Das Wort Lipödem hat seinen Ursprung im Altgriechischen und ist eine Zusammensetzung der Wörter lípos „Fett“ und oídēma „Schwellung“, somit bezeichnet Lipödem eine Schwellung des Fettgewebes.

Von dieser Erkrankung sind hauptsächlich Frauen betroffen, deshalb gehen Mediziner davon aus, dass die Krankheit vor allem genetisch und hormonell bedingt ist. Wichtig ist, sie tatsächlich als dazu sehen, was sie ist. Niemand muss sich deshalb schämen oder herabsetzen lassen.

Von dieser chronischen und fortschreitenden Krankheit sind circa zehn Prozent aller Frauen betroffen. Das Lipödem ist jedoch nicht mit Übergewichtigkeit zu vergleichen, da es sich dabei um eine herkömmliche Fettverteilung handelt.

Das Lipödem ist vielmehr eine Fettverteilungsstörung, die ausschließlich an bestimmten Stellen des Körpers auftritt, wie Ober- und Unterschenkeln, sowie an den Oberarmen.

Die Krankheit Lipödem ist eine Lebensveränderung, jedoch kein Verzicht auf das Leben selbst. (Foto: Prometeus / 123RF)

Ursachen und Symptome der Krankheit Lipödem

Da es sich bei der Krankheit um eine genetisch veranlagte Krankheit handelt, ist die Neigung dafür bereits von Geburt an gegeben und damit unvermeidbar. Auch wenn eine familiäre Belastung bislang nicht bekannt ist, sollte man seinen Körper wachsam beobachten.

Was zunächst wie eine geringe Gewichtszunahme aussieht, kann ebenso gut ein Krankheitszeichen sein. Folgende Symptome sollte man daher nicht unterschätzen sondern aufmerksam beobachten.

Symptom / Faktor Beschreibung
Fettverlagerung Eine symmetrische Verteilung der Fettpolster an beispielsweise beiden Oberschenkel und Unterarmen
Disproportion Die Zunahme an Oberschenkeln und Oberarmen wirkt im Verhältnis zum restlich schlankeren Körper umproportional
Hämatomneigung Leichter Druck auf die betroffenen Hautstellen reicht meist schon für eine Schmerzempfindung aus. Darüber hinaus führt eine Berührung bereits zu Schwellungen oder Blutergüssen
Hautstruktur Die zunächst glatte Haut wird zunehmend unebener und es scheint, als könnte man das knotige Unterhautfettgewebe nicht nur spüren, sondern auch sehen
Zeitpunkt Die ersten Krankheitszeichen treten meist nach einer hormonellen Veränderung ein
Sport und Diät Trotz einer gesunden Ernährung und ausreichend Sport ist einer Vermehrung der Fettpolster nicht zu verhindern

Wenn bereits zwei der genannten Symptome zutreffen, sollte man umgehend einen Arzt oder Spezialisten aufsuchen.

Welche Therapiemöglichkeit gibt es bei einer positiven Diagnose

Zunächst wird das Stadium der Krankheit festgestellt, dabei wird zwischen drei unterschieden:

  1. Stadium: Die betroffenen Hautstellen haben noch keine Auswirkungen auf die                Hautstruktur, sowie das körperliche Gesamtbild. Es ist lediglich minimal knotiges Unterhautfettgewebe spürbar.
  2. Stadium: Die Hautoberfläche ist sichtbar uneben und das knotige Unterhautgewebe ist deutlich spürbar. Darüber hinaus wirkt der Körper offensichtlich unproportional.
  3. Stadium: Das knotige Unterhautgewebe ist deutlich sichtbar, wirkt löchrig und ist vor allem gehärtet und schmerzhaft. Die betroffenen sehen aus wie Hautüberlappungen und grenzen sich stark vom restlichen Körper ab.

Sobald die Krankheit diagnostiziert ist gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten um gegen das Lipödem vorzugehen. Dabei unterscheidet man zwischen konservativen und chirurgischen Behandlungsmethoden.

Konservative Behandlung

Zu den konservativen Therapien zählen Entstauungswickel, dabei wird durch eine feste Umwicklung des Beines überschüssiges Wasser weggedrückt. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit von Kompressionskleidung, hier werden Schwellungen bei einer körperlichen Überanstrengung eingeschränkt, aber nicht verhindert.

Eine weitere Therapiemöglichkeit ist die sogenannte Lymphdrainage, wobei der sanfte Rückfluss von lymphpflichtigen Lasten, wie Wasser, Fett, Eiweiß und tote Zellen, angeregt wird.

Chirurgie

Die chirurgische Methode ist die Fettabsaugung. Die Verbesserung ist optisch sichtbar und erzielt darüber hinaus langfristige Erfolge, jedoch darf man die Gefahren, die solch ein Eingriff mit sich bringt, nicht unterschätzen oder missachten.

Darüber hinaus sollte man auf eine ausgewogene gesunde Ernährung durchaus achten. Eine natürliche Gewichtszunahme kann die Krankheitssymptome und Schmerzen verschlimmern.

Die Krankheit kann ebenso zu einer Psychose führen, weshalb man sich unbedingt auch in diese Richtung Hilfe suche sollte, sei es von Ärzten oder Gleichgesinnten.

Heilungschancen

Eine Heilung der Krankheit ist ausgeschlossen. Jedoch sollte man auf Therapien definitiv nicht verzichten. Zum einen kann ein schnelles Fortschreiten der Krankheit gemildert werden.

Zum anderen lassen die Schwellungen und auch Schmerzen deutlich nach, sodass Einschränkungen im Alltag, wie beispielsweise Bewegung, weniger häufig sind. Auch auf Sport und die richtige Ernährung darf nicht verzichtet werden.

Bei Sport sollte man sich vor allem auf Schwimmen beschränken, da hier wird vor allem die Beinmuskulatur beansprucht wird.

Langes Stehen zu vermeiden ist ebenso wichtig. Bei der richtigen Ernährung muss man darauf achten einer natürlichen Gewichtszunahme entgegenzuwirken, welche die Schmerzen verschlimmern würde.

Fazit – Worum handelt es sich bei der Krankheit Lipödem?

Bei der Krankheit Lipödem handelt es sich um eine unvermeidbare und unheilbare Krankheit, jedoch kann man mit den richtigen Therapiemöglichkeiten gut leben. Viele Frauen die von der Krankheit betroffen sind können durch Eigeninitiative und professionelle Hilfe sichtbar und spürbar Erfolge erzielen.

Diese wirken sich positiv auf ihre psychische und physische Gesundheit aus. Ein Leben mit der Erkrankung Lipödem ist definitiv möglich und im besten Fall lediglich als Lebensumstellung hinzunehmen.

Bildquelle: unsplash.com / Toa Heftiba

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