Laut Abkommen der „Vereinten Nationen“ ist der Zugang zu sauberem Trinkwasser ein grundlegendes Menschenrecht. Doch nicht nur in Entwicklungsländern ist die Versorgung ein Problem. Mit welchen unerwarteten Schwierigkeiten Menschen in einer Industrienation wie Deutschland zu kämpfen haben, erfährst du hier:

Sauberes Trinkwasser per Definition

Hierzulande unterliegt die Qualität des kostbaren Nass‘ einer strengen Regelung. Die Auflagen der sogenannten Trinkwasserverordnung fordern, dass „Wasser für den menschlichen Gebrauch“

  • keine Chemikalien
  • keine Schwermetalle
  • keine Erreger

enthalten darf und

  • ohne Gefährdung der Gesundheit

zum Trinken, Kochen, Waschen und Putzen verwendet werden kann. Grundlage hierfür ist § 37 des Infektionsschutzgesetzes IfSG, der zugleich die Beschaffenheit des Wassers in Schwimmbecken und Badeseen regelt. Durch ihn sind Wasserversorger verpflichtet, sauberes Trinkwasser zu liefern.

Risikofaktoren

Dennoch erfüllt nicht jeder Tropfen, der an den Entnahmestellen austritt, die hohen Ansprüche der Trinkwasserverordnung – denn die Verantwortung der Wasserlieferanten ist endlich. Sie erlischt am Übergang zur Wasseruhr deines Haushalts. Alles, was von hier aus zu den Wasserhähnen in Küche oder Bad fließt, untersteht der Kontrolle des Hauseigentümers. Ob du in deiner Wohnung sauberes Trinkwasser entnehmen kannst, hängt davon ab, wie die Leitungen, Armaturen bzw. eventuell vorhandene Warmwasserspeicher beschaffen sind.

Schon intaktes Material kann bedenklich sein, denn häufig bestehen die Zuleitungen aus gesundheitsgefährdenden Metallen. Während in manchen Altbauten noch Bleirohre verlegt sind, stellen in sanierten oder neu errichteten Gebäuden Kupferleitungen ein erhebliches Gefahrenpotenzial dar. An der eigentlichen Austrittsstelle können durch minderwertige Armaturen Nickel-Partikel ins Wasser gelangen.

Noch kritischer wird es bei schadhaften oder verkeimten Materialien. Hierbei bilden Biofilme die größte Gefahrenquelle. Sie finden gerade in Warmwasserleitungen ideale Wachstumsbedingungen und können ursprünglich sauberes Trinkwasser auf dem Weg zu dir mit gefährlichen Bakterien kontaminieren.

Bist du selbst Hauseigentümer, kann dein Trinkwasserbrunnen die Ursache verkeimten Wassers sein, denn durch unsachgemäße Entsorgung von Medikamenten oder überdüngte Böden gelangen schnell Schadstoffe in die Anlage. Wie gefährdend sie sind, hängt von der Menge ab. Während manche Substanzen schon in kleinen Dosen gesundheitliche Probleme verursachen können, müssen andere in hoher Konzentration vorliegen, um wirklich gefährlich zu werden.

Eingehende Prüfung empfohlen

Möchtest du wissen bzw. nachprüfen, ob aus deinen Wasserhähnen ausschließlich sauberes Trinkwasser kommt, solltest du es testen lassen. Hierfür empfehlen Experten eine Komplett-Analyse, weil sie mehrere Aspekte berücksichtigt und verschiedene Gefahrenquellen aufdeckt.

Das kombinierte Verfahren beinhaltet

  • die Ermittlung der Wasserhärte, des Mineralien-Gehaltes, der elektrischen Leitfähigkeit u.a. grundlegender Parameter
  • die Aufschlüsselung einer evtl. vorhandenen Schwermetall-Belastung sowie
  • daraus gezogene Rückschlüsse auf den Zustand der Rohrleitungen

Das Überprüfen(-lassen) der Wasser-Qualität ist vor allem dann wichtig, wenn du einen Säugling und / oder Kleinkinder im Haus hast. Sie sind durch Schadstoffe besonders gefährdet, da die Entwicklung einzelner Organe noch nicht abgeschlossen ist und im Körper eingelagerte Gifte viel schwerer bzw. gar nicht abbauen können. Darüber hinaus stehen Schwermetalle und Nitrate im Verdacht, Entwicklungsstörungen bzw. -verzögerungen zu begünstigen.

