Milchsäurebakterien (Lactobacillales / Lactobacillus) befinden sich im Verdauungstrakt von Mensch und Tier. Sie gehören zu den am häufigsten dort vorkommenden und gesundheitsförderlichen Bakterien. Doch sie sind auch in einigen Lebensmitteln verbreitet. Ohne diese Bakterien hätten wir weder Joghurt noch Quark oder Käse.

Im Darm und in der weiblichen Scheide halten die Lactobacillen die gesundheitsschädigenden Bakterien und Pilze in Schach. Sie spielen eine wesentliche Rolle für eine gesunde Darm- und Scheidenflora.

Hier findest du interessante Informationen rund um das Thema Milchsäurebakterien. Du erhälst wertvolle Tipps, wie du deine Darm- und Scheidenflora stärken oder aufbauen kannst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Milchsäurebakterien wandeln Milchzucker (Laktose) in Milchsäure um. Milchzucker liefert unserem Stoffwechsel Energie.
  • Milchsäure beeinflusst das Scheidenmilieu und die Darmflora positiv. Sie schützt vor vaginalen Infektionen und beschleunigt die Darmpassage des Stuhls.
  • Milchsäurebakterien werden in rechts- (L-plus-Laktat) und linksdrehende (D-minus-Laktat) Bakterien unterschieden. Rechtsdrehende dienen vorwiegend der Energiegewinnung und als Schutzfunktion im Darm. Linksdrehende werden vom Körper schlecht aufgenommen.

Definition: Was sind Milchsäurebakterien?

Milchsäurebakterien kommen natürlicherweise in unserem Darm vor, aber auch in der Vagina (Scheide) vor. Lactobacillales wandeln Zucker (z. B. aus Kohlenhydraten) in Milchsäure um. Diesen Vorgang bezeichnet man als Milchsäuregärung.

Milchsäurebakterien sind ein natürlicher Bestandteil in Darm und Vagina und sorgen für ein gesundes Klima in dieser Region. (Bildquelle: pixabay.com / Gerd Altmann)

Der sogenannte Lactobacillus gehört zu den aeroben Bakterien, das heißt, dass dieser Kohlenhydrate wie etwa Milchzucker in Milchsäure umwandelt. Gibst du für die Herstellung von Joghurt oder Buttermilch die Milchsäurekulturen in die Milch, zieht sich das Milcheiweiß zusammen und kleine Kügelchen entstehen.

Dieser Vorgang sollte bei etwa 20 bis 30 Grad erfolgen und das Gemisch ruhiggestellt werden. Dadurch können sich die Bakterien gut vermehren.

Durch den Prozess, die Gärung, gerinnt die Milch und wird fester und saurer. Diesen Vorgang nennt man Fermentation. Abgesehen vom Geschmack wird die Haltbarkeit durch die Milchsäurebakterien verlängert. Sie wirken also auch konservierend.

Milchsäurebakterien sind besonders wichtig für eine gesunde Darmflora (Foto: silviarita / pixabay.com)

Wie wirken Milchsäurebakterien im Körper?

Milchsäurebakterien kommen natürlicherweise in unterschiedlicher Anzahl im menschlichen Körper vor. Um z. B. ein gesundes Darm- oder Scheidenmilieu zu erhalten, müssen sie in ausreichender Menge vorhanden sein.

Nach einer Infektion (z. B. Scheidenpilz) oder einer Antibiotikakur befindet sich das Darm- bzw. Scheidenmilieu oft in einem Ungleichgewicht. Um es wieder in Balance zu bringen, können von außen Milchsäurebakterien durch Kapseln, Zäpfchen etc. zugeführt werden.

Unterschied zwischen Milchsäurebakterien und Milchsäure:

Milchsäurebakterien Milchsäure
Mit Milchsäurebakterien siedelt man Bakterien (z. B. Döderlein-Bakterien) im Darm oder in der Scheide an. Diese bilden dann selbst Milchsäure, um Bakterien und Pilze zu verhindern. Milchsäure stabilisiert den pH-Wert in der Scheide oder im Darm. Sie hilft Keime abzuwehren.

