zulegst und immer bei dir hast. Dazu sollten immer ein Adrenalin-Autoinjektor sowie ein Kortikosteroid und ein Antihistaminikum gehören. Hier kann dir dein Arzt mit Sicherheit nähere Informationen dazu geben.

Was musst du beachten, wenn du an einer Weizenallergie leidest?

In erster Linie musst du natürlich auf deine Ernährung achten. Das bedeutet also für dich: Stelle deine Ernährung um. Unter Umständen kann es auch eine spezielle Diät erfordern. Das aber kannst du am besten mit deinem Arzt abklären, nachdem alle Testergebnisse vorliegen. Auch eine spezielle Ernährungstherapie kann für dich sehr hilfreich sein, denn dort erhältst du noch einmal eine gute Beratung, die individuell auf dich abgestimmt ist.

Es wird für dich nicht ganz leicht sein, Weizen komplett vom Speiseplan zu streichen. Denn auch wenn es dir vielleicht nicht bewusst ist: Aber Weizen ist in jeglicher Form in unzähligen Produkten drin. Selbst dort, wo du es vielleicht nicht gleich vermutest. Du musst also schon sehr genau hinschauen, was du demnächst einkaufst. Vor allem bei den abgepackten Lebensmitteln, die auf den ersten Blick nichts mit Getreide zu tun haben.

Folgende Bestandteile solltest du also generell aus deiner Ernährung streichen.

  • Weizenkörner
  • Weizenmehl
  • Weizenstärke
  • Weizenflocken
  • Weizenkeime
  • Weizenkeimöl
  • Weizengrieß
  • Weizengraupen
  • Bulgur
  • Couscous
  • Hartweizen
  • modifizierte Stärke – Wenn hier nicht eindeutig angegeben ist, woraus sie gewonnen wurde, kannst du davon ausgehen, dass sie aus Weizengetreide stammt.
  • Weizenkleie
  • Weizenmalz
  • Weizenprotein
  • Paniermehl
  • Vitalkleber

Doch natürlich ist es nicht immer so offensichtlich für dich. Denn es kommt in sehr viel mehr Lebensmittel Weizen oder auch das Eiweiß aus dem Getreide vor. Hier musst du unbedingt darauf achten, dass du auf den Begriff Glutenfrei achtest. Nur diese Lebensmittel sind bei einer Weizenallergie empfehlenswert.

Tipp: Achte auch auf Produkte, bei denen Dinkel und Grünkern verarbeitet wurde. Denn diese enthalten fast identische Allergieauslöser wie Weizen

Hier ein Auszug an Lebens- und Nahrungsmitteln, bei denen du achtgeben solltest:

Glutenfrei Gluten-Zusätze möglich Glutenhaltig
frisches Obst und Gemüse Konserven mit Aroma- und Konservierungsstoffen Joghurt mit Keksen und/oder Getreidekörnern
Tiefkühlobst und –gemüse ohne weitere Zusätze mit Süßstoff gesüßtes Tiefkühlobst panierter Fisch, Brathering, Bratrollmöpse
unverarbeitete Nüsse, Samen und Kerne Tiefkühlgemüse mit Geschmacksverstärkern paniertes Fleisch oder Seitan (Fleischersatz aus Weizen)
Milch, Milchprodukte und Käse in natürlicher Form kandierte Früchte Schokolade mit Cerealien
unpanierter Fisch, Fischkonserven im eigenen Saft oder Öl, naturbelassene Meeresfrüchte Trockenobst, das über bemehlte Trockenbänder gelaufen ist Malzkaffee
naturbelassenes Fleisch kandierte Nüsse und Studentenfutter BIO-Trockenhefe oder frische BIO-Hefe
alle Backwaren, Nudeln, Kartoffelerzeugnisse die als glutenfrei gekennzeichnet sind fettreduzierte Milchprodukte und Käse, Joghurt, Quark, Sprühsahne, Käsezubereitungen mit Frucht- und Kräuterzusätzen, Schimmelkäse, Schmelzkäse, Harzer Käse Bier, Glühwein, Liköre
reine Pflanzenfette, Butterschmalz, Öle Fischkonserven, behandelte Meeresfrüchte in Soße, Krebsfleischimitat

Hinweis: Auch die Hostien in der Kirche werden aus Weizenmehl gefertigt. Weizenbestandteile werden aber auch in Tütensuppen, Wurst oder Hummer-Imitaten wie Surimi verarbeitet, um nur einige Beispiele zu nennen.

