Die meisten Menschen werden häufiger von Kopfschmerzen geplagt. Es handelt sich um eine der häufigsten und zugleich vielschichtigsten Beschwerden.

Kopfweh kann uns zu allen Tageszeiten überfallen und dabei ganz individuelle Erscheinungsbilder zeigen. Von einem leichten Druck bis hin zu stechenden Schmerzen mit weiteren Begleitsymptomen ist alles möglich.

Kopfweh kann als Signal verstanden werden, als Reaktion auf körperliche Beschwerden oder seelische Spannungen. Jeder erlebt seine Kopfschmerzen anders und hat vielleicht bereits Mittel und Wege gefunden damit umzugehen.

Folgender Artikel möchte einen Überblick über die verschiedenen Arten von Kopfschmerzen geben und die Möglichkeiten der Behandlung und Vorbeugung definieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Es sind etwa 220 verschiedene Arten von Kopfschmerzen bekannt. Diese werden in primäre und sekundäre Kopfschmerzen unterteilt. Den größten Anteil machen Spannungskopfschmerzen aus. Diesen folgt die Migräne.
  • In Deutschland sind etwa 1,3 Millionen Menschen von Kopfschmerzen betroffen. Die Zahl hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt.
  • Kopfschmerzen entstehen, wenn die Blutgefäße, der Schädel oder die Hirnhäute gereizt werden. Das Gehirn selbst ist schmerzunempfindlich.

Definition: Was sind Kopfschmerzen?

Der Kopfschmerz selbst wird als eines der häufigsten Schmerzsymptome definiert. Durch eine entsprechende Diagnose lassen sich primäre und sekundäre Kopfschmerzen unterscheiden, welche wiederum in Spannungskopfschmerz, Migräne oder durch bestimmte Erkrankungen hervorgerufene Schmerzen ihre nähere Beschreibung finden.

Die WHO gibt an, dass Kopfschmerzen bei etwa vier Prozent der Weltbevölkerung regelmäßig auftreten. Kopfschmerzerkrankungen zählen mit mehr als 60 Prozent zu den häufigsten Krankheitsbildern im klinischen Alltag.

Im Jahre 2018 ist die ICHD-Klassifikation der International Headache Society in ihrer dritten Auflage erschienen. Dort werden 14 Gruppen von Kopfschmerzen mit mehr als 360 unterschiedlichen Formen definiert.

Es gibt unzählige Formen von Kopfschmerzen. Zu dem Entschluss kam auch das ICHD im Jahr 2018, als es 14 Gruppen von Kopfschmerzen definierte. (Bildquelle: 123rf.com / 46971765)

Mehr als 90 Prozent aller Kopfschmerzformen entfallen auf Spannungskopfschmerzen und Migräne.

Studien gelangten zu der Ansicht, dass bei 27 Prozent aller Deutschen die Kriterien einer Migräne erfüllt sind. Unter Spannungskopfschmerzen leiden 38 Prozent aller Bundesbürger.

Frauen scheinen dabei deutlich häufiger von Kopfweh geplagt. Während bis zu ein Viertel aller Frauen regelmäßig unter Kopfschmerzen leiden, sind es bei den Männern lediglich knapp zehn Prozent.

Welche verschiedenen Arten von Kopfschmerzen gibt es?

Spannungskopfschmerz

Spannungskopfschmerzen treten mit Abstand am häufigsten auf. Dabei wird in einen episodischen und einen chronischen Verlauf unterschieden. Die Schmerzen werden als dumpf und drückend empfunden, etwa so, als befände sich der Kopf in einem Schraubstock.