Zu den am häufigsten im Darm vorkommenden Milchsäurebakterien zählen u. a. die Bakterien der Gattung Lactobacillus casei. Sie gehören zu den gesundheitsförderlichen probiotischen Milchsäurebakterien.

Du kannst Milchsäure übrigens auch zur Pflege deiner Haut verwenden. Studien zeigen, dass durchaus positive Effekte durch diese Behandlung entstehen können.

Milchsäurebakterien sorgen für ein gesundes Scheidenmilieu. Dazu zählen u. a. Bakterien der Gattung Lactobacillus acidophilus. Sie sind dafür zuständig, schädliche Keime und die Ansiedlung von unerwünschten Pilzen (z. B. Scheidenpilz) zu verhindern.

Die rechtsdrehenden Milchsäurebakterien wirken der Alkalisierung des Blutes entgegen. Dies kommt meist bei chronischen Erkrankungen oder bei Krebs vor. Die Bakterien hemmen somit eine zu starke Zellvermehrung und verbessert die Zellatmung.

Bei Allergien und Erkrankungen wie Parkinson, Arteriosklerose, Depressionen, Alzheimer und Autismus konnten Forscher Veränderungen der Darmflora feststellen.

Positive Auswirkungen der Milchsäurebakterien:

Im Darm Vaginal
Helfen gegen Durchfall (Diarrhö), wirken antibakteriell, helfen gegen Blähungen, sind immunstimulierend Wirken gegen Scheidentrockenheit, unterstützen bei Vaginalinfekten, helfen die Vaginalflora wiederherzustellen (z. B nach Antibiotikaeinnahme), helfen gegen Scheidenpilze

Der pH-Wert ist die Messgröße, um den Säuregehalt im Körper zu bestimmen. Im Körper herrschen unterschiedliche pH-Werte (z. B. Blut und Dick- oder Dünndarm). Ein gesunder (saurer) pH-Wert ist für Darm und Scheide sehr wichtig.

Saurer pH-Wert Neutraler pH-Wert Basischer pH-Wert
Alle Werte von 0 bis 7 7 Alle Werte von 8 bis 14
Ideal für den Dickdarm ist ein pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5, für ein gutes Scheidenklima ein pH-Wert von 3,8 bis 4,5. Ein Wert von “sieben” gilt als neutral und als Grenze zwischen sauer und basisch. Der pH-Wert des Dünndarms liegt bei 8,0.

Ein Mangel, z. B. des Lactobacillus in der Vagina, kann zu einer erhöhten Infektanfälligkeit im Genitalbereich führen.

In welchen Lebensmitteln und Stoffen sind Milchsäurebakterien enthalten?

Milchsäurebakterien stärken die Schutzbarriere im Darm und verhindern unerwünschte Keime (z. B. im Blut oder in der Scheide). Sie sind beispielsweise in folgenden Lebensmittel zu finden:

Produkt Beispiele
Sauermilchprodukte Joghurt, Käse, Dickmilch
Milchsauer vergorenes Gemüse Sauerkraut, saure Gurken, Rettich
Sauerteigprodukte Roggenbrot
Kombucha Fermentierter schwarzer Tee

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In der Lebensmittelindustrie werden viele Produkte (z. B. Milch) zur Konservierung erhitzt und dabei neben schädlichen Keimen leider auch hilfreiche Milchsäurebakterien abgetötet.

Lebensmittel wie Sauerteig oder Sauerkraut werden durch die Bakterien konserviert und haltbar gemacht. Sie verhindern den schnellen Zuwachs von Bakterien, die den Verderb ankurbeln.

Nach Krankheiten oder bei Mangelzuständen kann es sinnvoll sein, dem Körper Lactobacillales zuzuführen. Dies ist in verschiedener Form möglich, z. B. als Zäpfchen, Tropfen oder Kapseln. Die entsprechenden Produkte findest du in Apotheken oder Drogeriemärkten.

Welche Arten von Milchsäurebakterien gibt es?

