Du hast dich endlich dazu aufgerappelt, deine Ernährung umzustellen oder begonnen Sport zu treiben, erkennst jedoch trotzdem keinen Unterschied an deinem Körper?

Das kann natürlich sehr frustrierend sein und dazu verleiten, wieder in alte Essgewohnheiten zu verfallen. Dieser Artikel soll die verschiedenen Faktoren aufzeigen, die das Abnehmen erschweren, damit du den Überblick hast, um alle Hürden meistern zu können.

Heimliche Dickmacher

Man meint alles richtig zu machen, weil man weniger isst und trotzdem ändert sich nichts auf der Waage. An diesem Punkt, muss man sich die Frage stellen: Esse und trinke ich auch sicher das Richtige?

Es sind nicht immer nur Kalorien, die uns dick machen. (Foto: Jarmoluk / pixabay.com)

Softdrinks und Säfte

Jeder weiß, dass in Softdrinks, wie Fanta, Cola usw., viel zu viel Zucker drinnen ist und diese daher auf keinen Fall fürs Abnehmen geeignet sind. Worauf viele nicht achten, sind die Fruchtsäfte.

Natürlich, sind Fruchtsäfte gesünder, als die Cola, da ihnen weniger Zusatzstoffe beigesetzt werden und sie Vitamine bieten, aber Zucker enthalten sie trotzdem. Der Konsum muss also eingeschränkt werden.

Die gute Nachricht ist, man muss beim Abnehmen nicht vollkommen auf Säfte verzichten. Empfohlen wird – neben einer gesunden Ernährung – ein Glas Fruchtsaft am Tag, wobei es keinen Unterschied macht, ob es direkt gepresster oder Saft aus Konzentrat ist.

Zur Orientierung: Ein Glas Orangensaft (250 ml) hat 105 kcal und 22,5 g Zucker.

Künstliche Süßstoffe

Wenn man etwas Süßes isst, bereitet sich der Körper auf viele Kalorien vor. Bei dieser Vorbereitung steigt die Körperkerntemperatur, die Verdauungsorgane machen sich bereit und der Stoffwechsel wird aktiviert.

Künstlicher Süßstoff hat kaum oder gar keine Kalorien. Das heißt, wenn sich der Körper nach dem Verzehr vom künstlichen Süßstoff auf eine große Kalorienmenge vorbereitet, diese aber nie eintrifft, hört er auf sich darauf vorzubereiten.

Der Stoffwechsel und die Verdauung werden also gestört, was den Nachteil hat, dass der Körper Nährstoffen nun schlechter verwerten kann und deswegen nach immer mehr, eigentlich nicht gebrauchter, Nahrung verlangt. Man beginnt mehr zu essen und das Gewicht steigt.

Light-Produkte

Einerseits, kann einem zuckerarmen Light-Produkt Süßstoff beigesetzt sein, was zu dem, im oberen Punkt erwähnten, Effekt führen kann, andererseits wird, bei fettreduzierten Produkten, Fett einfach mit Zucker ausgetauscht.

Fett ist ein Geschmacksträger. Wird bei einem beispielsweise Joghurt das Fett reduziert, verliert dieser an Geschmack. Um für diesen Geschmacksverlust zu kompensieren, wird dem Joghurt einfach mehr Zucker beigemischt. Dadurch werden fettarme Light-Produkte zu Zucker- und Kalorienbomben.

Glutamat

Glutamat ist ein Geschmacksverstärker, der meist in Fertiggerichten anzutreffen ist. Das Würzmittel hat verschiedene Namen, wie E 620 bis E 625, Aroma, Nährhefe, Hefeextrakt und gekörnte Brühe.

Glutamat ist einer der meist verbreitetsten Gründe für Übergewicht, denn zu seinen Eigenschaften gehören, dass Unterdrücken vom Sättigungsgefühl und von Hormonen, die wichtig für die Fettverbrennung sind.

Das nächste Mal, wenn du dir ein Mikrowellengericht machen willst, halt dir vor Augen, dass Glutamat in Altersheimen hauptsächlich verwendet wird, um den Appetit der Bewohner anzuregen!

Wie andere Fertigprodukte, enthalten Kartoffelchips ihren vollen Geschmack durch Glutamat, weswegen man mit dem Knabbern nur sehr schwer aufhören kann. (Foto: Counselling / pixabay.com)

Hormonelle und gesundheitliche Gründe

Manchmal hält man sich wirklich an alle Regeln, jedoch klappt es mit dem Abnehmen immer noch nicht. Es kann sogar vorkommen, dass man trotz geringer Kalorienaufnahme, zunimmt.

