Deutschland hat Rücken. Das Volksleiden kennt viele Gesichter, tritt als ziehender oder stechender Schmerz auf und zwingt uns buchstäblich in die Knie. Ein Hexenschuss verbannt zur Bewegungsunfähigkeit, schmerzen die Lendenwirbel, können wir uns kaum drehen und sind in Alltag und Beruf stark eingeschränkt.

Rückenschmerzen zählen zu den häufigsten Beschwerden, welche zum Arztbesuch zwingen. Meist sind Schmerzen im Rücken harmlos und klingen nach wenigen Tagen ab.

Doch nicht wenige leiden unter chronischen Rückenschmerzen. Dieser Ratgeber möchte die verschiedenen Arten von Rückenschmerzen definieren und Betroffenen Handlungsansätze vorstellen, zukünftig schmerzfreier leben zu können.

Das Wichtigste in Kürze

  • Rückenschmerzen zählen neben Kopfschmerzen zu den häufigsten Arten von Schmerz. Meist sind Frauen betroffen. Zum Großteil konzentrieren sich die Rückenschmerzen im Bereich des unteren Rückens und es lässt sich keine wirkliche Ursache feststellen.
  • Mediziner unterteilen Rückenschmerzen hinsichtlich ihrer Dauer, ihrer Lage und ihrer Ursache.
  • Bei neun von zehn Personen klingen Rückenschmerzen innerhalb von vier bis sechs Wochen ab. Nur bei etwa sieben von hundert Betroffenen nehmen Rückenschmerzen einen chronischen Verlauf.

Definition: Was sind Rückenschmerzen?

Als Rückenschmerzen werden Schmerzen im Bereich des unteren Rückens bezeichnet. Das Areal erstreckt sich vom Rippenansatz bis zur Hüfte und schließt Kreuzbein und Lendenwirbelsäule ein. Schmerzen in Nacken und Schultern werden nicht dazugerechnet.

Rückenschmerzen bezeichnen die Schmerzen im unteren Bereich des Rückens. (Bildquelle: 123rf.com / 90032722)

Schmerzen Kreuz und Rücken, wird auch von einer Lumbalgie gesprochen. Wer kennt ihn nicht, den Hexenschuss. Der Volksmund hat damit eine Bezeichnung für plötzliche heftige Schmerzen im Bereich des unteren Rückens gefunden.

Rückenschmerzen können auch in andere Körperbereiche ausstrahlen. Sind Nervenwurzeln gereizt, zieht der Schmerz beispielsweise bis in die Beine. Wir sprechen dann von Ischias.

Rückenschmerzen sind eine Volkskrankheit und können jeden treffen. Im Laufe des Lebens kommt es zu Abnutzungserscheinungen der Wirbelsäule.

Sind die Bandscheiben nicht mehr elastisch wie früher, können sich Wirbelverbindungen lockern.

Verbreitung von Rückenschmerzen

Wahrscheinlich kennst du in deiner Familie niemanden, der nicht bereits über Rückenschmerzen geklagt hat. In der Tat kann beinahe jeder Deutsche ein Lied davon singen.

Wir sprechen hier von unspezifischen Rückenproblemen, die nach wenigen Tagen meist auch ohne konkrete Behandlung wieder verschwinden.

Bei 22 Prozent aller deutschen Frauen gehören Rückenprobleme zum Alltag, denn der Schmerz ist chronisch geworden. Männer leiden weniger häufig unter Rückenschmerzen.

Es wird von etwa 15 Prozent ausgegangen. Damit leidet jede fünfte Frau und jeder siebte Mann unter andauernden Rückenschmerzen.

Statistiken machen deutlich, dass Rückenschmerzen in Deutschland in den letzten Jahren zu einem wahren Volksleiden geworden sind.

Dabei nimmt auch die Schwere der Rückenleiden zu. Im Jahre 2016 begaben sich in Deutschland 220.000 Personen wegen Rückenschmerzen in ein Krankenhaus. Dies macht gegenüber dem Jahre 2007 einen Anstieg von 80 Prozent aus.

