Im Rahmen einer Krebs-Diagnose kommt oft unweigerlich die Frage auf, welche Möglichkeiten es gibt, den Kampf gegen die Krankheit zu gewinnen. Neben den medizinischen Behandlungsmethoden werden immer wieder auch alternative Methoden empfohlen.

Eine dieser Empfehlungen weist darauf hin, dass Hanföl gegen Krebs helfen kann. Für dich ist wichtig zu wissen, woher diese Idee kommt, was dran ist und welche Optionen es hier gibt.

Wie sollte Hanföl gegen Krebs helfen können?

Hanföl oder auch CBD werden verschiedene Stärken in Bezug auf die Heilung des Körpers zugesprochen. Eine dieser Stärken soll darin liegen, gegen Krebs vorgehen zu können. Es gibt nur eine sehr geringe Anzahl an Studien, die sich mit dieser Frage wirklich beschäftigen.

Dabei ist wichtig zu erwähnen, dass in diesen Studien in erster Linie Tierversuche durchgeführt wurden. Teilweise haben die Mediziner auch auf den Einsatz von isolierten Tumorzellen zurückgegriffen. Interessant sind die Ergebnisse.

Erst nach den Tierversuchen wird mit den Versuchen an Menschen begonnen. Für die gibt es drei andere Stufen. (Bildquelle: Unsplash.com / Alessandro Zambon)

So haben die Studien gezeigt, dass die Möglichkeit besteht, mit Hanföl oder CBD zumindest Beschwerden zu lindern. Auch erste Hinweise dazu, dass möglicherweise eine Hemmung des Zellwachstums der Krebszellen eintreten kann, gab es.

Bevor du dich nun weiter informierst ist wichtig zu wissen, dass es Unterschiede zwischen CBD und Hanföl gibt, auch wenn beides gerne als das gleiche Produkt bezeichnet wird. Hier findest du eine Zusammenfassung der Unterschiede.

CBD Hanföl
Wirkstoff Cannabidiol im Einsatz Kaltpressung der Samen
keine psychoaktive Wirkung teilweise Verarbeitung von ungeschälten Samen
Extrahierung von Öl aus Blüten und Blättern sehr hoher Anteil an sogenannten essentiellen Fettsäuren
Kombination mit Hanfsamen- oder Olivenöl sehr hochwertiges Speiseöl
Geringer Cannabidiol-Gehalt von 0,2 % Trägersubstanz für CBD
Einsatz von Flavonoiden und Terpenen

Interessant bei diesem Vergleich ist, dass CBD in der Regel eingesetzt wird, wenn es um eine medizinische Wirkung geht. So kommt es beispielsweise bei entzündlichen Erkrankungen der Gelenke zum Einsatz, wird bei Angstzuständen und bei Belastungsstörungen verwendet.

Hanföl gilt dagegen eher als ein klassisches Speiseöl, das in der Küche eingesetzt wird.

Welche Ergebnisse hatten die Studien?

Ziel der Studien war es zu prüfen, ob Cannabis-Produkte dabei helfen können, das Wachstum von Krebszellen zu verringern oder sogar zu stoppen. Dabei wurde sich vor allem auf Brustkrebs, Gebärmutterhalskrebs, Leukämie und Prostatakrebs konzentriert.

Die Studien selbst wurden nur an Tieren, nicht an Menschen durchgeführt. Dies ist ein wichtiger Fakt, da die Aussagekraft der Ergebnisse so für den Menschen nicht gewertet werden kann.

Nach einer Studie, zeigten die Auswertungen bei einzelnen Patienten während der Therapie mit Cannabidiol beachtliche Ergebnisse. (Bildquelle: Unsplash.com / Riccardo Fissore)

In den Versuchen, die mit Zellen von einem Neuroblastom durchgeführt wurden, zeigten sich jedoch erste positive Ergebnisse. Dabei ist den Studien nicht zu entnehmen, ob Hanföl oder doch CBD für den Test verwendet wurde.

Erklärt wird die Wirkung auf die Zellen dadurch, dass die Cannabinoide für die Entwicklung von einem Protein auf den Krebszellen sorgen sollen. Es handelt sich dabei um das Protein ICAM-1. Diesem wird die Wirkung nachgesagt, die Killerzellen an sich binden zu können. Damit sollen die Tumorzellen zum Platzen gebracht werden.

Mit dem Protein ICAM-1 wird auch die Fähigkeit in Verbindung gebracht, tumor begünstigende Gefäße zu stoppen. Dadurch soll es sogar eine präventive Wirkung mit sich bringen, wenn du regelmäßig Hanföl zu dir nimmst.