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Ich wünsche dir einen guten Start in die neue Woche und hoffe, dass du die meisten Tage schmerzfrei bist 🙏🏼💞 . Kurzes Update zu mir, werde dazu aber auch noch eine Story machen: Ich habe in den letzten vier Wochen versucht täglich die PMR einzubauen, das hat natürlich nicht täglich geklappt, aber es tat mir gut. Sehr gut. Deshalb werde ich das auch weiter machen! Außerdem mache ich seit 5 Wochen 2-4x die Woche jeweils eine halbe Stunde Ausdauertraining – ich bin kein Freund von, aber es tut mir auch in der Hinsicht auf Blutdruck und Betablocker gut. Betablocker nehme ich inzwischen seit 2 1/2 Wochen und es gibt Tage, da ist mir ständig schwarz vor Augen, aber an den meisten Tagen gehts mir soweit gut 👌🏼 . Zur Migräne: ich kann es nicht genau sagen. Gestern hatte ich eine Attacke, davor war 6 Tage (!!) Ruhe – schmerzfrei war ich davon kein Tag, aber es war nur ein leichter Druck. Ich hoffe, dass ich in den nächsten Tagen endlich wieder in die 10/20 Regel komme… 💪🏼

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Die Schmerzen reichen von einem leichten Druckgefühl bis hin zu einem stechenden und pressenden Schmerz, häufig begleitet von Nackenbeschwerden. Körperliche Begleitsymptome bleiben meist aus.

Die Ursachen sind in Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich zu suchen. Stress, Alkoholkonsum oder Schlafmangel gelten als Auslöser.

Migräne

Wer unter Migräne leidet, den überfallen starke, zunächst meist einseitig auftretende Kopfschmerzen. Ein Migräneanfall kündigt sich nicht selten durch Sehstörungen, Lichtempfindlichkeit oder Erbrechen an.

Die pulsierenden bis hämmernden Schmerzen verstärken sich durch körperliche Aktivität. Eine Migräne-Neigung scheint angeboren. Die Ursachen für deren Entstehung sind bislang nicht hinreichend erforscht.

Einen Migräneanfall können psychische Anspannung und Überforderung ebenso auslösen wie Hormonschwankungen oder klimatische Veränderungen.

Cluster-Kopfschmerzen

Der Cluster-Kopfschmerz konzentriert sich in der Schläfenregion und hinter den Augen. Männer sind von dieser Art von Kopfschmerzen häufiger betroffen. Die Attacken setzen meist am Morgen ein und werden von Gesichtsrötungen und einseitigem Tränenfluss begleitet.

Cluster-Kopfschmerzen werden als besonders intensiv und häufig kaum zu ertragen wahrgenommen. Es kann mehrmals täglich zu heftigen Schmerzattacken kommen. Nicht selten werden die Betroffenen durch den Schmerz aus dem Nachtschlaf gerissen.

Cluster-Kopfschmerzen treten sehr unregelmäßig auf, können über Monate pausieren und auch mehrmals täglich auftreten.

Meist ist der Höhepunkt der Schmerzen nach etwa einer halben Stunde erreicht. Die Beschwerden klingen dann langsam im Verlauf mehrerer Stunden ab.

Die genauen Ursachen sind nicht bekannt. Alkoholkonsum, Schlafmangel und bestimmte Lichtreize werden als Auslöser vermutet.

Cluster-Kopfschmerzen sind unerträgliche Schmerzen im Bereich der Schläfen. Die genauen Ursachen davon sind jedoch bis anhin wenig bekannt. (Bildquelle: 123rf.com / 43848035)

Medikamenteninduzierte Kopfschmerzen

Kopfschmerzen können auch durch bestimmte Substanzen oder deren Entzug auftreten. Die häufigste Form sind Kopfschmerzen bei einem Analgetikaübergebrauch. Der medikamenteninduzierte Kopfschmerz kann auftreten, wenn bestimmte Substanzen regelmäßig eingenommen werden.

Bei der Einnahme von Histamin oder Nitroglycerin können Kopfschmerzen unmittelbar einsetzen. Wer unter Spannungskopfschmerzen und Migräne leidet, ist dafür besonders empfänglich.

Zu dieser Gruppe werden auch Kopfschmerzen gezählt, welche nach dem übermäßigen Alkoholgenuss oder der Verabreichung, bzw. dem Entzug von Kokain, Koffein oder Östrogenen auftreten.

Folgende Tabelle fasst die einzelnen Kopfschmerzarten mit ihren Symptomen und deren Verbreitung zusammen.