Es treten vermehrt Abnutzungserscheinungen der Wirbelgelenke auf und Rückenschmerzen sind die Folge. Gefördert wird dieser Prozess durch körperliche Überlastung, Bewegungsmangel und permanente Fehlhaltungen.

Hintergründe: Was du über Rückenschmerzen wissen solltest 

Wenn auch die meisten Rückenschmerzen eher harmlos sind, solltest du sie nicht auf die leichte Schulter nehmen. Schmerzen im Rücken sind eine starke Belastung, welche körperliche Einschränkungen mit sich bringt und auch die Psyche beginnt mit der Zeit darunter zu leiden.

Unbehandelt kann sich der Schmerz verschlimmern und ausbreiten. Viele Betroffene versuchen den Schmerz durch Fehlhaltungen auszugleichen und erreichen damit genau das Gegenteil. Niemand sollte mit Rückenschmerzen leben, denn sie sind allgemein gut behandelbar.

Rückenschmerzen sind häufig auf eine falsche Haltung zurückzuführen. Das lässt sich mit einem Geradehalter beheben. (BIldquelle: pixabay.com / whitesession)

Im Folgenden geben wir einen Überblick über die Einteilung und sprechen über die Ursachen und Risikofaktoren der Volkskrankheit. 

Wo können Rückenschmerzen auftreten?

Mehr als die Hälfte aller Rückenschmerzen haben ihre Ursache im Lendenwirbelbereich. Die Lendenwirbelsäule bildet den unteren Rücken und ist aus fünf Wirbelkörpern aufgebaut, welche sich an Steißbein und Kreuzbein anschließen.

Nur bei etwa 36 Prozent der Betroffenen liegt die Entstehung von Rückenschmerzen im mittleren und im oberen Rückenbereich.

Die Einteilung nach der Lokalisation erfolgt nach folgendem Schema:

Rückenschmerz-Art Symptome Auslöser
Schmerzen im oberen Rücken akute Schmerzzustände, auch chronische Formen möglich, ausstrahlender Schmerz in Nacken, Schultern und Arme Muskelverkrampfung durch Stress und Überlastung, Fehlhaltungen am Arbeitsplatz, Bandscheibenvorfall
Schmerzen im mittleren Rücke drückender oder stechender Schmerz im Bereich der Brustwirbelsäule Reizungen, Funktionsstörungen, selten Verletzungen
Schmerzen im unteren Rücken ziehender oder stechender Schmerz im Bereich der Lendenwirbelsäule Überanstrengung der Muskulatur, Reizungen, Bandscheibenvorfall

In diesem Zusammenhang möchten wir auch auf die medizinische Klassifikation von Rückenschmerzen hinweisen. Hierfür wird der sogenannte ICD-Schlüssel verwendet.

Die Klassifikation wurde von der WHO entwickelt und wird auch als International Classification of Diseases bezeichnet.

Ein Einblick in die Entsprechung der ICD-Codes:

Code Erläuterung
M45 Morbus Bechterew
M46 Bandscheibenentzündung
M48 Verengung des Wirbelkanals
M49 Tuberkulose der Wirbelsäule
M50 Bandscheibenschäden im Halswirbelbereich
M51 Bandscheibenschäden der Brust- und Lendenwirbelsäule
M54.5 Kreuzschmerz
M54.9 Rückenschmerzen, nicht näher bezeichnet

Wie lange können Rückenschmerzen auftreten?