Hanföl gegen die Nebenwirkungen eine Chemotherapie

Eine der besonders starken Nebenwirkungen bei einer Chemotherapie im Kampf gegen den Krebs ist die Übelkeit. Hier kann der Einsatz von Hanföl ebenfalls hilfreich sein. Es wird davon ausgegangen, dass das Öl bei einer Chemotherapie die Wirkung der Medikamente nicht beeinflusst.

Durch das enthaltene Tetrahydrocannabinol, das auch als THC bezeichnet wird, kann es jedoch gegen starke Übelkeit helfen und das Erbrechen deutlich verringern. Für Betroffene ist es eine Erleichterung, wenn sie nicht zusätzlich zu weiteren Nebenwirkungen mit dem Erbrechen kämpfen müssen.

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Zudem heißt es, dass Cannabinoide in der Lage sind, Schmerzen zu lindern und teilweise sogar sehr stark zu hemmen. Ihnen wird die Wirkung nachgesagt, anregend auf den Appetit zu wirken. Auch dies ist im Rahmen einer Chemotherapie ein wichtiger Punkt.

Wie viele abgeschlossene Studien zu Hanföl gegen Krebs gibt es?

Betroffene, die auf der Suche nach einer alternativen Heilmethode sind, möchten sich durch medizinische Studien gerne absichern, bevor sie zu einem möglichen Heilmittel greifen. Im Rahmen der Studien bei denen geprüft wird, ob Hanföl gegen Krebs hilft, gibt es bisher nur eine besonders bekannte und abgeschlossene Studie.

Diese abgeschlossene Studie wurde durch Manuel Gutman durchgeführt. Problematisch ist, dass die Anzahl der Teilnehmer an der Studie überschaubar ist. Die Teilnehmer haben unter einem Glioblastom gelitten. Der Versuch zeigte, dass sich mit den Einsatz von Hanföl das Wachstum verringert hat.

Dennoch sind die Teilnehmer der Studie schließlich alle an der Erkrankung verstorben. Allerdings sind nach wie vor weitere Studien aktiv und auch geplant, die sich mit der Wirkung von Hanföl auf verschiedene Krebsarten befassen.

Wie wird Hanföl ergänzend bei Krebserkrankungen eingesetzt?

Es soll noch einmal in einer Übersicht darauf eingegangen werden, wie Hanföl im Rahmen einer Krebserkrankung noch eingesetzt werden kann, um möglicherweise die Therapie zu unterstützen oder die Schmerzen zu lindern.

Einsatzgebiet Wirkung
Hanföl bei Schmerzen Die Wirkstoffe aus der Cannabispflanze werden schon sehr lange bei Schmerzen eingesetzt und sollen hier Linderung bringen. Gerade in Bezug auf Nervenschmerzen hat sich dies als sehr effektiv und hilfreich erwiesen. So treten Nervenschmerzen teilweise als Nebenwirkung der schulmedizinischen Krebsbehandlung auf.
Übelkeit und Erbrechen Als starke Nebenwirkung der Therapie zeigen sich Übelkeit und Erbrechen. Beides kann mit Hanföl behandelt werden. So soll es die Übelkeit lindern und dafür sorgen, dass das Erbrechen nachlässt.
Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit Im Kampf gegen den Krebs ist es wichtig, dass der Körper seine Kraft nutzen kann. Diese Kraft geht verloren, wenn sich als Nebenwirkung Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit zeigen. Cannabinoide sind in der Lage, durch THC den Appetit zu stimulieren.
Wichtig ist es dabei, dass Cannabis mit einem hohen THC-Anteil eingesetzt wird.
Angst und depressive Verstimmungen Zu den Beschwerden von Krebspatienten gehören starke Ängste sowie depressive Verstimmungen, die auftreten können. Auch in diesem Fall kann ein THC-reiches Öl dafür sorgen, dass sich die Stimmung aufhellen lässt.

Interessant ist, dass es einen durch die Techniker Krankenkasse herausgegebenen Cannabis-Report gibt, der sich mit der Thematik beschäftigt, inwieweit Cannabis medizinisch eingesetzt werden kann. Unter anderem werden hier Einsatzbereiche aufgegriffen, wie:

  • Einsatz bei Übelkeit
  • Einsatz bei Schmerzen
  • Einsatz bei Angst und Depressionen
  • Einsatz für die Appetitsteigerung bei Krebspatienten
  • Einsatz bei Glaukom

In diesem Report gibt es auch Hinweise zur aktuellen Studienlage, die sich mit der Frage beschäftigt, ob der Einsatz von Cannabis in der Medizin wirkungsvoll ist.