Hormonstörungen

Die Hormone Leptin und Ghrelin steuern das Essverhalten, in dem sie das Hunger- und Sättigungsgefühl regulieren.

Wenn Körperfett durch Gewichtsverlust abgebaut wird, dann verringert sich die Leptin-Werte im Blut, weil Leptin in den Körperfettzellen produziert wird. Die Folge: man bekommt mehr Hunger und es fällt einem schwer, sich an die Ernährungsumstellung zu halten.

Ghrelin befindet sich im Magen und ist dafür verantwortlich, dass man alle drei bis vier Stunden ein Hungergefühl verspürt. Erhält der Magen aufgrund einer Diät weniger Nahrung, hat der Körper Angst zu verhungern und versucht ans Essen zu erinnern indem er mehr Ghrelin ausgeschüttet.

Daher wird empfohlen, keine radikalen Diäten nachzugehen und darauf zu achten einen regelmäßig, am besten mit viel Gemüse, gefüllten Magen zu haben.

Bei einem gesenkten Testosteronspiegel, wird der Fettabbau stark reduziert. Vor allem wird das an einem dicken Bauch sichtbar. Auf der anderen Seite, bringen höhere Östrogenwerte, den Körper zum vermehrten Aufbau von Fettzellen.

Auch bewirken sie eine erhöhte Wassereinlagerung. Sport steigert die Testosteronproduktion, während der Verzehr von viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukte dabei unterstützt, den Östrogenspiegel im Gleichgewicht zu halten.

Ob eine Hormonstörung vorliegt und wie man den Hormonspiegel gezielt wieder ins Gleichgewicht bringen kann, kann nur der Arzt bestimmen.

Schilddrüsenerkrankung

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion, ist eine Gewichtsabnahme, ohne Hilfe eines Arztes, nicht möglich. Der Mangel an Schilddrüsenhormonen macht den Stoffwechsel träge und kann sogar zu vermehrten Flüssigkeitseinlagerung führen, wodurch das Gewicht, trotz richtiger Ernährung und sogar ausreichender Bewegung, steigt.

Schlechte Darmflora

Normalgewichtige und übergewichtige Menschen haben unterschiedlich zusammengesetzte Darmfloren.

Im Darm von Übergewichtigen befinden sich sogenannte ballaststoffspaltende „Dickmacher-Bakterien“, welche durch gute probiotische Keime, die Teil der Normalgewichtigen-Darmflora sind, einfach reduziert werden können. In Kombination mit einer Diät, wird eine schnelle Abnahme erzielt.

Neben Präparaten, bietet rohes fermentiertes Gemüse, wie Sauerkraut, hochwertige probiotisch wirksame Mikroorganismen.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Allergien

Wenn man eine unbekannte Lebensmittelunverträglichkeit hat und das Nahrungsmittel, das einem nicht bekommt, immer weiter zu sich nimmt, dann befindet sich der Körper im dauernden Entzündungszustand.

Der Darm ist damit beschäftigt gegen diese Entzündungen zu kämpfen und wenn dann noch andere Stoffe, wie zum Beispiel Nährstoffe, dem Körper gegeben werden, werden diese einfach nur deponiert. Des Weiteren, wird der Stoffwechsel gedrosselt und die gereizte Darm- und Magenschleimhaut kann zu Heißhungerattacken führen.

Alter

Je älter man wird, desto weniger Kalorien und somit Essen benötigt der Körper. Nur essen die Meisten im Alter genauso weiter, wie sie es schon immer gemacht haben, was zu Übergewicht führen kann. Auch kommt hinzu, dass das Abnehmen im Alter immer schwieriger wird.

Medikamente können das Abnehmen verhindern

Ob rezeptpflichtig oder nicht – manche Medikamente können das Abnehmen erschweren und sogar eine Gewichtszunahme begünstigen.