Kopfschmerz-Art Symptome Verbreitung
Spannungskopfschmerzen Dumpfer, drückender Schmerz, Schraubstockgefühl, keine Begleitsymptome Weit verbreitet, meist Frauen betroffen
Migräne Pulsierende, hämmernde Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Lichtscheu Zweithäufigste Form, alle Altersgruppen betroffen
Clusterkopfschmerz Intensive Schmerzen, Tränenfluss, Fließschnupfen, Schleimhautschwellung, Schwitzen Meist Männer in mittleren Jahren betroffen, häufig Raucher oder Alkoholiker
Medikamenteninduzierte Kopfschmerzen Beidseitige Schmerzen, selten Übelkeit oder Erbrechen Verbreitet bei häufiger Medikamenteneinnahme, tritt auch bei Entzug von Kokain oder Koffein auf

Was ist der Unterschied zwischen primären und sekundären Kopfschmerzen?

Die grobe Unterteilung von Kopfschmerzen erfolgt in primär und sekundär. Bei Beschwerden der primären Gruppe ist das Kopfweh selbst Ursache der Beschwerden.

Sekundäre Kopfschmerzen haben ihre Ursachen in externen Krankheiten oder Störungen.

Handelt es sich um primäre Kopfschmerzen, wird sich keine organische Ursache finden lassen. Es werden dagegen häufig Parallelen zur psychischen und emotionalen Konstitution des Patienten deutlich.

Primäre Kopfschmerzen können durch folgende Faktoren ausgelöst werden:

  • körperliche Anstrengung
  • Husten
  • sexuelle Aktivitäten
  • Kältereiz
  • äußere Einwirkungen

Für sekundäre Kopfschmerzen kann eine Ursache gefunden werden. So kann sich der Schmerz als Symptom einer Grunderkrankung einstellen.

Häufig sind Erkältungen ursächlich für diese Form von Kopfweh. Auch der Konsum von Alkohol, Koffein oder Nikotin kommt als Auslöser eines sekundären Kopfschmerzes infrage.

Folgende Übersicht listet primäre und sekundäre Kopfschmerzarten auf

Primäre Kopfschmerzen:

  • Spannungskopfschmerz
  • Migräne
  • Cluster-Kopfschmerz
  • Neuralgien
  • vaskulärer Kopfschmerz
  • Konversion-Kopfschmerz

Sekundäre Kopfschmerzen

Begleiterscheinung von:

  • Erkältungen
  • Alkoholkonsum
  • Rauchen
  • Kaffeekonsum

Symptom von:

  • Fehlsichtigkeit
  • Glaukom
  • Augentumor
  • Mittelohrentzündung
  • Nasennebenhöhlenentzündung

Hintergründe: Was du über Kopfschmerzen wissen solltest

Kopfschmerzen selbst sind in der Fachsprache noch keine Erkrankung. Sie gelten zunächst als Symptom, dessen Zuordnung durch die entsprechende Diagnose noch gefunden werden muss.

Nach den Rückenschmerzen gelten Kopfschmerzen als häufigste Schmerzerscheinung der Deutschen. Etwa fünf Prozent aller Deutschen plagen täglich Kopfschmerzen. Die Zahl der unter chronischen Kopfschmerzen leidenden Menschen wird mit etwa 70 Prozent angegeben.

Was sind die Ursachen für Kopfschmerzen?

Viele glauben, Kopfschmerzen entstehen in unserem Gehirn, doch dem ist nicht so, denn das Gehirn selbst kann keinen Schmerz wahrnehmen. Wird dagegen Druck auf die Hirnhäute ausgeübt und die dort verlaufenden Nervenbahnen werden angegriffen, empfinden wir dies als Schmerz.

Auch wenn die Durchblutung beeinträchtigt ist oder eine Entzündung vorliegt, tritt Kopfweh auf. Nicht selten haben Kopfschmerzen psychische Ursachen.

Stress, Überlastung und Anspannung führen zu Verspannungen der Muskulatur im Nacken- und Schulterbereich. Die Folge können Spannungskopfschmerzen sein.