Inwieweit kommt Hanföl gegen Krebs zum Einsatz?

Auf einer medizinischen Basis wird heute durchaus auf Hanföl in verschiedenen Formen zurückgegriffen. Dabei erfolgt der Einsatz in erster Linie bei Krebspatienten als Ergänzung zu einer schulmedizinischen Therapie. Um Cannabis auf Rezept zu bekommen, muss dieses bewilligt werden.

Bei der medizinischen Anwendung von Cannabis wird nicht auf das Speiseöl zurückgegriffen. Hier gibt es Medikamente, die in Deutschland zugelassen sind und eingesetzt werden.

Interessant ist der Aspekt, dass etwa 75 % von den Anträgen, die bei den Krankenkassen gestellt werden, auch eine Bewilligung erhalten. Dies hängt damit zusammen, dass sich schon länger positive Aspekte in Bezug auf den Einsatz in der Schmerztherapie zeigen. Gerade in Bezug auf chronische und neuropathische Schmerzen ist dabei wichtig.

Wie wirkt Cannabis in Bezug auf die medizinischen Einsatzgebiete?

Damit die genannten Effekt in der Therapie eintreten können, ist es für dich interessant zu wissen, wie Cannabis überhaupt wirkt. Wichtig sind dabei vor allem die genannten Wirkstoffe CBD und THC. Sie wirken unter anderem neuroprotektiv und muskelrelaxierend. Zudem können sie appetitanregend wirken.

Die Stoffe werden unter anderem durch die Fertigung von Öl gewonnen. Die Cannabinoide binden sich an die Cannabinoidrezeptoren. Gerade in Bezug auf CBD ist das Wirkspektrum besonders breit ausgestellt.

THC hat ebenfalls ein sehr gutes Wirkungsspektrum, kann allerdings deutlich stärkere Nebenwirkungen aufweisen, die vor allem in Bezug auf die Psyche anfallen und daher möglichst vermieden werden sollen.

Ablehnungen von Anträgen auf den Einsatz von Cannabis erfolgten in erster Linie auf der Basis, dass es keine Belege in Bezug auf die Wirksamkeit gibt. In diesem Zusammenhang wurde die CaPRis-Studie durchgeführt. In dieser Studie wurde nachgewiesen, dass ein Nutzen in den genannten Bereichen besteht.

Cannabinoiden-Gehalt in Ölen oft zu gering

Die hier beschriebenen Medikamente enthalten einen gewissen Anteil an Cannabinoiden, damit sie die Wirkung auch entfalten können. Bei der Frage, ob Hanföl gegen Krebs oder Beschwerden im Rahmen der Erkrankung hilft, muss daher geschaut werden, wie die Konzentration ist.

Da Hanföl in Deutschland in erster Linie als Speiseöl angeboten wird, ist davon auszugehen, dass es eine sehr geringe Konzentration aufweist.

So gesehen musst du also davon ausgehen, dass die Einnahme von Hanföl erst einmal keine Auswirkung auf mögliche Krebserkrankungen hat.

Bist du durch die Erkrankung betroffen, solltest du dennoch Hanföl nicht einfach ohne Rücksprache mit deinem Arzt einnehmen. Dies ist vor allem in Bezug auf mögliche Wechselwirkungen ein wichtiges Thema.

Gibt es Einflussfaktoren auf die medikamentöse Therapie bei Krebs?

In Bezug auf die möglichen Wechselwirkungen mit der Therapie geht es vor allem um THC und CBD. Diese werden in den aktuell eingesetzten Medikamenten als Wirkstoff verarbeitet. In Frankreich wurde eine Evidenz zusammengestellt, die sich mit der Wirkung von Cannabis und Medikamenten zur Krebsbehandlung beschäftigt.

Die Hinweise dazu geben jedoch klar Einblick in den Fakt, dass die Datenlage noch nicht ausreichend ist, um abschließende Informationen zusammenstellen zu können. Im Rahmen dieser Evidenz haben sich jedoch mögliche Wechselwirkungen gezeigt.

So kann es passieren, dass CBD und auch THC sich hemmend auswirken auf einige Arzneimittel-Transportsysteme. Diese haben die Aufgabe, im Rahmen einer Tumortherapie fremde Stoffe aus den Zellen zu entfernen.