Wie bereits erwähnt, sind Rückenschmerzen meist harmlos und innerhalb weniger Wochen wieder verschwunden. Chronische Verläufe sind ebenfalls nicht unüblich. Die Klassifizierung im Hinblick auf den Verlauf macht folgende Übersicht deutlich:

]Rückenschmerz-Dauer Dauer
Akute Rückenschmerzen wenige Tage bis sechs Wochen
Subakute Rückenschmerzen sechs Wochen bis drei Monate
Chronische Rückenschmerzen länger als drei Monate

Akute Rückenschmerzen

Akute Rückenschmerzen treten erstmalig auf oder ihnen gehen sechs beschwerdefreie Monate voraus. Akute Rückenschmerzen sind meist harmlos und sind innerhalb weniger Wochen verschwunden.

Es handelt sich meist um leichtere Rückenschmerzen, hervorgerufen durch eine allgemeine Überlastung oder Fehlbelastung. Meist sind Frauen ab 30 Jahren betroffen.

Subakute Rückenschmerzen

Es handelt sich um ausdauernde Schmerzen, welche verschiedene Einschränkungen mit sich bringen. Häufig lassen sich Abnutzungserscheinungen feststellen, Frauen und Männer ab 60 Jahren sind vermehrt betroffen.

Die Rückenschmerzen sollten ärztlich behandelt werden. Die Prognose ist gut.

Chronische Rückenschmerzen

Die Schmerzen treten unterschiedlich stark in Erscheinung. Meist kommen Komorbiditäten hinzu.

Diese zusätzlichen Erkrankungen gilt es bei der Therapie zu berücksichtigen (Osteoporose, Gelenkentzündungen), Rückenschmerzen werden mit zunehmendem Alter chronisch. Eine Therapie ist nötig.

Mit zunehmendem Alter treten Rückenschmerzen immer häufiger auf. (Bildquelle: 123rf.com / 42423734)

Was sind die Ursachen von Rückenschmerzen?

Die Ursachen von Rückenschmerzen sind vielfältig. In den meisten Fällen können Ärzte jedoch keine eindeutige Ursache feststellen.

Bei mehr als 80 Prozent der Patienten liegt kein nachweislicher Wirbelsäulenschaden vor.

Wieder andere Patienten kommen in die Praxen und erhalten die Diagnose Wirbelsäulenschaden, obwohl sie überhaupt keine Rückenschmerzen hatten.

Nach ihrer Ursache werden Rückenschmerzen wie folgt eingeteilt:

  • Nicht-spezifische Rückenschmerzen
  • Spezifische Rückenschmerzen

Nicht-spezifische Rückenschmerzen

Eine eindeutige Ursache kann nicht gefunden werden. Die meisten Rückenschmerzen gehören dieser Kategorie an.

Es können verschiedene Aspekte eine Rolle spielen:

  • schwache Rücken- und Bauchmuskulatur
  • Verschleiß durch fortgeschrittenem Alter
  • Fehlhaltungen und Fehlbelastungen im Job
  • Bewegungsmangel
  • Übergewicht
  • Zugluft
  • Alkoholentzug
  • Schmerzmittelentzug

Spezifische Rückenschmerzen

Bei spezifischen Rückenschmerzen lässt sich eine eindeutige Ursache feststellen. Die Ursache bleibt nicht auf den Wirbelsäulenbereich begrenzt.

Folgende Erkrankungen sind als Beispiele zu nennen:

  • Muskelverspannungen
  • Blockaden
  • Iliosakralgelenk-Syndrom
  • Gürtelrose
  • Lungenentzündung
  • Nierensteine
  • Bandscheibenvorfall
  • Osteoporose
  • Schwangerschaft
  • Regelschmerzen
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Herzinfarkt

Auf einige mögliche Ursachen spezifischer Rückenschmerzen möchten wir noch etwas näher eingehen.

Muskelverspannungen

Muskelverspannungen sind besonders häufig Auslöser von Rückenproblemen.

Infolge von Bewegungsmangel, Fehlhaltungen und einseitiger Belastung werden die Muskeln ungleichmäßig beansprucht.

Einige Muskeln bekommen nur wenig zu tun, während wieder andere Muskelgruppen überfordert erscheinen. Dies hat eine Verhärtung oder Verkürzung der Muskeln zur Folge. Schmerzen und Verspannungen treten auch auf, wenn ein Nerv eingeklemmt ist.