Weitere Faktoren für die Entstehung von Kopfschmerzen sind:

  • Alkoholmissbrauch
  • Nikotinmissbrauch
  • Lärmbelästigung
  • Luftverschmutzung
  • Flüssigkeitsmangel

Körperliche Ursachen liegen bei etwa zehn Prozent der Betroffenen vor. Offensichtlich und gleichzeitig auch schwerwiegend sind Beschwerden, die nach Stürzen oder Unfällen auftreten und sich in Form von Gehirnerschütterungen und Hirnhautentzündungen äußern.

Weniger offensichtlich sind Kopfschmerzen in Folge von Mittelohrentzündungen, Nasennebenhöhlenvereiterungen oder Zahnschäden.

Bei Migräne und Cluster-Kopfschmerz ist eine vorübergehende Veränderung der Kopfschlagadern als Ursache maßgeblich.

Wie lassen sich Kopfschmerzen diagnostizieren?

Die Diagnose Kopfschmerz kann sich jeder Betroffene selbst stellen. Die eigentliche Aufgabe liegt in der nun folgenden Ursachenforschung. Bei einem ersten Gespräch wird der Mediziner vermutlich bereits eine Unterscheidung in primären und sekundären Kopfschmerz vornehmen können.

Für die weitere Diagnose ist eine ausführliche Anamnese die Grundlage. Dabei finden folgende Parameter Beachtung:

  • Häufigkeit und Dauer der Schmerzen
  • Charakter und Intensität der Schmerzen
  • mögliche Begleitsymptome
  • auslösende oder die Schmerzen verstärkende Faktoren

Der Mediziner sollte weiterhin abfragen, ob in der Familie verstärkt Kopfschmerzerkrankungen auftreten oder aufgetreten sind. Besonders bei Migräne werden genetische Ansätze diskutiert.

Um die auslösenden Faktoren weiter zu hinterfragen, ist es wichtig, den Arzt über regelmäßig eingenommene Medikamente zu informieren. Weiterhin sollten Allergien nicht unerwähnt bleiben.

Nachdem sich der Mediziner einen allgemeinen Überblick verschafft hat, wird in der Regel eine körperliche Untersuchung folgen. Dabei wird die allgemeine Beweglichkeit der Muskulatur, insbesondere der Halswirbelsäule überprüft. Auch der Zustand des Gebisses und eine Beurteilung der Schleimhäute können dem Arzt wertvollen Hinweise liefern.

Bei einer Blutuntersuchung lassen sich die Entzündungsparameter feststellen. Eine Blutdruckmessung schließt die allgemeine Untersuchung ab.

Zusätzlich können bildgebende Verfahren die Diagnose untermauern. Hierbei kommen folgende Untersuchungen infrage:

Verfahren mögliche Diagnosestellung
Röntgen der HWS Überprüfung des Zustandes der Halswirbelsäule
Röntgen der Nasennebenhöhlen Feststellen einer Nasennebenhöhlenvereiterung
Sonographie Feststellung von Dissektionen
Digitale Subtraktionsangiographie Nachweisen von kleinen Aneurysmen
CT Nachweis von Subarachnoidalblutungen
MRT Nachweis von anatomischen Störungen

Gibt es Begleiterscheinungen bei Kopfschmerzen?

Bei primären Kopfschmerzen liegt praktisch ein eigenständiges Krankheitsbild vor. Daher bleiben die Begleitsymptome bei Spannungskopfschmerzen meist aus.

Sekundäre Kopfschmerzen treten als Symptom einer ursächlichen Krankheit auf und sind meist von weiteren Begleiterscheinungen gekennzeichnet.

Migräne und Clusterkopfschmerz zeigen typische Begleitsymptome.

Migräne:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Schweißausbrüche
  • Lichtscheu

Cluster-Kopfschmerz:

  • Gesichtsrötung
  • tränende Augen
  • verstopfte Nase
  • Schwellungen des Augenlids

Wer leidet häufig unter Kopfschmerzen?