Es gibt über 170 unterschiedliche Arten von Milchsäurebakterien, darunter einige vorherrschende Arten. In der Scheide sind das:

  • Lactobacillus (L) crispatus
  • Lactobacillus gasseri
  • Lactobacillus iners
  • Lactobacillus jensenii

Die Bedeutung der Lactobacillen für die Scheidengesundheit wurden um 1890 vom Gynäkologen Albert Döderlein entdeckt (Döderlein-Bakterien). Allerdings solltest du wissen, dass die Besiedelung der Scheide mit Milchsäurebakterien bei Frauen sehr unterschiedlich ausgeprägt sein kann.

Milchsäurebakterien spielen schon im Darm von Säuglingen eine große Rolle. Sie werden bei der Geburt und über die Muttermilch aufgenommen.

Milchsäurebakterien lassen sich wie folgt unterscheiden:

  • Rechtsdrehend (L-plus-Laktat)
  • Linksdrehend (D-minus-Laktat)

Beide Arten können in fermentierten Lebensmitteln vorkommen. Der Körper selbst bildet jedoch nur rechtsdrehende Milchsäurebakterien. Diese dienen vorwiegend der Energiegewinnung und als Schutzfunktion im Darm. Sie können schnell in der Leber verstoffwechselt werden.

Linksdrehende Milchsäurebakterien werden schlecht vom Körper aufgenommen und abgebaut. Das kann die unerwünschte Übersäuerung des Blutes verstärken.

Milchsäurebakterien kommen in bestimmten Lebensmitteln natürlicherweise vor, u. a. in:

  • Milch
  • Joghurt
  • Kefir
  • Sauerkraut

Helfen Milchsäurebakterien auch bei Kindern?

Laktobazillen gibt es auch im Darm von Neugeborenen. Bei einer normalen vaginalen Geburt findet eine Übertragung der Mutter auf den Säugling statt. Dadurch kann das Kind eine erste gesunde Körperflora aufbauen (u. a. Haut, Darm). Eine weitere Übertragung von Milchsäurebakterien erfolgt durch das Stillen.

Kann eine Mutter z. B. nicht stillen, führt die Zugabe von Milchsäurebakterien zu einer besseren Verträglichkeit der Säuglingsnahrung. Diese darf keine linksdrehende Milchsäure enthalten, denn Säuglingen fehlt das entsprechende Enzym zur Umwandlung. Dadurch besteht die große Gefahr einer Übersäuerung des kleinen Organismuses. Hier unbedingt den Rat eines Kinderarztes einholen.

Generell können auch größere Kinder unter einer gestörten Darmflora oder Allergien leiden. Für Kinder gibt es Probiotika mit für Kinder gut verträglichen Darmbakterienstämmen. Meistens enthalten diese u. a. das Lactobacillus (L) reuteri und Lactobacillus acidophilus.

Ärzte empfehlen insbesondere bei Kindern die Gabe von Milchsäurebakterien als Medikament und nicht als Nahrungsergänzungsmittel.

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Kann Milchsäure vegan sein?

Es mag anfangs recht klar erscheinen – Milchsäurebakterien enthalten Milch. Ergo, sie sind nicht vegan. Aber stimmt das auch wirklich?

Die gesunden rechtsdrehenden Milchsäurebakterien sind überall enthalten, wo Milch vorkommt. (Foto: Piotr Łohunko / pexels.com)

“Lacto” steht für Milch. Als Veganer solltest du aber folgendes wissen: Laktobakterien sind lediglich die Bakterienkultur, mit deren Hilfe Milchprodukten gezüchtet werden.

Die Milchsäurebakterien selbst sind frei von tierischen Produkten. Trotzdem stellt dies für viele Veganer eine Hürde dar. Darauf hat die Industrie reagiert und es gibt inzwischen auch etliche Produkte ohne Milchsäurebakterien.

Tatsächlich ist ein großer Teil der von der Industrie verwendeten Milchsäurebakterien vegan.

Diese werden aus Zuckerlösungen gewonnen und sind als Nährmedium billiger als Milchsäurebakterien auf Kuhmilchbasis, was sie attraktiver für Unternehmen macht und sie somit bevorzugt werden.

Einzig und allein Sauermilchprodukte wie zum Beispiel Joghurt enthalten ausschließlich nicht-vegane Milchsäurebakterien.