Blockaden

Blockaden entstehen, wenn aufgrund von Fehlstellungen oder abrupten ruckartigen Bewegungen die Wirbel aus ihrer ursprünglichen Position gedrängt und verschoben werden.

Die Schmerzen konzentrieren sich an Wirbelgelenken und Nervenenden und können auch in Beine und Arme ausstrahlen.

Iliosakralgelenk-Syndrom (ISG-Syndrom)

ISG steht für die wohl häufigste Wirbelblockade. Betroffen ist das Iliosakralgelenk, gelegen zwischen Beckenknochen und Kreuzbein.

Es handelt sich um ein straff fixiertes und nur eingeschränkt bewegliches Gelenk. Die Schmerzen entstehen, wenn sich die beiden Gelenkflächen gegeneinander verschieben.

Bandscheibenvorfall

Die Bandscheiben befinden sich zwischen den Wirbelkörpern und stellen eine Art Puffer dar. Zu einem Bandscheibenvorfall kommt es, wenn der weiche Gallertkern verrutscht und die enthaltene Gallertmasse Druck auf die benachbarten Nerven ausübt.

Der Bandscheibenvorfall ist die häufigste Ursache für eine Ischialgie. Wer sich seinen Ischiasnerv eingeklemmt hat, wird heftige Rückenschmerzen verspüren, welche nicht selten bis in die Füße ausstrahlen.

Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft treten Rückenschmerzen gehäuft auf. Aufgrund der Hormonumstellung kann es zu einer Lockerung der Sehnen und Bänder des Beckenbodens kommen. Die mangelnde Stabilität kann Schmerzen im unteren Rückenbereich zur Folge haben.

Insbesondere während der Schwangerschaft kommt es häufig zu Rückenschmerzen. (Bildquelle: 123rf.com / 28699908)

Herzinfarkt

Schmerzen im Herzbereich können auch in den Rücken ausstrahlen und besonders zwischen den Schulterblättern in Erscheinung treten. Auch Herzmuskelentzündungen können Rückenschmerzen auslösen.

Gibt es Risikofaktoren für Rückenschmerzen?

Wenn auch nicht alle Rückenschmerzen auf eine genaue Ursache zurückzuführen sind, wer eine individuelle Ursachenforschung betreibt, wird nicht selten auf mögliche Risikofaktoren stoßen und sich dann auch ganz plötzlich seine Rückenschmerzen erklären können.

An den besonders beweglichen und tragenden Abschnitten der Wirbelsäule kommt es am häufigsten zu Verschleißerscheinungen.

Mit zunehmendem Alter werden sich an jeder Wirbelsäule Abnutzungen ausmachen lassen. Schmerzen müssen dadurch nicht zwangsläufig entstehen.

Einige Faktoren erhöhen das Risiko, an Rückenschmerzen zu leiden:

  • Arbeitsaufgaben und deren Ausführung
  • psychosoziale Faktoren in Verbindung mit dem Arbeitsplatz
  • Sozialstatus
  • Umgang mit bestehenden Beschwerden

Den größten Teil des Tages verbringen wir mit Arbeiten. Nicht immer sind die Arbeitsaufgaben angemessen oder aber wir machen uns zu wenig Gedanken, wie der Job möglichst rückenschonend ausgeführt werden kann.

Das Heben und Befördern schwerer Lasten schaden der Wirbelsäule ebenso, wie acht Stunden verkrampft am Schreibtisch zu sitzen.

Es gilt, im Arbeitsalltag zu versuchen, einen Ausgleich zu schaffen, etwa kleine Pausen einzulegen und die Muskulatur zu entlasten. Nur die wenigsten Rückenleiden werden auch als Berufskrankheiten anerkannt.