Es gibt einige Zielgruppen, welche vermehrt von Kopfschmerzen betroffen sind.

Dazu zählen:

  • Kinder und Jugendliche
  • Schwangere
  • Raucher
  • Alkoholiker
  • Frauen in den Wechseljahren
  • Büroangestellte
  • Wetterfühlige

Allgemein kann Kopfschmerz auftreten, wenn eine körperliche wie auch seelische Belastung vorliegt. Die Muskulatur verkrampft und Spannungskopfschmerz ist die Folge. Dies ist bei körperlicher Anstrengung wie auch bei einer Überforderung im seelischen Bereich angezeigt.

Eine vermehrte Häufigkeit von Kopfschmerz lässt sich im Kindesalter beobachten. Schulischer Leistungsdruck und eine auf Computer und Spielkonsole orientierte Freizeit führen bei Kindern und Jugendlichen häufig zu Spannungskopfschmerzen.

Auch Migräne tritt bereits im Kindesalter auf. Meist sind Kopfschmerzen bei Kindern harmlos. Eltern sollten jedoch auf Nummer sicher gehen und einen Arzt aufsuchen, wenn die Kinder regelmäßig über Kopfweh klagen.

Sollten Kinder regelmässig über Kopfschmerzen klagen, so sollte einen Arzt aufgesucht werden. (Bildquelle: 123rf.com / 77912995)

Hormonelle Veränderungen können in den Wechseljahren wie auch während der Schwangerschaft zu einem vermehrten Auftreten von Kopfschmerzen führen. Besonders im ersten Schwangerschaftsdrittel kommt es zu harmlosen Kopfschmerzattacken.

Migränepatienten können während der Schwangerschaft dagegen aufatmen, die chronischen Kopfschmerzattacken treten bei werdenden Müttern deutlich seltener auf.

Allgemein sind Frauen häufiger von Kopfschmerzen betroffen. Eine Ausnahme stellen Cluster-Kopfschmerzen dar, hier sind Männer deutlich in der Überzahl.

Kopfschmerzen: Praktische Anwendung und Vorteile

Kopfschmerzen scheinen unser Leben zu begleiten. Es beginnt bereits in der Kindheit. Die Veranlagung dafür liegt vermutlich in den Genen. Millionen Deutsche leiden in regelmäßigen Abständen unter einem Pochen, Ziehen, Dröhnen oder Stechen im Kopf.

Chronische Kopfschmerzen können den Alltag belasten und das Leben einschränken. Um die Beschwerden zu lindern, greifen viele Betroffene auf eigene Faust zu Medikamenten. Dies ist nicht ratsam.

Es sollte nach der Ursache für die Beschwerden gesucht werden. Entsprechend der Diagnose kann das weitere Vorgehen besprochen werden.

Wie lassen sich Kopfschmerzen behandeln?

Beinahe jeder von uns hat irgendwann einmal Kopfschmerzen. Für viele ist der Griff zur Schmerztablette beinahe eine Selbstverständlichkeit. Der Gang zum Arzt ist nicht notwendig, denn die meisten Präparate sind rezeptfrei in Apotheken erhältlich.

Um passende Medikamente zu finden, sollten die Ursachen der Kopfschmerzen bekannt sein. Neben bitteren Pillen sind auch bewährte Hausmittel und sanfte Methoden der Alternativmedizin bei leichteren Beschwerden eine Option.

Medikamente gegen Kopfschmerzen:

Das beliebteste Schmerzmittel der Deutschen ist Ibuprofen. Experten der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft bezeichnen den Wirkstoff als erste Wahl, um Spannungskopfschmerzen und Migräne zu behandeln. Ibuprofen ist allgemein gut verträglich und kann auch alternativ als Zäpfchen verabreicht werden.

Die gängigsten Wirkstoffe gegen Kopfschmerzen sind neben Ibuprofen, Paracetamol und Acetylsalicylsäure, kurz ASS. Die Wirkung kann von Patient zu Patient variieren.