Auch Schwangere, Senioren und / oder schwerkranke bzw. dauerhaft immungeschwächte Personen sollten verstärkt darauf achten, nur wirklich sauberes Trinkwasser zu sich zu nehmen.

Alternativen zum Trinkwasser aus dem Hahn

Wurde in deinem Wohnhaus eine defekte, veraltete oder verkeimte Rohrleitung entdeckt bzw. eine daraus resultierende Belastung des Trinkwassers festgestellt, empfehlen sich Gegenmaßnahmen; zumindest aber eine Information an den Vermieter. Damit du bist zur Behebung des Schadens bzw. auch in Zukunft nicht auf sauberes Trinkwasser verzichten musst, kannst du auf alternative Quellen ausweichen.

Durch Wasserfilter oder Mineral- bzw. Selterswasser besteht die Möglichkeit, dich selbst mit unbelastetem Trinkwasser zu versorgen. Allerdings musst du hierbei sehr genau auf die Herkunft und die Zusammensetzung der Produkte achten. Anderenfalls besteht die Gefahr, dass du „vom Regen in die Traufe“ kommst – denn in vielen namhaften Getränken haben Warentester und Verbraucherschützer gefährdende Beimengungen gefunden.

Eine weitere Variante, sauberes Trinkwasser genießen zu können, sind Wasserspender. Sie bieten bei regelmäßiger fachgerechter Wartung und Pflege zahlreiche Vorteile und regen dich allein durch ihre Präsenz zu ausreichendem Trinken an.

Wichtig für den ganzen Körper

Wie wichtig die Aufnahme von Wasser für deinen Organismus ist, belegen folgende Fakten:

  • Über die mehr als 2 Millionen Schweißdrüsen deines Körpers verlierst du auch ohne große Anstrengung täglich bis zum 500 ml Wasser – mit dem überdies zahlreiche wichtige Mineralien ausgeschieden werden.
  • Durch normale Verdauungstätigkeit verbrauchst du pro Tag etwa 100 ml extern aufgenommener Flüssigkeiten; die Menge des dabei entstehenden Urins beläuft sich auf etwa 1,5 l.
  • Bei ruhiger, normaler Atmung verlierst du über den Tag verteilt rund 400 ml Wasser durch die Nase.

Zu diesen Werten gesellen sich Wasserverluste durch Stuhlgang, körperliche Anstrengung und Sport. Auch Lust und Frust fordern ihren Tribut: die Produktion von Samenflüssigkeit, Schleim und Tränen verbraucht ebenfalls Wasser.

Um all das auszugleichen, solltest du pro Kilogramm Körpergewicht täglich 30-40 ml Flüssigkeit in Form von ungesüßtem Tee, stark verdünntem Saft oder sauberem Trinkwasser zu dir nehmen. Für Schwangere und Stillende ist die empfohlene Mindestmenge um 5 ml höher; bei Schwerarbeitern, Sportlern oder sonstwie überaktiven Personen liegt sie selbstverständlich deutlich darüber.

Durch eine ausreichende Versorgung mit sauberem Trinkwasser gleichst du nicht nur die natürlichen Wasserverluste deines Körpers aus, sondern hilfst ihm auch leistungs- und widerstandsfähig zubleiben. Wasser wird in buchstäblich jeder Zelle gebraucht: von Kopf bis Fuß, von Amygdalla bis Zwechfell, vor allem aber zwischen deinen Ohren – denn schon ein geringfügiger Wassermangel schränkt die Arbeit des menschlichen Gehirns deutlich ein.

Bildquelle: silverjohn/123RF.com

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