Spaß an der Arbeit zu haben, scheint die beste Waffe gegen Rückenschmerzen. Wer dagegen mit Job und Bezahlung unzufrieden ist, macht sich automatisch anfälliger für Rückenschmerzen.

Ebenso haben Untersuchungen gezeigt, dass Menschen mit einem niedrigen Sozialstatus häufiger unter Rückenschmerzen leiden. Dies betrifft Menschen mit einer geringen Schulbildung und einer entsprechend unbefriedigenden Berufs- und Einkommenssituation.

Rückenschmerzen: Praktische Anwendung und Vorteile

Während eine Erkältung uns einige Tage ans Bett fesselt, können Rückenschmerzen weit heftiger zuschlagen und unsere Bewegungen über Wochen einschränken. Bevor du jedoch resignierst, nur in den seltensten Fällen sind Rückenprobleme die Folge von ernsthaften Erkrankungen.

Weit häufiger handelt es sich um harmlose Beschwerden und du kannst einiges dafür tun, dass sie bald von selbst wieder verschwinden.

Wenn die Schmerzen auch nach einiger Zeit nicht aufhören, solltest du in jedem Fall einen Arzt aufsuchen. (Bildquelle: 123rf.com / 71353361)

Verschlimmern sich die Schmerzen und treten weitere Symptome auf, ist der Gang zum Hausarzt zu empfehlen. Dieser wird nach einer eingehenden Anamnese dann ggf. an einen Orthopäden überweisen.

Einige Behandlungsansätze werden im Folgenden vorgestellt. Weiterhin verraten wir dir, wie sich Rückenschmerzen vorbeugen lässt und welche natürlichen Therapien angezeigt sind.

Wie lassen sich Rückenschmerzen behandeln?

Hast du Rücken, willst du die Beschwerden möglichst schnell wieder loswerden. Dies ist verständlich, jedoch ist meist auch etwas Geduld gefragt.

Bei unspezifischen Rückenschmerzen kann keine Ursache gefunden und damit direkt behandelt werden. Es geht vielmehr darum, durch eine angemessene Lebensführung die Symptome zu lindern.

Behandlung spezifischer Rückenschmerzen

Bei spezifischen Rückenschmerzen kann die Ursache für die Beschwerden direkt behandelt werden. Der akute Schmerz lässt sich mit einfachen Schmerzmitteln lindern.

Azetylsalizylsäure (ASS) gilt dabei als gut wirksames und relativ sicheres Präparat. Um eine Schmerzlinderung zu erzielen, genügen 500 bis 1.000 Milligramm ASS. Weiterhin kommen Paracetamol und Ibuprofen in Betracht.

Folgende physikalische Behandlungen führen nachhaltig zu einer Linderung der Beschwerden:

  • Massagen
  • Rückenschule
  • Fangopackungen
  • Akupunktur
  • Neuraltherapie

In seltenen Fällen werden Operationen notwendig. Bei bandscheibenbedingten Beschwerden muss in etwa zehn Prozent der Fälle operiert werden. Dies ist der Fall, wenn durch den Druck der Bandscheibe auf die Nervenbahnen Lähmungen auftreten.

Behandlung nicht-spezifische Rückenschmerzen

Gibt es keine behandelbare Ursache, steht die Schmerzlinderung im Vordergrund. Werden entsprechende Maßnahmen getroffen und ein rückenschonendes Verhalten an den Tag gelegt, verschwinden die Rückenprobleme spätestens nach einigen Wochen ganz von selbst.

Die Schmerzen lassen sich mit ASS, Paracetamol oder Ibuprofen lindern. Schlagen einfache Schmerzmittel nicht an, werden häufig kurzzeitig die Wirkstoffe Diazepam oder Tetrazepam gegeben. Bei diesen Wirkstoffen besteht jedoch die Gefahr der Abhängigkeit.