Wenn es zu einer Hemmung der Aktivität kommt, kann es sein, dass sich dies auf die Therapie auswirkt. Zwar bezieht sich diese Evidenz vor allem auf die Medikamente, die durch Ärzte verschrieben werden.

Dennoch ist es wichtig, dass du mit deinem Arzt sprichst, wenn du darüber nachdenkst, Hanföl gegen Krebs einzusetzen und bereits durch die Krankheit betroffen bist. Dies kann sich auf deine Therapie auswirken.

Gibt es Nebenwirkungen bei der Anwendung von Hanföl gegen Krebs?

Grundsätzlich wird Hanföl als Speiseöl für die Zubereitung von Speisen in der Küche eingenommen. Wenn du es natürlich im Rahmen einer Prävention oder auch Therapie einnimmst, kann es sein, dass du die Menge steigerst. In diesem Zusammenhang ist es möglich, dass sich Nebenwirkungen bilden.

Zu den Nebenwirkungen, die hier auftreten können, zählen eine Steigerung der Nervosität, eine erhöhte Müdigkeit und auch eine Steigerung oder sogar Minderung von deinem Appetit. Zudem gibt es bisher noch keine klaren Aussagen in Bezug auf mögliche Langzeitwirkungen, die sich auf dein Immunsystem auswirken können.

Kann Hanföl gegen Krebs präventiv eingesetzt werden?

Du kennst nun die aktuelle Lage in Bezug auf den Einsatz von Hanföl oder Produkten mit Cannabis bei einer bestehenden Krebserkrankung. Interessant ist jedoch auch die Frage, ob es möglich ist, das Öl präventiv gegen die Bildung von Tumoren einzusetzen.

Richtig ist, dass Hanföl über ein sehr hohes Potential an antioxidativen Stoffen verfügt. Besonders wichtig zu erwähnen ist der hohe Anteil an Vitamin E, den du mit dem Öl zu dir nimmst.

Durch die Antioxidantien hast du den Vorteil, dass Hanföl dein Herz und deinen Kreislauf stärken kann. Zudem schützt es die Zellen. Dies ist ein wichtiger Aspekt, um die Bildung von Tumoren vorbeugen zu können.

Hanf ist ein wertvollsten Naturprodukte und kann zu Recht als „Superfood“ bezeichnet werden. (Bildquelle: Unsplash.com / rawpixel)

Möchtest du das Öl vorbeugend einnehmen, kannst du täglich etwa 2 Teelöffel zu dir nehmen. Damit es wirklich optimal wirken kann, bietet es sich an, das Öl in Kombination mit Lebensmitteln einzunehmen, die einen hohen Anteil an Vitamin C aufweisen.

Fazit: Hanföl gegen Krebs ist kein Wundermittel

Wer davon ausgeht, dass sich die Einnahme von Hanföl gegen Krebs als alternative Therapie zur schulmedizinischen Behandlung eignet, der sollte wissen, dass dies nicht so ist. Zwar gibt es inzwischen einige Studien, die annehmen lassen, dass die Wirkstoffe durchaus einen Einfluss auf die Zellen haben können.

Dennoch wird Cannabis nur ergänzend und eher zur Behandlung von Nebenwirkungen in der schulmedizinischen Therapie eingesetzt. Du kannst mit der regelmäßigen Einnahme von Hanföl deinen Körper jedoch stärken und ihn mit Antioxidantien versorgen.

Dies hat eine präventive Wirkung und kann dafür sorgen, dass die Tumorbildung möglicherweise gehemmt wird. Klare Belege dafür, dass dies so ist, gibt es aktuell jedoch nicht.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] https://www.hanf-oel.org/krebs/

[2] https://www.naturheilkunde-krebs.de/cannabis-bei-krebs/

[3] https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/nebenwirkungen-der-therapie/cannabis-bei-krebs-ein-fester-platz-in-der-schmerzther.html

[4] https://www.biokrebs.de/therapien/weitere-therapieansaetze/cannabis

[5] https://www.krebsinformationsdienst.de/fachkreise/nachrichten/2018/fk12-wechselwirkungen-cannabis-krebsmedikamente.php

[6] https://www.leafly.de/krebs-studien-cannabis-therapie-symptome/

[7] https://alte-hausmittel.com/hilft-hanfol-gegen-krebs/#Praventive_Wirkung_als_Antioxidans

Bildquelle: Unsplash.com / Sharon McCutcheon

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