Stress ist ein üblicher Begriff in unserem heutigen Sprachgebrauch. Wer hat nicht Stress in der Arbeit, im Studium, in der Familie, zu Hause, in der Freizeit?

Wer spürt nicht den ständigen Druck mehr leisten zu können, zu müssen und es doch nicht zu schaffen?

Stress ist mehr als ein moderner Trend, es ist die Lebenseinstellung des 21. Jahrhunderts. Nur wer Stress hat lebt auch ein produktives Leben oder etwa nicht? Doch Stress macht krank und Glück findest du als gestresster Mensch nicht.

Was ist Stress eigentlich?

Stress ist nichts anderes als eine körperliche Reaktion auf eine Belastungssituation. Der Körper wird in Alarmbereitschaft versetzt und auf die Bewältigung der Situation vorbereitet.

Stress ist an sich nicht gesundheitsschädigend, und wurde erstmals von Hans Selye 1936 definiert. Dieser bezeichnete Stress als die „Würze des Lebens“.

Doch der Begriff Stress wird im heutigen Sprachgebrauch größtenteils negativ besetzt, da er meist für einen Zustand der Überforderung gebraucht wird. Die wachsenden Anforderungen im Berufsleben und Doppelbelastungen führen oft zu chronischen Stresssituationen, die dann der Gesundheit schaden.

Wieviel Stress ist gesund?

Eine veraltete Sichtweise ist es positiven und negativen Stress zu trennen und von Eustress und Distress zu sprechen. Doch nach dem heutigen Verständnis gibt es nur eine Art von Stress.

Ob dieser als angenehm oder unangenehm empfunden wird hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Wie lange dauert er
  • Wie stark ist er
  • Ist er mit einer Situation verbunden bei der die betroffene Person glaubt, diese bewältigen zu können

Was sind Stressursachen?

Vieles im Leben kann Stress durch zusätzliche Belastung erzeugen. Stressverursacher werden Stressoren genannt und können wie folgt aussehen:

  • Negative wie positive Ereignisse: Trennung, Jobverlust, Heirat oder die Geburt eines Kindes
  • Ärgernisse: alltägliche Unannehmlichkeiten, die sich häufen und zur Belastung werden
  • Private Probleme: Finanzen, Familie
  • Probleme im Berufsleben: Mobbing, Leistungsdruck, erhöhte Beanspruchung, Unterforderung
  • Versagens- und Existenzängste
  • Umwelteinflüsse: Lärm
  • Körperliche Probleme: Erkrankung

Besonders Perfektionisten, die sich gern im Detail verlieren und Workaholics sind Stress gefährdet. Beim Perfektionisten wird die Suche nach Perfektion zum Muss und letztendlich zum Stress.

Der Workaholic nimmt die Arbeit als Freude wahr und vernachlässigt dabei oft die eigenen Bedürfnisse. Irgendwann wird aus der Freude Zwang und die ersten Stresssymptome zeigen sich.

Was passiert bei Stress im Körper?

Kommt es zu einer Stresssituation ist die erste Reaktion des Körpers die Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin aus dem Nebennierenmark freizusetzen. Auch Kortisol wird abgegeben und bewirkt den Anstieg von Blutdruck und Blutzucker. Diese Stresshormone halten den Körper in Alarmbereitschaft.

Du kennst das Gefühl: Das Herz rast, die Atmung wird flach, der Nackenbereich ist angespannt und der Mund trocken. Du hast ein flaues Gefühl im Magen und das Gefühl innerer Unruhe macht dich diffus.

Warum Stress krank macht

Stress ist Druck und Druck bedeutet Anspannung. Anspannung kostet Energie und wenn die Ressourcen aufgebraucht werden geht es nicht mehr weiter. Der Stress wird zum Gesundheitsrisiko. Die negativen Auswirkungen spiegeln sich in nahezu all deinen Organsystemen wider:

  • Das Immunsystem wird geschwächt
  • Der Magen-Darm-Trakt reagiert mit Verdauungsproblemen
  • Chronisch erhöhter Blutdruck (Risikofaktor für Herzinfarkte)
  • Dauerhaft erhöhter Stresshormonspiegel
  • Muskelverspannungen führen zu Kopf-und Rückenschmerzen
  • Die Dauerbelastung kann in Depression und Burnout münden

Woran du Stress erkennen kannst

Jeder Mensch reagiert auf Stresssituationen anders. Der eine bekommt Rückenschmerzen, der andere spürt eine innere Unruhe. Stress äußert sich durch verschiedene körperliche und psychische Symptome, auch psychosomatische Erkrankungen können durch Stress hervorgerufen werden.