Gute Erfolge werden mit folgenden physikalischen Therapien erzielt:

  • Heilgymnastik
  • Massage
  • Akupunktur
  • Neuraltherapie

Nicht zuletzt ist der Patient selbst gefragt und sollte ein rückenschonendes Verhalten an den Tag legen. Bei Bandscheibenbeschwerden bringt eine Stufenlagerung Linderung. Wärmebehandlungen, Entspannungsübungen und schonende Bewegungsabläufe lindern die Beschwerden ebenfalls.

Wann sollte ich mit Rückenschmerzen zum Arzt?

Haben wir plötzlich Rückenschmerzen, werden die wenigsten unter uns sofort einen Arzt aufsuchen, sondern zunächst zur Selbsthilfe greifen. Dagegen ist auch generell nichts einzuwenden, denn meist sind Rückenschmerzen harmlos.

Treten Rückenschmerzen erstmals auf und bessern sich nicht innerhalb weniger Tage, sollte ein Arztbesuch anstehen, um die Schmerzen zu lokalisieren und die Ursache abzuklären.

Ein Arzt sollte aufgesucht werden, wenn:

  • Arme und Beine taub werden
  • sich ein Kribbeln einstellt
  • Lähmungserscheinungen an Armen und Beinen auftreten
  • der Schmerz auch im Ruhezustand nicht nachlässt
  • ein allgemeines Schwächegefühl eintritt
  • die Schmerzen in die Beine ausstrahlen
  • der Schmerz beim Husten und Niesen stärker wird

Meist werden dann zunächst Röntgenaufnahme gemacht. Weitere Therapieansätze können gemeinsam mit dem Mediziner besprochen werden. Bei schwerer körperlicher Arbeit wird eine Krankschreibung erfolgen, bis die Beschwerden abgeklungen sind.

Kann ich Rückenschmerzen vorbeugen?

Es gibt kaum eine Erkrankung, die sich durch das persönliche Verhalten derart beeinflussen lässt wie Rückenschmerzen.

Zunächst muss die passende Einstellung dazu gefunden werden. Niemand muss sich mit Schmerzen abfinden. Wer so denkt, wird jedem Heilungsansatz selbst im Wege stehen. Rückenschmerzen sind meist harmlos und daher sollte niemand in Depressionen oder Hoffnungslosigkeit verfallen, wenn der Rücken schmerzt.

Ein rückenschonendes Verhalten lässt sich gut in den Alltag integrieren:

  • Achte auf die richtige Sitzhöhe. Knie-, Hüft- und Ellenbogengelenke sollten sich rechtwinklig in der Beuge befinden.
  • Verändere deinen Arbeitsplatz rückenschonend. Dabei kannst du dir Hilfe von Ergotherapeuten holen.
  • Bauchlage entlastet den Rücken. Warum also nicht in Bauchlage lesen oder fernsehen?
  • Besuche eine Rückenschule. Dort lernst du, was jeder für einen gesunden Rücken tun kann und wie sich letztlich erreichen lässt, ein erfülltes und ausgeglichenes Leben zu führen.

Ein kleiner Test zeigt dir, ob du Rücksicht auf deinen Rücken nimmst:

Wie gehst du beim Heben eines Wasserkastens im Supermarkt vor? Du beugst dich einfach nach unten, die Knie bleiben durchgestreckt? Dann reißt du den Kasten mit einem Ruck nach oben? Diese einseitige Belastung bekommt deinen Bandscheiben nicht.

Viel besser ist es, wenn du in die Hocke gehst und den Rücken dabei gerade hältst. Beim Tragen von Lasten sollten diese immer auf beide Arme verteilt werden. Lassen sich schwere Gegenstände rollen oder schieben, sollte das Tragen vermieden werden.

Bewegung ist das A und O

Der Vorsatz: Weil ich häufig Rücken haben, bewege ich mich kaum noch, wäre keine gute Idee. Bei akuten Rückenschmerzen solltest du tatsächlich kürzer treten, bis die Schmerzen nachgelassen haben.