Bei Spannungskopfschmerzen werden Kombinationspräparate aus Paracetamol, ASS und Koffein als am wirkungsvollsten eingestuft.

Sprechen Migränepatienten nicht auf die gängigen Präparate an, kann auf die Behandlung mit Triptanen ausgewichen werden. Diese Wirkstoffe können bei starken Migräneattacken gefäßverengend und entzündungshemmend wirken.

Die gängigen Medikamente bei Spannungskopfschmerz und Migräne in der Übersicht:

Medikamente gegen Spannungskopfschmerz Medikamente gegen Migräne
Ibuprofen, Paracetamol, ASS, Kombinationspräparate ASS+Paracetamol+Koffein Ibuprofen, Paracetamol, ASS, Diclofenac, Antiemetika gegen Übelkeit, Kombinationspräparate ASS+Paracetamol+Koffein

Nicht-medikamentöse Behandlung gegen Kopfschmerzen:

Auf Medikamente kann verzichtet werden, wenn es sich um primäre Kopfschmerzen ohne körperliche Ursache handelt. Stressbedingter Spannungskopfschmerz lässt sich meist durch Bewegung, ausreichend Schlaf und Entspannungsübungen behandeln.

Selbst Migräne wird heute vermehrt nicht-medikamentös behandelt. Während eines Migräneanfalls wird es Patienten geraten, sich in einen abgedunkelten und ruhigen Raum zu begeben und möglichst wenig zu bewegen.

Bewährte Entspannungstechniken sind die Progressive Muskelentspannung oder Autogenes Training.

Mit einfachen Gesichtsgymnastik-Übungen kann für eine Entspannung der Muskulatur gesorgt werden:

  1. Die Stirn wird gerunzelt und anschließend wieder gelockert. Dabei werden die Augenbrauen fest in Richtung des Nasenrückens geschoben.
  2. Der Mund steht leicht offen. Es werden leichte Kieferbewegungen durchgeführt, abwechselnd von rechts nach links.
  3. Die Augenbrauen werden schnell nach oben gezogen und anschließend langsam wieder abgesenkt.
  4. Die Augen werden geschlossen. Nun wird versucht zu schielen. Nachdem die Augen einige Sekunden gehalten wurden, folgt die Entspannung.

Hausmittel und weitere Alternativen gegen Kopfschmerzen:

Bewährte Hausmittel gegen plötzliche Kopfschmerzen sind:

  • kühle Umschläge auf Nacken und Stirn
  • eine starke Tasse Kaffee oder Schwarzer Tee
  • Betupfen der Schläfen mit Lavendelöl, Pfefferminzöl oder Teebaumöl
  • Stirnband tragen
  • Brille mit getönten Gläsern tragen

Alternativ können diese Behandlungsformen Linderung verschaffen:

  • Homöopathie
  • Akupunktur
  • Manuelle Therapie
  • Transkutane Elektrische Nervenstimulation (TENS)

Spannungskopfschmerzen haben nicht selten seelische Ursachen. Die beste Behandlung besteht darin, achtsamer mit sich selbst umzugehen und sich nicht permanent zu überfordern.

Leichte Spannungskopfschmerzen lassen sich durch regelmäßiges Sporttreiben lindern oder komplett loswerden. Bei Migräne ist Sport allerdings keine Option.

Ausreichender Schlaf kann Kopfschmerzen verhindern. Dabei ist auf eine ideale Schlafposition zu achten. Die Wirbelsäule sollte nicht gekrümmt werden. Bauchschläfer riskieren Verspannungen im Nackenbereich. Ausgestreckt auf dem Rücken zu schlafen ist die bessere Wahl.

Wann sollte ich mit Kopfschmerzen zum Arzt?

Wenn du über Wochen und Monate unter Kopfschmerzen leidest und die Ursache dir nicht erklären kannst, ist ein Arztbesuch anzuraten. Plötzliche Kopfschmerzen in Verbindung mit Sprachstörungen, Sehstörungen und Bewusstseinsstörungen sind ein Fall für den Notarzt.

