Bewusst auf Nahrung zu verzichten ist weit mehr als eine Methode, schnell an Gewicht zu verlieren. Eine selbstauferlegte Null-Diät hat mit Fasten im Sinne der Gesundheit wenig gemein.

Eine Krankenkasse hat kürzlich herausgefunden, dass in Deutschland jeder Zweite bereits einmal bewusst gefastet hat. Er hat dabei nicht streng auf feste Nahrung verzichtet, aber immerhin einige Wochen ohne Süßes, Alkohol, das Handy oder den Fernseher gelebt.

Dieser Artikel möchte für das Fasten im eigentlichen Sinne sensibilisieren, die verschiedenen Arten von Fastenkuren vorstellen und der Philosophie des bewussten Nahrungsverzichts auf den Grund gehen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Fasten ist kein Mittel der raschen Gewichtssenkung, sondern ein Beitrag zu innerer Einkehr und Selbsterfahrung. Heilfasten hat zusätzlich die Linderung von Beschwerden zum Ziel.
  • Wer fastet, verzichtet freiwillig darauf, feste Nahrung zu sich zu nehmen. Damit grenzt sich das Fasten deutlich vom Zustand des unfreiwilligen Hungerns ab.
  • Es existieren unterschiedliche Fastenmodelle. In der Regel wird zwischen fünf und 40 Tagen gefastet. Je nach Art der Fastenkur nimmt man Wasser, Tee, Säfte oder Suppen zu sich.

Definition: Was ist Fasten?

Der Begriff Fasten definiert die Enthaltung von allen oder ausgewählten Nahrungs- und Genussmitteln über eine bestimmte Zeitspanne. Die Bezeichnung stammt aus dem Althochdeutschen, wo “fasten” für “den Geboten der Enthaltsamkeit folgen” stand.

Beim Fasten wird der Körper entschlackt, also von Wasser, Säuren und Giften befreit.

Werden Fastenärzte nach der Wortbedeutung gefragt, steht die biologische Entgiftung des Körpers im Vordergrund. Der Körper wird entschlackt, also von Wasser, Säuren und Giften befreit. Die Schulmedizin setzt dieser These entgegen, dass sich Schlacken unter dem Mikroskop nicht nachweisen lassen.

Fasten besitzt eine lange Tradition und dient verschiedenen Zwecken:

  • Religion: christliche Fastenzeit, islamischer Fastenmonat Ramadan
  • Psyche: Willensstärkung, innere Kontrolle, Wahrnehmungsförderung, innere Einkehr
  • Gesundheit: Linderung von Beschwerden, Abnehmen, Anti Aging

Der Ablauf von in Deutschland üblichen Fastenkuren unterscheidet sich nicht wesentlich.

Das Fasten wird durch drei Übergangstage, an denen kalorienarme Kost verabreicht wird eingeleitet. Am ersten Tag der Fastenkur wird eine Darmreinigung durchgeführt. Während des Fastens sollten mindestens zwei Liter Flüssigkeit pro Tag getrunken werden.

Hintergründe: Was du übers Fasten wissen solltest

Fasten ist in den großen Religionen tief verwurzelt. Eigentlich handelt es sich jedoch um eine Mensch und Tier eigene körperliche Fähigkeit mit einer ganzen Bandbreite an therapeutischen Wirkungen.

Viele Tiere nehmen im Winter keine Nahrung zu sich, sondern zehren von den Reserven, welche ihr Körper angelegt hat. Fasten ist eine Erfahrung, welche den Horizont erweitern helfen kann. Als Vorbild können wir uns die Königspinguine hernehmen. Diese verbringen ein halbes Jahr ohne Nahrung.

Was ist der Unterschied zwischen Fasten und nichts essen?

Oft wird Fasten mit einer Diät gleichgesetzt. Eigentlich steckt jedoch viel mehr dahinter. In vielen Weltreligionen wird in bestimmten Zeitabständen gefastet, nicht um an Gewicht zu verlieren, sondern der inneren Einkehr und Selbstbesinnung zuliebe.

Der Verzicht auf feste Nahrung ist eine Prüfung und die tröstende Funktion des Essens wird deutlich. Fasten kann Selbsterfahrung bedeuten und den Blick schärfen für die eigenen Bedürfnisse und Ansprüche.