Es wird gerade am Anfang vielleicht etwas schwer werden, deine Ernährung umzustellen. Zumindest wenn du die lange Liste an Lebensmitteln siehst, bei denen durch die enthaltenen Gluten unter Umständen deine Weizenallergie trotzdem ausgelöst werden könnte.

Hilfreich wird für dich generell sein, deinen Einkaufszettel mit Alternativen zu füllen. So fällt es ein wenig leichter, wenn du einkaufen gehst.

Tipp: Bei einer Ernährungsberatung oder auch einer Ernährungstherapie kannst du schnell lernen, wie du deine Ernährung erfolgreich umstellen kannst.

Welche Weizen-Alternativen gibt es für dich?

Trotz deiner Weizenallergie kannst du dich vielseitig und natürlich gesund ernähren. Denn mittlerweile gibt es immer mehr Lebensmittel in den Regalen der Supermärkte zu finden, die keine Weizenbestandteile enthalten. Darüber hinaus kannst du aber auch Weizen ganz einfach durch andere Produkte ersetzen.

Gute Alternativen zu Weizen können zum Beispiel sein:

  • Amaranthmehl
  • Johannisbrotkernmehl
  • Maronenmehl
  • Maismehl
  • Quinoamehl
  • Reismehl
  • Glasnudeln
  • Buchweizennudeln
  • Maisnudeln
  • Haferflocken
  • Reisflocken
  • Sojaflocken

Darüber hinaus wird es für dich nach einiger Gewöhnung gar nicht mehr so schwer sein, auf Weizen zu verzichten. Den Fisch zum Beispiel schmeckt auch sehr gut ohne Panade. Naturbelassenen Joghurt kannst du dir mit frischem oder tiefgekühltem Obst verfeinern, sofern es keine Süßungsmittel enthält.

Vermutlich wird sogar die Ernährungsumstellung recht einfach funktionieren. Allerdings wirst du am Anfang mehr Zeit zum Einkaufen einplanen müssen. Denn die Zutatenlisten zu studieren, braucht ein wenig mehr Zeit, als du es vielleicht gewohnt bist.

Tipp: Im Internet gibt es zudem viele Rezepte für weizenfreie oder glutenfreie Kost. Damit wird dir die Ernährungsumstellung noch leichter gelingen.

Leidest du indes an einer WDEIA, ist deine Weizenallergie also von einem bestimmten Auslöser abhängig, kannst du das Ganze im Hinblick auf die Ernährung ohnehin ein wenig entspannter angehen.

Denn dann musst du nur die Zeit beachten, welche du nach dem Essen verstreichen lassen solltest, bevor du deinen Körper einer größeren Belastung aussetzt. Allerdings musst du dir hier auch bewusst darüber sein, dass diese Form der Weizenallergie bei Weitem die gefährlichste von allen ist.

Denn in Kombination mit dem sogenannten Trigger kann dein Weizen-Konsum schnell lebensbedrohliche Beschwerden hervorrufen. Häufig kommt es dann nämlich zu einem anaphylaktischen Schock, bei dem es zur Atemnot und zum Kreislaufversagen kommen kann.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] https://www.daab.de/ernaehrung/weizen-allergie/

[2] https://www.mein-allergie-portal.com/zoeliakie-und-glutensensitivitaet/79-zoeliakie-glutensensitivitaet-oder-weizenallergie-die-diagnostik-entscheidet-ueber-den-therapieerfolg.html

[3] https://www.lebensmittelunvertraeglichkeiten.de/lebensmittelallergien/weizenallergie/

[4] https://www.ecarf.org/info-portal/allergien/weizenallergie/

Bildquelle: pixabay.com / Free-Photos

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