Als Alternative sind bei Veganern u. a. folgende Bakterien (ohne Milchsäure) beliebt:

  • Escherichia coli
  • Hefepräparate, wie Saccharomyces boulardii

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Haben Milchsäurebakterien etwas mit Laktose zu tun?

Laktose, bzw. Milchzucker ist ein Bestandteil der Milch und wirkt als Verdauungshilfe. Sie kommt auch in Muttermilch vor. Laktose ist ein Zweifachzucker (aus Glukose und Galaktose) und ist in vielen Produkten vorhanden oder wird zugesetzt, z.B. in Joghurt, Kefir, etc.

Milchsäurebakterien sind vor allem für die Milchsäure-Gärung verantwortlich. Sie wandeln den Zucker in Milchsäure um. Dadurch sind sie wichtig für die Wiederherstellung der natürlichen Darm- und Scheidenflora.

Milchsäure hat außer der Bezeichnung “Milch” nichts mit Laktose oder Milcheiweiß zu tun. Somit sind Milchsäurebakterien auch für Menschen mit einer Laktoseintoleranz oder Milcheiweißunverträglichkeit geeignet.

Können Milchsäurebakterien auch schädlich sein?

Unter den Milchsäurebakterien gibt es viele verschiedene Arten und Unterarten. Einige davon können auch Erkrankungen hervorrufen. Eine der am meisten gefürchtetsten Krankheiten ist die Lungenentzündung. Sie wird ausgelöst durch das Bakterium Streptococcus pneumoniae.

Eine Unterart dieser Milchsäurebakterien ist der Streptococcus mutans. Er ist Mitverursacher von Karies. Zu den gefährlichsten Milchsäurebakterien gehört sicher das Streptococcus salivarius. Diese Bakterien können z.B. über die Mundschleimhaut eine gefährliche Blutvergiftung auslösen.

Ob Milchsäurebakterien auch für eine Laktoseintoleranz verantwortlich sind ist wissenschaftlich umstritten.

Was ist der Unterschied zwischen Probiotika und Präbiotika?

Probiotika sind lebende Mikroorganismen die sich sehr günstig auf den menschlichen Organismus auswirken. In Form von Bakterien (z.B. Milchsäurebakterien) und Pilzen sind sie natürlicher Bestandteil unseres Darms und der weiblichen Scheide.

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Präbiotika sind die Nahrungsquelle für Probiotika. Dabei handelt es sich um unverdauliche Pflanzenfasern die nicht verdaut werden können. Sie sind somit das Futter für die gesundheitsförderlichen Bakterien (z.B. Lactobazillen). Sie enthalten Zuckerverbindungen z.B. (Oligosaccharide) die in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommen.

Auswirkungen:

Probiotika Präbiotika
Wirken positiv auf das Immunsystem, Stärken die Darmflora, Sorgen für ein gesundes Scheidenmilieu Fördern Wachstum erwünschter Milchsäurebakterien, Dienen den Darmzellen als Energielieferant und Nahrungsquelle, Halten die Verdauung in Bewegung

Welche Nebenwirkungen haben Probiotika?

Probiotika bestehen aus verschiedenen lebenden Mikroorganismen. Je nach Bakterienstamm, Anzahl und Gesundheitszustand, kann es zu Nebenwirkungen kommen.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören:

  • Blähungen
  • Durchfall
  • Verstopfung

Beachte: Wenn diese Nebenwirkungen nicht nach einigen Tagen von selbst abklingen setzte das Probiotika ab. Es ist selten, daß schwere Nebenwirkungen (z.B. eine Dünndarmfehlbesiedlung) auftauchen. Dies führt dann zu schweren Nebenwirkungen wie z.B. Verwirrtheit, Übelkeit). In diesem Falle solltest du das Präparat sofort absetzen und deinen Arzt um Rat fragen.

Erstverschlimmerung

Prüfe ob es sich um Nebenwirkungen handelt oder eine Erstverschlimmerung. In manchen Fällen kann es nach Einnahme eines Probiotikums zu einer ersten Verschlimmerung der Symptome kommen. Das können neue Symptome sein die zum ersten Mal auftreten. Aber auch bekannte Krankheitsanzeichen die sich nach Einnahme des Präparates kurzzeitig verstärken.

