Wasser

In unserer modernen Gesellschaft lässt sich  jede Art von Lebensmittel und Fertigprodukten überall finden. Da wir jederzeit unseren Hunger stillen können, hat der Körper nicht die Möglichkeit sich zu reinigen, was zu vielen Zivilisationskrankheiten führt.




Um den Körper auf natürliche Weise zu reinigen, wenden immer mehr Menschen die Methode des Heilfastens an. Während des Heilfastens verzichtet man vorübergehend auf Nahrungsmittelaufnahme oder versucht diese einzuschränken. Die positiven Auswirkungen auf den Körper und Geist lassen nicht lange auf sich warten und viele fühlen sich danach wie Neugeboren.

Warum sollte man Heilfasten? Wann ist Heilfasten sinnvoll?

Die Gründe für Heilfasten sind vielfältig. Im Zentrum stehen meistens die Entgiftung des Körpers und Stärkung der Abwehrkräfte. In der Fastenzeit wird der Körper nicht durch den Verdauungsprozess beansprucht und konzentriert  sich vollkommen auf die Beseitigung von angesammelten Giften und Abfallstoffen. Zusätzlich dazu kannst du durch Verzicht auf Nahrung schnelle Gewichtsreduktion erzielen.

Was bringt Heilfasten?

Im Mittelpunkt des Heilfastens steht die Regeneration des Körpers. Zusätzlich kommt es zu Steigerung der körperlichen und geistigen Fähigkeit. Die ersten Auswirkungen lassen sich an einem verbesserten Hautbild feststellen. Die Haut wird glatter, straffer und strahlender. Auch Pickel und Mitesser verschwinden.

Neben äußerlichen Veränderungen berichten die Fastenden auch von seelischen Befreiungen, entdecken sich selbst neu und gewinnen neue Perspektiven auf das Essen und die Umwelt.

Welche Krankheiten werden beim Heilfasten vorgebeugt, welche Schmerzen gelindert?

Dem Heilfasten werden zusätzlich weitere therapeutische Auswirkungen zugeschrieben. Mit einer Fastenkur lassen sich sogar bestimmte Krankheiten heilen und zahlreiche Gesundheitsprobleme lindern. Dazu gehören:

  • Hauterkrankungen und Allergien
  • Bluthochdruck
  • Rheumatische Erkrankungen
  • Magen- und Darmprobleme
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Schlafstörungen
  • Diabetes
  • Übergewicht
  • Krebs

Beete

Quelle: Pixabay.com / pompi

Abnehmen durch Heilfasten

Der offensichtliche Vorteil des Heilfasten besteht im schnellen Gewichtsverlust. Da der Körper keine zusätzliche Nahrung bekommt, muss er auf seine Reserven zurückgreifen. Da Fettleibigkeit ist eine der größten Gesundheitsprobleme unserer Zeit  und gilt als Hauptursache für weitere Erkrankungen gilt. Deswegen ist es nicht verwunderlich, dass viele durch das Heilfasten versuchen die überschüssigen Pfunde loszuwerden und wieder eine gesunde Beziehung zum Essen aufzubauen.

Das Heilfasten eignet sich gut als Motivation zum Abnehmen, da am Anfang das Gewicht rasch nach unten geht. Allerdings sollte man, um dauerhafte Abnehmerfolge zu erzielen seine Essgewohnheiten von Grund auf überdenken.

Wer darf fasten, wer nicht?

Grundsätzlich kann jeder erwachsene Mensch mit einer gesunden körperlichen Verfassung ohne Bedenken fasten.

Allerdings, ist es empfohlen, vor dem Fasten mit einem Facharzt zu sprechen. Wenn du dich trotzdem entscheidest, ohne ärztliche Beratung zu fasten, solltest du dich vor dem ersten Fasten intensiv mit dem Thema beschäftigen. Es gibt beim Heilfasten eine Menge zu beachten! Ein einfaches Drauf-Los-Fasten kann deine Gesundheit gefährden.

Wer darf NICHT fasten?

  • Kinder, Jugendliche und alte Menschen
  • Schwangere, da sie während der Schwangerschaft einen erhöhten Nährstoff- und Vitaminbedarf haben
  • Stillende
  • Personen mit Vorerkrankungen wie
    • Diabetes
    • Herzprobleme
    • Essstörungen bzw. Untergewicht
    • Depressionen

Unter besonderen Umstände dürfen auch die Risikogruppen mit ärztlicher Begleitung fasten. Besonders dann, wenn der Arzt erwartet, dass sich das Heilfasten positiv auf bestehende Krankheiten auswirkt und die Gesundheit der Patienten nicht gefährdet wird.

