Triglyceride-senken

In nahezu allen Lebensmitteln finden sich Nahrungsfette in Form von Triglyceriden vor. Diese Neutralfette dienen dem Körper als Energiequelle und legen sich um innere Organe oder unter die Haut als Polsterung und erfüllen somit eine mechanische Schutzfunktion. Kommen diese nützlichen Fette jedoch zu oft in unserem Blut vor, verwandeln sich die positiven Aspekte meist ins Gegenteil.

Ein zu hoher Triglycerid-Spiegel schadet dem Körper. Daher ist es meist notwendig den Level dieser Nahrungsfette niedrig zu halten oder gar zu senken. Im folgenden Artikel erhältst du Hintergrundinformationen und Behandlungsempfehlungen wie sich Triglyceride senken lassen.




Das Wichtigste in Kürze

  • Triglyceride dienen dem Körper als Energiereserve. Aufgenommen werden sie vorrangig über die Nahrung, wobei der Körper einen Teil der Nahrungsfette auch selbst produzieren kann.
  • Die Ursache für erhöhte Triglyceride im Blut kann eine ständig fettreiche und cholesterinreiche Ernährung, vor allem in Kombination mit anderen Erkrankungen, sein. Bleiben hohe Triglycerid-Werte unbehandelt, können Gefäßverstopfungen entstehen und das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten wird stark erhöht.
  • Die effektivste Behandlung einer hohen Anzahl Triglyceride ist eine Umstellung des Lebensstils. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung sind unumgänglich.

Definition: Was sind Triglyceride ?

Triglyceride werden auch als Neutralfette bezeichnet und gehören wie das Cholesterin zur Gruppe der Nahrungsfette. Sie werden über den Darm mit der Nahrung aufgenommen und werden im Fettgewebe des Körpers gespeichert. Daher übernehmen sie die Funktion der Energiereserve, und werden freigesetzt, sobald ein Energiebedarf festgestellt wird.

Triglyceride senken

Triglyceride zählen zu den Nahrungsfetten und werden über den Darm aufgenommen. Sie bilden für den Körper eine wichtige, im Fettgewebe gespeicherte, Energiequelle. (Quelle: Alicia Harper / Pixabay )

Triglyceride machen 90 Prozent der Fette in der Nahrung aus und kommen stark vermehrt in den Lebensmitteln in Form von Butter, sowie in Milch- und Wurstprodukte vor. Zusätzlich kann der Körper die Blutfette auch selbst herstellen, dies geschieht in der Leber und im Fettgewebe.

Hintergründe: Welche Faktoren beeinflussen die Triglycerid-Werte?

Problematisch werden Triglyceride, sobald von ihnen zu viel oder zu wenig im Blutserum vorhanden sind. Wobei eine niedrige Triglycerid-Konzentration in Wohlstandsnationen wie Deutschland seltener auftritt. Die Anzeichen dafür können Mangelernährung oder eine Schilddrüsenüberfunktion sein.

Zu hohe Triglycerid-Werte lasen sich oft auf die Ursache von Fettwechselstörungen zurückführen. Diese sind meist angeboren und werden in der Medizin als primäre Hypertriglyceridämie bezeichnet. Bei der sekundären Hypertriglyceridämie treten die hohen Werte meist im Rahmen anderer Krankheiten und Störungen auf.

Folgende Faktoren können eine Ursache für eine begleitende Hypertriglyceridämie darstellen: (1)

  • Übergewicht
  • Fettreiche und cholesterinreiche Überernährung
  • Erhöhter Alkoholkonsum
  • Schwangerschaft
  • Diabetes
  • Nierenerkrankungen
  • Medikamente wie Steroide, Anabolika, Antidepressiva, etc.
Triglyceride senken

Erhöhte Triglycerid-Werte werden oft durch Fettstoffwechselstörungen oder falsche Lebensweisen in Kombination mit anderen Krankheiten verursacht. Regelmäßige sportliche und aktive Betätigung kann Triglyceride positiv beeinflussen. (Quelle: Andrew Tanglao / Unsplash)

Wie werden Triglycerid-Werte bestimmt?

Der Triglycerid-Wert wird zur Abklärung unterschiedlicher Symptome und Krankheiten durch die Messung verschiedener Blutwerte ermittelt. Die Blutuntersuchung wird unter anderem beim Verdacht auf Fettwechselstörungen unter speziellen Bedingungen durchgeführt.