In der Naturheilkunde ist das eine gewünschte Reaktion. Sie bedeutet das dein Organismus auf dieses spezielle Probiotikum positiv reagiert und damit ein Heilungsprozess in Gang gesetzt wird.

Milchsäurebakterien: Praktische Anwendung und Vorteile

Der Darm ist das größte Organ des Menschen (ca. acht Meter lang). Die Bakterien und Pilze in unserem Darm wiegen bis zu zwei Kilogramm. Damit die Darm- und auch die Scheidenflora im Gleichgewicht bleiben benötigen sie eine große Anzahl nützlicher Bakterien.

Mit der richtigen Ernährung hälst du deine Darm- und Scheidenflora intakt. (Bildquelle: pixabay.com / silviarita)

Generell lassen sich gute und wenige gute Darmbakterien unterscheiden. Schädliche Bakterien:

  • Greifen die Darmbarriere an
  • Fördern Entzündungen
  • Bilden giftige Stoffe

Vorteile schützender Milchsäurebakterien sind z.B.:

  • Sie stabilisieren die Darmflora
  • Sie wehren schädliche Keime ab
  • Sie spalten Nahrung auf
  • Sie sind beteiligt an der Verwertung lebenswichtiger Vitamine
  • Sie sind maßgeblich für ein positives Immunsystem verantwortlich

Wie funktioniert eine Milchsäurebakterien Kur?

Wenn sich z.B. Entzündungen im Darm oder in der Scheide gebildet haben kann eine Kur mit Milchsäurebakterien helfen.Damit kannst du die Scheiden- und Darmflora aufbauen und dich gegen ungeliebte Keime und Allergene schützen.

Dafür sind bestimmte aktive Bakterienstämme entscheidend. Du kannst Bakterien als Zäpfchen oder oral als Kapseln, Tabletten oder z.B. Pulver einnehmen. Wichtig ist das die lebenden Milchsäurebakterien die Magenpassage überstehen.

In der Naturheilkunde geht einer Darmsanierung i.d.R. eine Darmreinigung (z.B. durch Abführen mit Flohsamen) voraus. Das ist aber keine Voraussetzung. Milchsäurebildende Bakterien wie Laktobazillen und Bifidobakterien findest du in verschiedenen Präparaten und Darreichungsformen.

Folge den Herstellerempfehlungen bzw. dem Rat deines Arztes bezüglich der Dosierung und der Anwendungsdauer. Es gibt Präparate für alle Zielgruppen (laktose-, gluten- und ohne Gelatine). In Deutschland hergestellte Präparate werden regelmäßig auf Schadstoffe überprüft.

Milchsäurebakterien Kur für den Darm

Um dein Darmmilieu wieder in Balance zu bringen ist eine Kur mit probiotischen Milchsäurebakterien oft das Mittel der Wahl. Milchsäurebakterien heften sich gut an der Darmwand an (Adhärenz) und bilden damit einen guten Schutz gegen schädliche Keime.

Die zwei am besten erforschten Bakterien für die Darmgesundheit bei Erwachsenen sind:

  • Laktobazillen LLG (z.B. Lactobacillus rhamnosus GG)
  • Bifidobakterien BB-12 (z.B. Bifidobacterium animalis subsp.)

Sie sind besitzen eine sehr gute Adhärenz und erreichen lebend den Darm indem sie die Angriffe durch Magen- und Gallensäure i.d.R. gut überstehen. Meist handelt es sich um gefriergetrocknete lebende Bakterien. Wie lange du eine Kur damit durchführen solltest ist u.a. auch abhängig von deinen Beschwerden.

Du kannst z.B. über eine Stuhlanalyse die Zusammensetzung deiner Bakterien und Keime im Darm bestimmen lassen. Wie aussagekräftig diese Tests sind ist aktuell jedoch noch umstritten. Sie ersetzen nie einen Besuch bei deinem Arzt.