Welche Arten von Heilfasten gibt es?

Die strengste Form des Fastens ist der gänzliche Verzicht auf Nahrung. Hier werden nur Wasser und verschiedene Teesortenzu sich genommen. Diese Methode ist bekannt als Null- bzw. Wasserfasten. Du musst aber beim Heilfasten nicht immer komplett auf Nahrung verzichten, da es verschiede Methoden von Fasten gibt.

Fasten nach Otto Buchinger

Beim Buchinger Heilfasten werden Vitamine und Minerale mit Gemüsebrühe sowie frisch gepressten Obst- und Gemüsesäftenzugeführt. Auf feste Nahrung wird total verzichtet. Es werden ungefähr 250 kcal pro Tag zu sich genommen.

Ganz wichtig ist auch körperliche Bewegung in Form von Spaziergängen oder Wandern, die einen übermäßigen Schwund von Muskelmasse vorbeugen soll. Hinzu kommen Entlastungstage mit leichter Kost und Darmreinigung.

Fasten nach Hildegard von Bingen

Diese Fastenart setzt auch eine Vorbereitung mit leichter Kost und Darmreinigung voraus. Zusätzlich kann man Gemüsebrühe mit Dinkelschrot und frischen Kräutern sowie gedünstete Äpfel und Tee zu sich nehmen. Im Rahmen der Hildegard-Fastenkur kann man bis zu 800 Kalorien am Tag verzehren.

Fasten nach Mayr

Im Vergleich mit Fasten nach Buchinger und nach Hildegard sind nach Mayr-Fastenkur auch Kohlenhydrate, in Form von altbackenen Brötchen mit Milch, erlaubt. Im Fokus stehen hier neben der Darmreinigung auch Bauchmassagen, die zur besseren Durchblutung der Organen beitragen soll.

Basenfasten

Beim Basenfasten geht es darum einen ausgeglichenen Säuren-Basen-Haushalt herzustellen. Während der Fastenkur wird komplett auf saure Lebensmittel verzichtet.

Was passiert im Körper beim Heilfasten?

Beim Heilfasten wird in der Regel auf feste Nahrung verzichtet und der Körper ist gezwungen auf die vorhandene Energiereserven zurückgreifen. Dabei stellt der Körper seinen Stoffwechsel um und verbrennt mehr Fettreserven. Außerdem sinken während des Fastens der Zucker- und Cholesterinwert und es kommt zur Gewichtsreduktion.

Nebenwirkungen des Heilfastens

Neben vielen positiven Wirkungen bringt das Heilfasten natürlich auch Risiken oder negative Nebenwirkungen mit sich. Besonders dann, wenn die Fastenkur falsch durchgeführt wird, kann das Heilfasten gefährlich werden. Es drohen:

  • Muskelabbau und Übersäuerung
  • Mundgeruch
  • Frieren
  • Mangelerscheinungen
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit

Häufig kommt es in den ersten Tagen des Heilfastens  zu Kopfschmerzen, Übelkeit und Mundgeruch. Diese verschwinden aber sobald sich der Körper an Fasten gewöhnt hat.

Um die Nebenwirkungen möglich klein zu halten, ist es wichtig sich gut im Vorfeld mit dem Thema auseinanderzusetzen. Bei Verstärkung der negativen Symptomen soll man das Fasten sofort abbrechen und einen Arzt aufzusuchen.

Wie lange sollte man Heilfasten?

Grundsätzlich ist empfohlen, mindesten 5-7 Tage zu fasten. Erst nach dieser Zeit wird der Körper richtig entgiftet und entschlackt. Nach etwa 10 Tagen zeigt sich die volle Wirkung des Fastens, indem der Darm leer ist und der Entgiftungsprozess auf Hochtouren läuft. Wer jedoch länger als 2 Wochen fasten will, sollte es unbedingt unter medizinischer Betreuung machen.

Antioxidant

Quelle: Pixabay.com / rawpixel

Der Ablauf beim Heilfasten

Je nach dem für welche Form des Heilfastens man sich entscheidet, sieht der Fastenplan dementsprechend aus. Trotzdem haben alle Methoden des Fasten drei gemeinsame Phasen. Diese beinhalten Entlastungstage, das tatsächliche Fasten und die Aufbautage nach dem Fastenbrechen.

