Unsere Haut ist das größte Organ unseres Körpers. Wie alle anderen Organe auch muss sie gepflegt und richtig genährt werden, um gesund zu sein, werden und bleiben. Manchmal zeigt sie aber auch Anomalien oder Krankheiten, die absolut nichts mit ihrer Pflege zu tun haben. Klassische Beispiele sind Akne oder Neurodermitis, aber auch die sogenannte Weißfleckenkrankheit, oder Vitiligo, gehört zu diesen Krankheiten.

Was ist die Weißfleckenkrankheit?

Im gröbsten Sinne ist die Weißfleckenkrankheit eine Pigmentstörung der Haut. Es handelt sich hier um eine chronische Erkrankung der Haut, durch die die Produktion von Melaninpigmenten in der Haut gestört wird und somit weiße Flecken auf der Haut entstehen. Es handelt sich um eine chronisch fortschreitende Krankheit, die den ganzen Körper, inklusive Schleimhäuten, befallen kann.

Weißflecken

Vitiligo, die Weißfleckenkrankheit, ist nicht gefährlich. Ihre Ursachen sind bislang noch nicht vollständig geklärt. (Iulia Iun: 123RF)

Ist die Weißfleckenkrankheit gefährlich?

Kurzum gesagt: nein. Die Weißfleckenkrankheit ist weder gesundheitsgefährdend noch ansteckend. Sie gilt zwar als weltweit am weitesten verbreitete Pigmentstörung, die aufgezeichneten Fälle betreffen aber nur zwischen 0,5 und 4 Prozent der Weltbevölkerung. Meistens wird die Krankheit aber von den Betroffenen als stark psychisch belastend empfunden.

Viele ungefährliche Hauterkrankungen wie Akne oder Vitiligo tragen ein großes gesellschaftliches Stigma mit sich. Wenn man von einer solchen Krankheit betroffen ist, hilft psychische Unterstützung oftmals mehr als jede Medizin.

Woher kommt die Weißfleckenkrankheit?

Die genaue Ursache der Vitiligo ist noch nicht bekannt. Vermutet wird eine Kombination aus genetischer Veranlagung und immunologischen und neurologischen Faktoren. Von den 36 Genen, deren Veränderung des Erbgutes das Erkrankungsrisiko für die Weißfleckenkrankheit erhöhen, kodieren 10% für Proteine, die für die Produktion von Melanin notwenig sind. Der Rest der Gene ist für das Immunsystem zuständig, aber selbst durch diese Gene alleine wird die Weißfleckenkrankheit nicht klinisch diagnostiziert.

Wie entsteht die Weißfleckenkrankheit?

Da nicht zu 100 Prozent geklärt ist, wodurch die Weißfleckenkrankheit ausgelöst wird, gibt es mehrere Thesen. Die stärkste ist die Autoimmunhypothese, nach der Vitiligo einer Autoimmunerkrankung, ähnlich wie Schilddrüsendysfunktionen, ist. Hier würde das körpereigene Immunsystem die Pigmentzellen der Haut zerstören. Es gibt auch Ansätze, nach denen sich Pigmentzellen durch ein Ungleichgewicht von bestimmten Enzymen und die Bildung von toxischen Stoffen selbst zerstören.

Haut

Die nicht-segmentale Form der Weißfleckenkrankheit beginnt oft auf Hautstellen, auf die die Sonne leicht scheinen kann, wie zum Beispiel im Gesicht. (Dmitrii Kotin: 123RF.com)

Es wird aber auch zunehmend angenommen, dass freie Radikale für die Auslösung der Vitiligo verantwortlich sind. Durch sie wird oxidativer Stress in den Pigmentzellen ausgelöst und die freien Radikale können nicht mehr ausreichend durch Antioxidiantien abgefangen werden. Dieser Effekt kann durch Ozon, umweltschädliche Einflüsse, falscher Ernährung, psychischer Belastung oder Konsum von Genussmitteln zusätzlich verstärkt werden.