Milchsäurebakterien Kur für die Vagina

Wenn deine Scheidenflora wieder aufgebaut werden soll sind Präparate mit Milchsäurebakterien hilfreich. In der Vagina jeder Frau befinden sich unterschiedliche Milchsäurebakterien. Aber es sind immer mindestens zwei unterschiedliche Stämme. Die am häufigsten für die vaginale Anwendung eingesetzten Bakterien sind:

Milchsäurebakterien Eigenschaften
Lactobacillus gasseri (EBO1) und Lactobacillus rhamnosus (PB01) Unterstützt Abwehr gegen Infektionen in der Scheide, Haften gut an der Scheidenwand an, Produzieren Milchsäure, Stabilisieren natürlichen pH-Wert der Scheide

Milchsäurebakterien werden z.B. in Form von Zäpfchen oder Tabletten in die Scheide eingeführt. Begleitend oft durch eine Creme oder ein Gel das äußerlich aufgetragen wird. Das passiert in der Regel vor dem Schlafengehen.

Kuren können von mehreren Tagen bis mehrere Wochen andauern. Das ist auch davon abhängig ob du vorbeugend (z.B. bei immer wieder auftretenden Pilzen oder Infektionen) oder eine akute Behandlung durch führst. Folge hier den Empfehlungen des Herstellers bzw. deines Gynäkologen.

Wie lange sollte eine Milchsäurebakterien Kur andauern?

Das ist sehr unterschiedlich und lässt sich nicht pauschal beantworten. Es hängt von den Beschwerden und deinem persönlichen Gesundheitszustand ab.

Bei unspezifischen Darmproblemen empfehlen die meisten Hersteller eine Einnahme zwischen 4-12 Wochen. Im Zusammenhang mit einer Antibiotikatherapie wird eine Mindesteinnahme von ca. drei Wochen empfohlen. Bei einem Reizdarm kann eine Einnahme von ungefähr 8 Wochen hilfreich sein.

Bei vaginalen Problemen:

Scheidenproblem Eigenschaften
Bakterieller Vaginose (Entzündung) Eine Kur lindert die Symptome (Ausfluss, Jucken, etc.) und stellt den sauren pH-Wert wieder her. Hier muss ein Arzt hinzugezogen werden. Er wird dich genau über die Dauer der Anwendung informieren.
Scheidenpilz Hier wird als Kur eine innere (z.B. Tabletten, Zäpfchen) und äußere Behandlung (Creme, Gel, etc.) durchgeführt. In der Regel tritt schnell Besserung auf. Oft schon nach drei Tagen.
Scheidentrockenheit Z.B. durch hormonelle Veränderungen. Hier hilft eine Kur – auch vorbeugend – mit Milchsäurebakterien. Meist in Form von Gel, Salbe, Zäpfchen. Über die Dauer der Anwendung entscheidet auch ob du es vorbeugend oder akut anwendest. Hier kann es eine Weile dauern und ggf. langfristig notwendig sein (z.B. nach den Wechseljahren).
Scheidenflora aufbauen In der Regel dauert eine Kur mit Zäpfchen oder Kapseln (1 x täglich) meist sieben Tage.

Welche Temperaturen vertragen Milchsäurebakterien?

Die meisten Arten des Lactobacillus fühlen sich am wohlsten bei einer Temperatur zwischen 30-40 °C. Es gibt auch Ausnahmen wie z.B. der Lactobacillus (L.) casei. Er fördert das Wachstum der L.-acidophilus Bakterien und gilt als sehr widerstandsfähig. Er ist in einem Temperaturbereich zwischen 15-45 °C überlebensfähig.

Wo kann ich Milchsäurebakterien kaufen?

Es gibt verschiedene Wege um Präparate mit Milchsäurebakterien zu erwerben.
Du kannst rezeptfreie Präparate (z.B. Tabletten, Gels, Zäpfchen) im Drogeriemarkt oder in der Apotheke erwerben. Für verschreibungspflichtige Produkte z. B. bei Kleinkindern benötigst du ein Rezept.

Ob du Milchsäurepräparate in der Apotheke oder in einer Drogerie kaufst ob stationär oder online hat Vor- und Nachteile. In der Apotheke bekommst eine Beratung vor Ort und kannst die Medikamente gleich mitnehmen.