Bei einer derartigen Untersuchung werden meist, um das Risiko von einer Herz-Kreislauf-Krankheit zu erwägen, die LDL-Cholesterinwerte ebenfalls bestimmt.

Vor der Blutaufnahme dürfen 12 bis 14 Stunden keine Nahrung aufgenommen werden, dazu zählen auch Kaffee und Milch, auch auf Sport muss verzichtet werden. Um den Wert zusätzlich nicht zu verfälschen, sollte mindestens drei Tage auf Alkohol verzichtet worden sein.

In welchen Fällen sind die Triglyceride zu hoch?

Der Triglycerid-Wert wird wie beim Cholesterin individuell betrachtet. Dabei werden diverse Risikofaktoren, wie Vorerkrankungen, Schwangerschaft und Übergewicht, sowie der allgemeine Gesundheitszustand miteinbezogen. Die Werte um die 150 Milligramm pro Deziliter Blut (mg/dl) gelten als normal. Werte zwischen 150 und 200 mg/dl gelten bei zusätzlichen Risikofaktoren als grenzwertig. Als zu hoch gilt der Triglycerid-Wert ab 200 mg/dl. (2)

Bedeutung Triglycerid-Level mg/dl
Normal bis 150 mg/dl
Normal bis leicht erhöht 150 bis 200 mg/dl
Hoch 200 bis 500 mg/dl
Sehr hoch über 500 mg/dl

Bei Menschen mit Vorerkrankungen, wie beispielsweise Diabetes oder Bluthochdruck, ist es ratsam etwas niedrigere Werte als den Normwert anzustreben.

Was kann gegen zu hohe Triglyceride getan werden?

Wird im Labor ein erhöhter Triglycerid-Wert im Blut diagnostiziert, bestehen die ersten Schritte darin herauszufinden, ob es sich dabei um eine primäre oder sekundäre Hypertriglyceridämie handelt.

Nach der Feststellung einer sekundäre Hypertriglyceridämie, wird zunächst versucht, sofern dies möglich ist, die Grundursache zu behandeln.

Alkoholkonsum kann Triglyceride im Blut zusätzlich erhöhen.

So liegt es nahe, eine Hypertriglyceridämie aufgrund falscher Ernährung, mit der Optimierung des Lebensstils zu verbessern.

Eine einfache Möglichkeit stellt dabei die Anpassung der täglichen Nahrungsmenge auf den Energiebedarf des Körpers dar. Zusammen mit regelmäßiger Bewegung kann nicht nur Übergewicht verhindert, sondern auch ein normales Triglycerid-Level erreicht werden, ohne das Medikamente eingenommen werden müssen. (3)

Wann und für wen ist die Einnahmen von Medikamenten zur Senkung von Triglyceriden sinnvoll?

Bevor eine medikamentöse Therapie zur Behandlung der Hypertriglyceridämie eingesetzt wird, sollte vom Arzt eine gründliche Abwägung durchgeführt werden. Erst wenn alle Maßnahmen für eine verbesserte Lebensweise voll ausgeschöpft wurden, sollten Medikamente eingesetzt werden.

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Anhand der Beurteilung der weiteren Neutralfette im Blut (HDL- und LDL-Cholesterin) kann ein Mediziner ein geeignetes Medikament wählen.

Bei sekundären Hypertriglyceridämien werden oft sogenannte Statine, Fibrate und Nikotinsäureanaloge verwendet, um den erhöhten Triglycerid-Spiegel zu senken. (4)

In jedem Fall ist von einer medikamentösen Behandlung auf eigene Faust abzuraten und Beratung beim Hausarzt aufzusuchen.

Welche Lebensmittel können Triglyceride-Werte senken und welche gilt es zu vermeiden?

Durch die Berücksichtigung nährstoffreicher Nahrungsmittel, die den täglichen Kalorienbedarf decken, aber nicht überschreiten, können erhöhte Blutfette geregelt werden. Dabei wird nicht der Verzicht oder Konsum einzelner förderlicher Lebensmittel angeraten, sondern ein Wandel zu einer gesunden Ernährung, einschließlich einer schonenden Zubereitungsart. (5)

Durch eine cholesterinsenkende Ernährung können die Triglycerid-Werte positiv beeinflusst werden. Dazu bietet sich die traditionelle mediterrane Kost als gutes Beispiel zur Umsetzung an. Die herzgesunde Ernährungsumstellung wird von der American Heart Association/American College of Cardiology empfohlen. Folgende Ernährungsbeispiele für einen gesunden Lebensstil werden dabei empfohlen: (6)