Tag 1-2: Vorbereitung auf das Heilfasten

In den ersten zwei Tagen wird der Körper auf das eigentliche Fasten vorbereitet. In den Entlastungstagen ist es hilfreich viel Obst, Gemüse und Vollkornreis zu essen. Schon in den ersten Tagen sollte man auf Alkohol, Süßigkeiten und Zigaretten verzichten. Dazu ist es wichtig viel zu trinken.

Tag 3: Darmentleerung

Jetzt kann das eigentliche Fasten beginnen. An diesem Tag muss der Darm gereinigt werden. Das ist notwendig, da der Darm während des Fasten wenig zu tun hat und schnell träge wird. Dazu bieten sich verschiedene Abführmethoden an:

  • Trinken von Pflaumen- oder Sauerkrautsaft oder Apfelessig
  • Glaubersalz
  • Einlauf (besonders geeignet für Menschen mit empfindlichen Magen)

Je nach Art des Fastens wird ab diesem Tag wird nichts mehr oder wenig gegessen. In der Regel wird 5-7 Tage voll gefastet. Danach folgen die Aufbautage.

Fastenbrechen und Aufbautage

Jede Fastenkur endet mit einem Fastenbrechen. Das Fasten wird mit milden Lebensmittel beendet, wie z.B. ein Stück Apfel. In den Aufbautagen kannst du Schonkost aus gekochtem Gemüse  essen, da der  Magen langsam auf das Essen vorbereitet werden soll.  Je nachdem wie lange man gefastet hat, kann es 2-5 Aufbautage geben.

Die Zeit nach dem Heilfasten

Nach den Aufbautagen gibt es einige Punkte zu beachten. Viele Fastende fangen wieder schwer verdauliche Kost zu verzehren und durch Fressattacken alles in sich reinzustopfen. Das kann unangenehme gesundheitliche Folgen haben. Magenbeschwerden, Übelkeit und Kreislaufproblemen können daraus folgen.

Außerdem tritt dann der unerwünschte Jo-jo-Effekt ein und die mühsam verlorene Kilos kommen schneller zurück als man denkt. Nur durch bewusste und achtsame Ernährung können die Ergebnisse des Heilfastens auch dauerhaft erhalten bleiben.

Hilfe und Tipps für leichtes Fasten

Damit die Fastenzeit ohne große Schwierigkeiten überstanden wird, gibt es ein paar Tipps gegen Hungerattacken und für einen guten Erhalt der körperlichen Funktionen.

Viel Wasser trinken

Der Körper verliert viel Wasser während des Heilfasten. Deswegen ist es wichtig viel Wasser zu trinken, am besten 3 Liter täglich. Das treibt den Prozess der Entwicklung  schneller voran und beugt Kopfschmerzen vor. Wasser ist auch ein Hilfsmittel gegen die plötzlich auftretenden Hungerattacken.

Wasser

Quelle: Pixabay.com / congerdesign

Flohsamen

Flohsamen fördern die Funktionsfähigkeit des Darmes und helfen gegen Verstopfung während des Fastens.

Genussmittel sind tabu!

Genussmittel wie Kaffe, Zigaretten und Alkohol sind in der Fastenkur komplett untersagt, da sie den Organismus nur zusätzlich belasten würden.

Fasten und Sport

Körperliche Bewegung an der frischen Luft verursacht Glücksgefühle und verdrängt das Verlangen nach Süßem. Ideal sind Sportarten wie:

  • Laufen
  • Wandern
  • Radfahren
  • Schwimmen
  • Gymnastik
  • Yoga

Wichtig:Man darf sich körperlich nich zu sehr anstrengen, da es zu Kreislaufproblemen kommen kann.

Wo kann man fasten?

Heilfasten kann man eigentlich an jedem beliebigen Ort. Besonders bewährt hat sich das Heilfasten:

  • zu Hause
  • in spezialisierten Kliniken
  • in Kurorten mit darauf ausgerichteten Hotelangeboten

Fazit:  Lohnt sich Heilfasten?

Das richtig durchgeführte Heilfasten kann Gewinn für Körper und Seele sein. Man lernt mit Verzicht umzugehen, der Körper ist auf sich selbst allein gestellt und nutzt eigene Energie. Durch Verzicht auf Essen erleben viele Fastende auch eine seelische Befreiung und lernen sich selbst neu kennen.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/heilfasten-die-wichtigsten-fakten-ueber-den-effekt-von-fastenkuren-a-956624.html

[2] http://aerztegesellschaft-heilfasten.de/informationsdienst/fachbeitraege-fastentherapie/fasten-ist-mehr-als-nichts-essen/

[3] https://derstandard.at/2000011954908/Fasten-Wenn-Hungern-heilt

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