Wie ist der Verlauf der Weißfleckenkrankheit?

Wenn die Weißfleckenkrankheit dann eintritt, gibt es verschiedene Formen: die nicht-segmentale und die segmentale Form, wobei ersteres mit 90% der Fälle häufiger auftritt. Dabei entstehen die helleren Pigmentflecken auf beiden Seiten des Körpers und sind auch überwiegend symmetrisch angeordnet. Über die Zeit und mit dem Fortschreiten der Krankheit breiten sich diese Flecken großflächig über den Körper aus.

Obwohl es auch passiert, dass die Weißfleckenkrankheit schon im Kindesalter auftritt, ist es weit üblicher, dass sich die Symptome erstmals bei Erwachsenen zwischen 30 und 40 Jahren beobachten lassen.

Wenn Kinder oder junge Erwachsene mit der Vitiligo diagnostiziert werden, handelt es sich oft um die segmentale Form der Krankheit. Diese entsteht nur auf einer Körperseite und beginnt mit einem einzelnen, isolierten Fleck. Diese Form breitet sich aber in der Regel nur zu einem bandförmigen Bereich aus und kommt nach einigen Jahren zum Stillstand. Anders als bei der nicht-segmentalen Form ist nie der ganze Körper betroffen.

Was hilft gegen die Weißfleckenkrankheit?

In verschiedenen Stadien der Krankheit wird die Vitiligo unterschiedlich behandelt. Wenn bis zu 10% der Haut von der Weißfleckenkrankheit betroffen sind, können äußerlich Medikamente eingesetzt werden, um Entzündungen vorzubeugen. Als unglückliche Nebenwirkung wird die Haut über den betroffenen Stellen durch die Behandlung dünner, weswegen die Therapie immer klinisch beobachtet werden muss.

Die Vitiligo kann nicht komplett geheilt werden. Sobald die Krankheit ausgelöst wurde, kann man sie zwar therapieren, aber eine Repigmentierung der betroffenen Hautstellen ist zu 75% erfolglos.

Bei mittelschweren und schweren Verlaufsformen kann zusätzlich noch eine Lichttherapie ergänzt werden. Auch die sollte nur unter strenger ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden. Bei dieser Art von Therapie sollte man sich davor allerdings bewusst machen, dass die eingesetzte UV-Strahlung die Hautalterung vorantreibt und leider auch das Hautkrebsrisiko erhöht.

Fazit

Es ist noch nicht alles über die Weißfleckenkrankheit bekannt: wie sie entsteht, wie sie vorgebeugt werden kann und wie sie therapiert werden kann. Vor allem die Frage, wodurch sie ausgelöst wird, wird derzeit noch grundlegend erforscht. Dadurch sind auch die Therapiemöglichkeiten beschränkt. Die Möglichkeiten, die es gibt, sollten immer unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden.

Frauen

Die Weißfleckenkrankheit an sich ist nicht heilbar. Da sie die physische Gesundheit aber nicht weiter bedroht, ist das nicht so schlimm, wie es zunächst klingt. (ammentorp: 123RF.com)

Die Vitiligo ist nicht gesundheitsgefährend oder ansteckend. Wenn die Krankheit stabil verläuft, können sogar chirurgische Maßnahmen ergriffen werden, um das Hautbild wieder auszugleichen. Die weißen Flecken auf der Haut werden aber von vielen Betroffenen als stigmatisierend empfunden, was wiederum zu psychischen Belastungen kommen kann.

Weiterführende Literatur

[1] https://derma.plus/haut/weissfleckenkrankheit-vitiligo/#

[2] https://www.onmeda.de/krankheiten/vitiligo.html

[3] https://www.florena.de/beratung-service/mehr-entdecken/klein-aber-gefaehrlich-freie-radikale/

Bildquelle: Pixabay.com / mjps

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