  • Gemüse: Karotten, Brokkoli, grüne Erbsen und Bohnen, Kürbis, Spinat, Tomaten, Paprika
  • Früchte: Bananen, Aprikose, Trauben, Orangen, Grapefruit, Mangos, Melonen, Pfirsiche, Birnen, Himbeeren, Erdbeeren
  • Getreide: Vollkornprodukte, Haferflocken, brauner Reis
  • Mageres Fleisch, Geflügel und Fisch: Huhn ohne Haut, Wildgeflügel, mageres Rind- und Schweinefleisch, Kalbfleisch, Mager- und Fettfische
  • Fettarme Milchprodukte: Fettarme Milch, Buttermilch, Naturjoghurt, Magerkäse
  • Nüsse, Samen, Hülsenfrüchte: Mandeln, Haselnüsse, Erdnüsse, Walnüsse, Pistazien, Sonnenblumen- und Kürbiskerne, Linsen, Erbsen
  • Fette- und Pflanzenöle: Rapsöl, Maisöl, Olivenöl, Sojabohnenöl, fettarme Mayonnaise
  • Süßigkeiten: begrenzte Aufnahme von Getränken und Speisen ohne Zusatz von Zucker, wie bspw. Tee- und Kaffeegetränken, Erfrischungsgetränken und gesüßte Desserts auf Getreidebasis wie Kuchen, Kekse
  • Natrium: begrenzte Natriumaufnahme durch verarbeitete Lebensmitteln wie bspw. Pizza, Wurstwaren, Sandwiches
Triglyceride senken

Erhöhte Blutfette können durch eine gesunde und cholesterinsenkende Ernährung geregelt werden. Dabei wird oftmals der Umstieg auf eine mediterrane Kost empfohlen. (Quelle: Ola Mishchenko / Unsplash)

Zusammengefasst sollten Vollkornprodukte bevorzugt und soweit die Möglichkeit besteht auf Zucker verzichtet werden. Außerdem gilt es weitgehend auf alkoholische Getränke zu verzichten, da sich der Alkoholkonsum ungünstig auf den Blutdruck auswirkt und in diesem Zuge die Erhöhung der Triglyceride fördert. (7)

Mit dem Umstieg auf eine für die Blutwerte vorteilhaftere Ernährung, ergeben sich folglich eine Reihe an Lebensmittel, die es zu vermeiden gilt. Diese Nahrungsmittel sind unter anderem Butter, Fertiggerichte, helle Mehl- und Brotsorten, gezuckerte Lebensmittel, weißer Reis und helle eifreie Teigwaren.

Können Triglyceride homöopathisch gesenkt werden?

In Verbindung mit einer Änderung der Lebensweise finden Schüßler Salze in der Homöopathie eine häufige Anwendung. Die Präparate aus Mineralsalzen werden individuell an die behandelnden Personen ausgerichtet, daraus erschließt sich auch die kaum vorhandene Studienlage zur homöopathischen Senkung der Triglyceride.

Triglycerid senken: 6 effektive Ansätze für einen niedrigen Triglycerid-Spiegel

In den meisten Fällen von erhöhten Triglyceriden reicht es aus, das eigene Körpergewicht zu reduzieren und die Ernährung konsequent umzustellen. Die Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen (DGFF) veröffentlichte einen Patientenratgeber mit nützlichen Ansätzen den Triglycerid-Level im normalen Rahmen zu halten. (8)

  1. Verzehr von fettarmen Lebensmittel: Die Anzahl des Fettes in der täglichen Kalorienzufuhr sollte nicht mehr als 30 Prozent betragen, das bedeutet, dass pro Tag 60 bis 80 Gramm Fett vollkommen ausreichen. Dies lässt sich gut mit fettarmen Varianten bei Milch- und Fleischprodukten vereinbaren.
  2. Erhöhte Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren: In hohen Mengen wirken langkettige Omega-3-Fettsäuren auf die Triglyceride senkend. Größere Mengen finden sich in fettreichen Meeresfischen wie Heringen, Makrelen, Lachs, Thunfisch und Sardinen.
  3. Reduzierung des Alkoholkonsums: Durch den Verzicht von Alkohol können die Trigylceride in der Leber schneller abgebaut werden.
  4. Sparsamkeit mit Süßem und zuckerreichen Getränken: Alternativ können Lebensmittel, die den Blutzuckerspiegel nur langsam steigen, wie Vollkornprodukte oder ballaststofffreies Obst konsumiert werden. Zudem gilt es darauf zu achten möglichst ungesüßte Süßwaren zu essen.
  5. Verzicht auf Rauchen: Das Rauchen lässt die schädigende Wirkung der Nahrungsfetten ansteigen und sollte für eine gesunde Lebensweise verzichtet werden.
  6. Sportliche Aktivität: Eine vermehrte aktive Betätigung wirkt sich positiv auf den Triglycerid-Haushalt aus. Die Empfehlung liegt bei 5 Mal pro Woche zu je 30 Minuten.