Symptome

Nächtliches Zähneknirschen, Rückenschmerzen und Angst kann unter anderem durch Stresssituationen hervorgerufen werden. Generell lassen sich Symptome in folgende Kategorien einteilen:

  • körperlich: Verspannungen, Zittern, Schmerzen
  • geistig: geringe Konzentrationsfähigkeit, verlängerte Reaktionszeiten
  • psychisch: Panikgefühle, Freudlosigkeit
  • Verhalten: Veränderungen im Essverhalten, gesteigerter Konsum von Alkohol/Nikotin

Wann schadet Stress deiner Gesundheit?

Erfolgt bei Dauerstress keine Gegenmaßnahme die zur Reduzierung des Stresses führt, schüttet der Körper kontinuierlich Kortisol aus. Dieser Stress kann krank machen. So können unlösbare Konflikte, Beanspruchung und familiäre Probleme zu Depressionen, Burnout und anderen Erkrankungen führen.

Stress bei der Arbeit

Arbeitsbedingter Stress entsteht immer dann wenn du psychisch überlastet wirst. Die Anforderungen die an dich gestellt werden sind höher als die Möglichkeiten sie zu bewältigen.
Diese Faktoren können Stress in der Arbeits auslösen:

  • schlechtes Arbeitsklima
  • schlechtes Führungsverhalten
  • unklare Arbeitsaufgaben
  • ständige Konflikte oder Mobbing
  • wenig Kontrolle über die eigene Arbeit
  • erhöhte Anforderungen
  • Belastungen durch Chemikalien, Lärm oder anderen physischen Gefahren

Folgende Schritte kannst du setzen um eine schwierige Arbeitssituation zu erleichtern und Lösungen zu finden:

  •  Sprich mit deinem Arbeitgeber, Betriebsrat und anderen Kollegen über die Probleme
  • Hilf mit, Ursachen aufzudecken und mögliche Lösungen zu ermitteln
  • Teile deinem Vorgesetzten mit, ob die Maßnahmen zur Bewältigung von Stress tatsächlich hilfreich sind
  • Besprich deine Lage mit dem Arbeitspsychologen

Wie bewältigst du Stress ?

Ein gutes Stressmanagement, die richtige Prioritätensetzung und gewählte Entspannungstaktiken werden dir helfen, den Stress im Alltag zu bewältigen.

Doch wichtig ist es zu erkennen wie du bisher mit einer stressbesetzten Situation umgegangen bist.

Du warst:

  • Direkt aktiv: hast die Stresssituation verändert, bestimmte Stressfaktoren beeinflusst, eine positive Einstellung übernommen
  • Direkt inaktiv: hast die stresshaften Elemente der Situation ignoriert, vermieden oder die Situation verlassen.
  • Indirekt aktiv: hast über den Stress gesprochen, dich selbst verändert oder andere Tätigkeiten aufgenommen
  • Indirekt inaktiv: Alkoholkonsum, Medikamentenmissbrauch etc., Krankwerden oder Zusammenbrechen.

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Yesterday I had a girl in meditation class tell me how she had one of the best classes in her life because I didn't instruct her to "block out her thoughts" and I told her to let them come in and observe them, trying to picture them as clouds passing by. In today's super busy and stressful world, it's really impossible to even expect of us to not think of anything while we're meditating. Thoughts will come and go, emotions will overflow…and that is OK because it means you are being present, experiencing all the sensations your body and mind never get the chance to experience throughout the day. Let yourself feel, let yourself think…and focus on your breath ❣ #meditationtips . . . #yoga #travel #traveladdict #meditation #travelblogger #traveltheworld #wyapc #mindfulness #beinthenow

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Ziel ist es, dass du eine aktive Bewältigungstaktik findest, um einen gesunden Umgang mit Stress zu entwickeln.

Sport gegen Stress

Die Glückshormone werden insbesondere bei Ausdauersportarten wie Laufen, Langlaufen und Schwimmen freigesetzt. Wenn Endorphine den Körper durchfluten, fängst du an dich zu entspannen und wohl zu fühlen. Aber auch das Krafttraining arbeitet aktiv gegen den Stress, denn Anspannungen werden dadurch “entladen”.