Folgende Warnsignale sollten einen Arztbesuch nach sich ziehen:

  • Kopfschmerzen ohne erklärbare Ursache
  • Kopfschmerzen werden häufiger und heftiger
  • Kopfschmerzen treten an verschiedenen Stellen auf
  • Kopfschmerzen folgen auf Erbrechen
  • Kopfschmerzen treten beim Husten und Bewegen auf
  • Kopfschmerzen beeinträchtigen den Schlaf

Kann ich Kopfschmerzen vorbeugen?

Kopfschmerzen kann jeder aktiv vorbeugen, am beste damit, sein Leben zu ändern. Dies betrifft vorrangig die Schlaf- und Ernährungsgewohnheiten.

Der Schlaf sollte einem gleichmäßigen Rhythmus folgen. Versuche jeden Tag zur selben Zeit schlafen zu gehen und möglichst stressfrei in den Schlaf zu finden. Dabei helfen die genannten Entspannungstechniken.

Folgende Ernährungstipps können als Vorbeugung vor Kopfschmerzen angesehen werden:

Regelmäßige Essenszeiten

Regelmäßige Essenszeiten beugen Kopfschmerzen vor. Wer dagegen Mahlzeiten auslässt oder verschiebt riskiert, dass sich die Muskeln verspannen, der Blutzuckerspiegel absinkt und es zu einer Verengung der Blutgefäße im Gehirn kommt.

Knurrt der Magen und du isst etwas, weiten sich die Blutgefäße wieder und die Folge sind nicht selten Kopfschmerzen.

Bewusst essen

Folgende Lebensmittel stehen im Verdacht, Kopfschmerzen auszulösen und sollten daher eher gemieden werden:

Nahrungsmittel Enthält
Geräuchertes Fleisch Die enthaltenen Nitrate weiten die Blutgefäße
Chinesische Gerichte Enthalten häufig Mononatriumglutamat
Schokolade Enthält Tyramin
Nüsse Enthalten Tyramin
Hartkäse Enthalten Tyramin
Kaugummi Kaubewegungen können Spannungskopfschmerz auslösen

Weitere vorbeugende Maßnahme sind eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Besonders ältere Menschen trinken häufig zu wenig und leiden daher verstärkt unter Kopfschmerzen.

Auf Alkohol und Nikotin sollte weitgehend verzichtet werden. Wer im Büro arbeitet, sollte regelmäßige Pausen einplanen und sich möglichst an der frischen Luft entspannen.

Kopfschmerztagebuch führen – macht das Sinn?

Schmerztagebücher machen besonders dann Sinn, wenn die Ursache für den Kopfschmerz nicht gefunden werden konnte. In diesem Tagebuch werden regelmäßig alle Ereignisse und Handlungen notiert.

Diese sollten in einen zeitlichen Zusammenhang mit den Kopfschmerzen gebracht werden.

So können mögliche Auslöser enttarnt werden, zum Beispiel bestimmte Nahrungsmittel, Witterungseinflüsse oder Stressfaktoren.

Fazit

Kopfschmerzen sind in den letzten Jahren zu einer Volkskrankheit geworden. Jeder zweite Deutsche wird davon geplagt. In den meisten Fällen sind Kopfschmerzen harmlose Reaktionen auf eine Überreizung von Gehirn und Nerven.

Anhand der Symptome lassen sich verschiedene Typen von Kopfschmerzen definieren. Migräne, Spannungskopfschmerz oder Cluster-Kopfschmerz verlangen nach unterschiedlichen Behandlungsmethoden.

Anhaltende Kopfschmerzen bedürfen der ärztlichen Diagnose. Mit einer bewussten Lebensführung und verschiedenen Entspannungstechniken kann Kopfschmerzen vorgebeugt werden.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links:

[1] Debora Tkac: „Das große Buch der Hausmittel“

[2] Helmut Lingen: „Naturmedizin und alternative Heilmethoden“

[3] https://www.stern.de/gesundheit/kopfschmerz

[4] https://www.apotheken-umschau.de/Kopfschmerzen

[5] https://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/kopfschmerz