Fazit

Zeitweise erhöhte Triglycerid-Werte können auch bei gesunden und aktiven Menschen auftreten, dabei muss nicht unweigerlich von einem Gesundheitsrisiko ausgegangen werden. Dennoch gilt, sich bei erhöhten Werten der Blutfette regelmäßig beim Arzt durchchecken zu lassen.

Gehen erhöhte Triglyceride mit weiteren Faktoren wie Übergewicht oder Diabetes einher, gilt es nicht nur die Symptome der Hypertriglyceridämie zu behandeln, sondern die Ursache anzugehen. Eine Wandlung zu einem gesundheitsbewussten Lebensstil ist der erste und meist effektivste Schritt die Triglyceride im Blut zu senken. Dies beinhaltet neben der Ernährungsumstellung und Sport auch den Verzicht auf Alkohol und Rauchen.

Bildquelle: marctran/ 123rf.com

Einzelnachweise (8)

1. Parhofer Klaus G., Laufs Ulrich (2019): Diagnose und Therapie der Hypertriglyceridämie
Quelle

2. M.Arca, C. Borghi, R. Pontremoli, G.M. De Ferrari, F. Colivicchi, G. Desideri, P.L. Temporelli (2017): Hypertriglyceridemia and omega-3 fatty acids: Their often overlooked role in cardiovascular disease prevention
Quelle

3. Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V. German Cardiac Society (2016): Pocket-Leitlinie: Diagnostik und Therapie der Dyslipidämien
Quelle

4. Mille M. et al. (2011) Triglycerides and cardiovascular disease: a scientific statement from the American Heart Association
Quelle

5. N.G. Forouhi et al. (2018): Dietary fat and cardiometabolic health: evidence, controversies, and consensus for guidance
Quelle

6. Linda Van Horn et al. (2018): Recommended Dietary Pattern to Achieve Adherence to the American Heart Association/American College of Cardiology (AHA/ACC) Guidelines
Quelle

7. A.M. Wood et al. (2018): Risk thresholds for alcohol consumption: combined analysis of individual-participant data for 599.912 current drinkers in 83 prospective studies
Quelle

8. Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) e.V. (2017): Erhöhte Triglyzeride
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Wissenschaftliche Übersichtsarbeit
Parhofer Klaus G., Laufs Ulrich (2019): Diagnose und Therapie der Hypertriglyceridämie
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Wissenschaftliche Übersichtsarbeit
M.Arca, C. Borghi, R. Pontremoli, G.M. De Ferrari, F. Colivicchi, G. Desideri, P.L. Temporelli (2017): Hypertriglyceridemia and omega-3 fatty acids: Their often overlooked role in cardiovascular disease prevention
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Wissenschaftlicher Pocket-Leitfaden
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V. German Cardiac Society (2016): Pocket-Leitlinie: Diagnostik und Therapie der Dyslipidämien
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Wissenschaftlicher Pocket-Leitfaden
Mille M. et al. (2011) Triglycerides and cardiovascular disease: a scientific statement from the American Heart Association
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Wissenschaftlicher Pocket-Leitfaden
N.G. Forouhi et al. (2018): Dietary fat and cardiometabolic health: evidence, controversies, and consensus for guidance
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Wissenschaftlicher Pocket-Leitfaden
Linda Van Horn et al. (2018): Recommended Dietary Pattern to Achieve Adherence to the American Heart Association/American College of Cardiology (AHA/ACC) Guidelines
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Wissenschaftliche Analyse
A.M. Wood et al. (2018): Risk thresholds for alcohol consumption: combined analysis of individual-participant data for 599.912 current drinkers in 83 prospective studies
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Patientenratgeber
Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) e.V. (2017): Erhöhte Triglyzeride
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