Dafür gibt es verschiedene Gründe, wie die Störung des hormonellen Gleichgewichtes, die Drosselung des Stoffwechsels, Wassereinlagerungen oder die Anregung des Appetites durch die Medikamente.
Diese eventuellen Nebenwirkungen haben folgende Arzneimittel und Medikamente für:

  • Bluthochdruck (Betablocker)
  • Erhöhten Blutzuckerspiegel
  • Erhöhte Cholesterinwerte
  • Migräne
  • Depressionen
  • Schizophrenie (Neuroleptika)
  • Anti-Baby-Pille

Manche Medikamente erschweren das Abnehmen, während einige sogar eine Gewichtszunahme begünstigen.
(Foto: Pexels / pixabay.com)

Schlechter Schlaf und viel Stress

Es gibt einen – noch nicht eindeutig begründbaren – Zusammenhang zwischen Übergewicht und Schlafmangel. Studien zeigen, dass ausgeschlafene Menschen weniger zunehmen, als Menschen, die weniger schlafen, auch wenn sie genauso viele Kalorien zu sich nehmen.

Steht man unter Dauerstress, werden vermehrt die Stresshormone Cortisol und Noradrenalin ausgeschüttet, welche das Abnehmen erschweren.

Eigentlich sollen die Stresshormone dabei helfen, in kritischen Situationen, genug Energie für eine Flucht oder einen Kampf freizusetzen – da, wir heutzutage meist aufgrund unseres Jobs gestresst sind, wird uns das Weglaufen nicht viel bringen, weswegen wir es auch nicht machen.

Aber trotzdem sind Heißhungerattacken die Folge – ob wir die freigesetzte Energie nutzen oder nicht. Im Endeffekt werden mehr Kalorien aufgenommen als verbraucht, was zum Übergewicht führt.

Empfohlen werden acht Stunden Schlaf – dann steht der erfolgreichen Diät weniger im Weg.

Wieso kommt es zu einem Stillstand beim Abnehmen?

Was ist aber, wenn du bereits erfolgreich abgenommen hast, aber die letzten Pfunde zum Idealgewicht einfach nicht schmelzen wollen?

Zunächst muss gesagt werden, dass das vollkommen normal ist und jedem passiert, der seinem Idealgewicht immer näher kommt. Ist man an diesem Punkt angelangt, wird es Zeit einige Punkte genauer zu beachten:

Sport- und Nahrungsmenge sollten immer deiner momentanen Fitness und deinem aktuellen Gewicht angepasst sein. (Foto: Zuzyusa/pixabay.com)

Gesunkener Kalorienverbrauch beim Sport

Hat man seine Diät mit Sport begleitet, hat man nicht nur die Abnahme unterstützt, man ist auch fitter geworden. Und genau hier liegt das „Problem“.

Für den Körper sind die Sportübungen schon einfach geworden und er muss nicht mehr so viel Energie dafür auftreiben wie zu Anfang. Tipp: Steiger oder variiere das Sportpensum, sodass du so richtig aus der Puste kommst!

Gesunkener Kalorienbedarf nach Abnahme

Ein „leichterer“ Körper braucht weniger Kalorien. Hast du mit einem bestimmten Ernährungsplan abgenommen, muss dieser wieder an das neue Gewicht angepasst werden.

Zu lange gehungert

Isst man über einen längeren Zeitraum zu wenig, denkt der Körper er verhungert. Der Stoffwechsel wird auf Sparflamme gesetzt. Der Körper schützt nun die Fettpolster und gewinnt seine Energie aus dem Abbau von Muskeln.

Weniger Essen bringt dich nicht schneller an dein Ziel – ganz im Gegenteil – dein Stoffwechseln wird verlangsamt und du nimmst weniger bis gar nicht ab.

Abwechslungslose Ernährung

Zu Anfang einer Ernährungsumstellung wird der Stoffwechsel stark angeregt. Mit der Zeit passt er sich den neuen Umständen wieder an und wird somit langsamer, als zu Beginn. Um den entgegenzuwirken ist eine abwechslungsreiche Ernährung zu empfehlen.

Fazit – Warum geht mein Fettpolster nicht weg?

Übergewicht, oder das erschwerte Abnehmen, sind nicht immer durch übermäßige Nahrungsaufnahme zu begründen. Falls du merkst, dass, obwohl du alles richtig machst, das Gewicht stets dasselbe bleibt oder sogar steigt, solltest du am besten zu einem Arzt oder zu einem Ernährungsexperten.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links


[1] https://www.womenshealth.de/artikel/die-5-groessten-abnehm-fehler-144463.html


[2] https://derstandard.at/1334797230491/Kampf-gegen-Adipositas-Boeses-weisses-Fett-laesst-sich-in-gutes-braunes-Fett-umwandeln


[3] https://www.netdoktor.at/darmakademie/darmakademie_mediathek/mediathek-darm-abnehmen-6927927

Bildquelle: unsplash.com / Yoann Boyer

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