Andererseits kannst du dort keine Bewertungen von anderen Anwendern sehen. Es ist dort nicht möglich einen Preisvergleich durchzuführen. Meist sind in der Apotheke vor Ort die Produkte etwas teurer.

Eine Bestellung über Online Apotheken, Online Drogerien, oder z.B. Amazon ist bequem. Zum Beispiel schätzen viele junge Mütter den bequemen Onlinekauf wenn das Baby schläft. Beim Online Kauf kannst du viele Produkte direkt nach deinen Kaufkriterien vergleichen und hast eine größere Auswahl als z.B. in der Apotheke oder dem Drogeriemarkt vor Ort.

Gibt es Milchsäurebakterien-Tabletten?

Milchsäurebakterien gibt es in verschiedenen Darreichungsformen. Es ist wichtig, das die Bakterien lebend am Ziel ankommen. Um sie oral (über den Mund) einzunehmen gibt es neben Kapseln auch Tabletten.

Damit die Milchsäurebakterien ihre volle Wirkung erzielen können, ist es wichtig, dass sie dem Körper oral zugeführt werden. Dies kann auch in Form von Tabletten geschehen. (Bildquelle: pixabay.com / Steve Buissinne)

Im Unterschied zu Kapseln sind diese oft leichter einzunehmen. Sie verfügen jedoch meist über einen geringeren Wirkstoffgehalt. Das hängt u.a. mit dem Herstellungsprozess zusammen.

Sind Milchsäurebakterien im Teich sinnvoll?

Milchsäurebakterien verdrängen im Teich andere schädliche Bakterien. Das geschieht anhand von Substanzen die die Milchsäurebakterien im Wasser ausscheiden.

Insgesamt kann eine positive Bilanz gezogen werden warum Milchsäurebakterien im Teich Sinn machen. Hier findest du die wichtigsten Vorteile zusammengefasst:

  • Sie hemmen und verdrängen schädliche Bakterien im Teich
  • Sie beugen dem Algenwuchs vor
  • Sie wirken sich insgesamt positiv auf den pH-Wert des Wassers aus und verbessern die Wasserqualität
  • Sie verbessern die Darmflora der Fische und sorgen für eine optimale
  • Futterverwertung
  • Sie sorgen für eine höhere Stresstoleranz bei Fischen
  • Sie machen weniger medikamentöse Behandlungen bei Fischen notwendig

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Fazit

Um eine gesunde Darm- oder Scheidenflora aufzubauen sollten ausreichend Milchsäurebakterien vorhanden sein. Sie sorgen für ein saures und gesundes Milieu in dem schädliche Keime und Pilze nicht gedeihen können.

Milchsäurebakterien haben größtenteils einen positiven Einfluss auf den menschlichen Organismus. Sie stärken das Immunsystems des Körpers und fördern damit den Selbstschutz vor Krankheiten.

Gerade auch für werdende Mütter ist ein saurer pH-Wert der Scheide (ca. 4,0) wichtig. Laktobazillen sorgen für eine stabile Flora und dienen somit als Selbstschutz vor Infektionen (z.B. Pilze) während der Schwangerschaft.

Ein Verzicht auf zu viel Zucker oder eine falsche Intimhygiene (weniger ist mehr) hilft dabei eine gesunde Darmflora zu erhalten. Verschiedene Lebensmittel (z.B. Sauermilchprodukte) und Hausmittel (viel Trinken) unterstützen die Darm- und Scheidenflora. Um sie wieder aufzubauen kann eine Kur mit Milchsäurebakterien hilfreich sein.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Lactobacillus

[2] https://www.lebensmittellexikon.de/m0000260.php

[3] https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/milchsaeurebakterien/43067

[4] https://gastroenterologie-ruesselsheim.de/files/uploads/pdfs/Merkblatt%20Laktoseintoleranz.pdf

[5] https://www.ernaehrungs-umschau.de/fileadmin/Ernaehrungs-Umschau/pdfs/pdf_2005/05_2005/EU_05_05_201_202.pdf

[6] https://www.fachzeitungen.de/fachbeitraege/studie-helicobacter-infektion-mit-milchsaeure-bakterien-bekaempfen-10127636/

Bildquelle: pixabay.com / Lubos Houska

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