Bei nicht-spezifischen Rückenschmerzen mit einem chronischen Verlauf, geht es darum, Möglichkeiten des rückenschonenden Sports zu finden.

Es kommt hier nicht primär auf die Sportart an, sondern auf einen gut durchdachten Trainingsplan und Trainingsaufbau.

In diesem Video wird dir gezeigt, wie du mir gezielten Sportübungen gegen Rückenschmerzen vorgehen kannst:

Essen und Trinken kann gut für den Rücken sein

Damit Knochen, Muskeln und Gelenke reibungslos funktionieren, benötigen sie eine ganze Menge an Nährstoffen. Diese müssen mit der täglichen Ernährung zugeführt werden.

Achte darauf, ausreichend von folgenden Stoffen aufzunehmen:

  • Vitamin B
  • Vitamin C
  • Vitamin D
  • Vitamin E
  • Zink
  • Selen
  • Magnesium
  • Kalzium

 

Ausreichend Flüssigkeit sorgt für elastische Bandscheiben. Der Zusammenhang zwischen Rückenschmerzen und einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr wurde bereits in Studien bestätigt. Trinke daher mindestens zwei Liter täglich, bevorzugt Mineralwasser oder ungesüßten Tee.

Hausmittel und natürliche Heilmittel gegen Rückenschmerzen

Rückenschmerzen lassen sich mit einfachen Hausmittel und natürlichen Heilmitteln gut behandeln. Damit ist eine Alternative zum vorschnellen Griff zu Schmerzmitteln gefunden.

Wärme

Bei akuten Rückenschmerzen helfen Wärmebehandlungen. Eine einfache Wärmflasche kann ebenso Linderung bringen, wie eine Moor- oder Fango-Packung. Wird die Wärmeanwendung mit Bewegung kombiniert, bessern sich die Beschwerden rasch.

Heilpflanzen und Öle

Mit Heilpflanzen und ätherischen Ölen sind Rückenschmerzen gut behandelbar. Wirkstoffe aus dem Scharfstoff Capsaicin, aus Esche oder Zitterpappel sind in Wärmepflastern enthalten.

Kiefern- oder Ingweröl können direkt an der betroffenen Stelle in die Haut einmassiert werden.

Homöopathie

Bei homöopathischen Anwendungen werden natürliche, potenzierte Stoffe aus Pflanzen und Mineralien eingenommen. Die Lehre verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz.

Bei akuten Rückenschmerzen können folgende Mittel helfen:

  • Arnica D12
  • Aconitum C30
  • Nux vomica C30

Schüssler Salze

Die Auswahl der passenden Schüssler Salze sollte mit einem Heilpraktiker getroffen werden. Gute Erfahrungen wurden mit Ferrum phosphoricum und Calcium fluoratum gemacht.

Fazit

Beinahe jeder von uns kennt Rückenschmerzen. In den meisten Fällen sind die Beschwerden harmlos und nach einigen Tagen wieder verschwunden. Wer häufiger unter Rückenproblemen leidet, sollte einen Arzt aufsuchen.

Ein rückenschonendes Verhalten kann die Beschwerden lindern und Betroffenen helfen, ihre Beweglichkeit zurückzuerlangen. Wird nichts gegen die Rückenbeschwerden unternommen, kommt es zu Fehlhaltungen und Fehlstellungen und die Rückenschmerzen werden chronisch.

Weiterführende Literatur: Quellen, Studien und interessante Links

[1] https://www.stern.de/gesundheit/ruecken/

[2] https://www.t-online.de/gesundheit/krankheiten-symptome/id_68648376/ratgeber-rueckenschmerzen.html

[3] https://www.ratgeber-nerven.de/

[4] https://www.ratgeber-muskeln-gelenke-knochen.de/rueckenschmerzen/

[5] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28478241

[6] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/31466408

[7] https://www.daegfa.de/PatientenPortal/Anwendungsgebiete.Rueckenschmerzen.aspx