Sportart Beschreibung
Yoga, Tai Chi, Qi Gong Yoga, Qi Gong, Tai Chi eignen sich besonders für unruhige, rastlose Zeitgenossen.
Salsa, Ballett, Stepptanz Beim Tanzsport erreicht man durch die Konzentration auf die Schritte oder eine Choreographie eine Fokussierung und gelangt in weiterer Folge in einen entspannenden Flow-Zustand.
Tennis, Squash, Tischtennis  Ballsportarten wie Tennis oder Squash können impulsiven und aufbrausenden Menschen helfen, zwischenmenschliche Konflikte gesünder zu lösen. Tennis bewirkt eine Emotionsregulierung. Speziell für jene, die sich schwer auf andere Menschen konzentrieren können, ist Tennis eine sehr gute Trainingsform
Volley-, Hand- und Fußball  In unserer „Singlegesellschaft“ fehlt es vielen an sozialen Kontakten. Gerade Ballsportarten wie Fußball oder Volleyball fördern das Aneignen sozialer Kompetenzen.
Judo, Boxen, Taekwondo  Vom Kampfsport profitieren insbesondere ruhige, introvertierte Menschen, denen es im Alltag kaum gelingt, Spannung abzubauen.
Wandern, Klettern  Für Menschen, die innerlich sehr unruhig sind, sind Bergwanderungen günstig. Wer unter Konzentrationsmängel leidet, kann beim Klettern gleichermaßen die Aufmerksamkeit und das Abschalten trainieren.

Vorsicht: Nicht für jeden ist Kampfsport geeignet! Bei manchen könnte es dadurch sogar zu einer Steigerung des Aggressionspotenzials kommen.

Stressmanagement

Um dem Alltagsstress entgegen zu wirken ist gutes Zeitmanagement und die Setzung der richtigen Prioritäten unerlässlich. Baue zeitliche Puffer ein in denen du nichts geplant hast. Kalender helfen dabei eine Struktur zu finden und Klarheit über die wichtigen Dinge im Alltag zu bekommen.

Es ist auch wichtig, dass du regelmäßig am Tag Ruhezeiten einlegst. Vor Stress schützen ebenso gute Freundschaften und der starke Rückhalt deiner Familie. Auch deine Widerstandsfähigkeit, also Stressresistenz, beeinflusst deinen Umgang mit Stress.

Entspannungstechnik: Progressive Muskelentspannung

Stress und Belastungen führen zu Muskelanspannungen, denen durch den Wechsel von Anspannen und Lockerlassen entgegengewirkt werden können. Der Wechsel wird meist als angenehm empfunden. Der Herzschlag und die Atmung wird ruhiger und du findest wieder deine innere Ausgeglichenheit.

Mehr Information zu der progressiven Muskelentspannung lernst du durch Hörbücher/Bücher oder in Trainingskursen.

Aktive Schritte, die du bei aufkommendem Stress setzen kannst:

  • Suche psychologische Hilfe
  • Vertiefe deine sozialen Kontakte
  • Erhöhe den Körperkontakt mit deinen Geliebten, denn das freigesetzte Hormon
  • Oxytocin beruhigt
  • Sorge für Bewegung
  • Elektrolytgaben um Magnesium, Kalzium und Kalium Defizite aufzufüllen
  • Besuche eine Sauna
  • Versuche mal Meditation als Gegenmittel

Fazit: Stress ist Mittel zum Zweck

Stress allein und in Maßen ist eigentlich nicht schlecht. Es erhöht die Konzentration, und hilft dir dich zu fokussieren. Erst der Übermaß und die ständige Anspannung schaffen die Probleme. Doch sei dir bewusst, du bist dem Stress nicht hilflos ausgeliefert.

Mit der richtigen Stressbewältigungstechnik kannst du für einen stressfreien Alltag sorgen. In manchen Fällen ist es leider nicht immer einfach und soziale Kompetenzen zur Lösung eines Konfliktes müssen erst erlernt werden.

Der Abbau des Stresses in deinem Allag ist keine Aktion, die über Nacht geschieht, sondern ein langer Prozess. Doch ein stressfreies Leben ist wie eine kühle Brise, die den Kopf klärt – ein Muss für jeden produktiven Menschen.

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Redaktion

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Die Redaktion von MEDMEISTER.de recherchiert und schreibt informative, verständlich aufbereitete Ratgebertexte zu den verschiedensten Themen- und Aufgabengebieten.