Wer fastet, hungert nicht, er verzichtet freiwillig und ganz bewusst auf feste Nahrung. Im Gegensatz zur Diät steht die Gewichtsabnahme beim Fasten nicht im Fokus. Die großen Themen des Fastens sind Verzicht, Besinnung, Einkehr, Ausleitung und Regeneration.

Ist Fasten gesund?

Wird es nach Anleitung durchgeführt, bzw. von erfahrenen Fastenärzten begleitet, besitzt Fasten einen hohen Gesundheitswert. Das Gewebe wird entwässert. Der Kreislauf kommt auf Touren. Der Blutdruck lässt sich senken und das Herz wird entlastet.

Viele ernährungsbedingte Erkrankungen bessern sich durch Heilfasten. Fasten besitzt Auswirkungen auf zahlreiche Körpersysteme:

Herz-Kreislaufsystem

Der Nahrungsverzicht führt zum Absinken des Blutdrucks und der Cholesterinwerte.

Muskeln

Beim Fasten geht kaum Muskelmasse verloren. Werden Fastenkuren mit leichtem Training kombiniert, lässt sich die Leistungskraft des Herzmuskels erhöhen.

Gehirn

Durch den Verzicht auf Nahrung wird im Gehirn vermehrt das Glückshormon Serotonin ausgeschüttet. Folglich bessert sich die Stimmung. Weiterhin kann Fasten vorbeugend gegen Demenz wirken und die Neubildung der Gehirnzellen anregen.

Verdauung

Der häufig überdehnte Magen verkleinert sich durch das fehlende Nahrungsangebot und die Schleimhaut im Magen-Darm-Trakt kann sich regenerieren. Ebenso wird das Mikrobiom im Darm positiv beeinflusst. Die gesundheitsfördernde Wirkung des Fastens kann durch Studienergebnisse untermauert werden:

Gelenkschmerzen

Fasten gilt als wirkungsvolle Ergänzung der Behandlung von rheumatoider Arthritis. Das sich eventuelle Rückfälle nach Beendigung der Fastenzeit reduzieren lassen, wenn sich anschließend eine Diät anschließt, wurde durch eine Blindstudie der Universität Oslo bestätigt.

Migräne

Der positive Einfluss von Fasten auf Migräneattacken wurde bereits 1990 in einer Studie nachgewiesen. Untersucht wurden 400 Patienten einer Fastenklinik. Die Mehrzahl unter ihnen litt ab dem dritten Tag der Fastenkur für einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten nicht mehr unter Migräne.

Einer Studie zufolge kann ein gesundes Fasten Migränen für bis zu einem halben Jahr vorbeugen. (Bildquelle. 123rf.com / gstockstudio)

Allerdings wurde eine kurzfristige Verschlimmerung der Beschwerden zu Beginn der Fastenkur deutlich.

Psyche

Andreas Michalsen, Wissenschaftler am Berliner Immanuel Krankenhaus befasste sich mit der Auswirkung des Fastens auf die Stimmungslage chronischer Schmerzpatienten. In Studien wurde bestätigt, dass medizinisch begleitete Fastenkuren über einen Zeitraum von ein bis drei Wochen chronische Schmerzsyndrome lindern können.

Michalsen wies nach, dass Fasten die Konzentration von Serotonin und anderer stimmungsaufhellender Stoffe im Gehirn erhöht. Eine gesteigerte Aufmerksamkeit und ein Stimmungshoch sind die Folge.

Welcher Effekt tritt beim Fasten auf?

Fasten ist ein Prozess, welcher zahlreiche biochemische Reaktionen im Körper auslöst. Folgende Übersicht zeigt, was in unserem Körper genau abläuft, wenn wir fasten und welche Effekte nach einer gewissen Zeit eintreten.

Zeit Effekt
Nach 24 Stunden Bereits nach einem Tag sind positive Effekte für den Stoffwechsel messbar., Zunächst werden die körpereigenen Reserven verbraucht., Zusätzlich wird ein Autophagie genanntes körpereigenes Recyclingsystem in Gang gesetzt, welches dem Zellschutz dient.
Nach zwei Wochen Die Zuckerspeicher sind mittlerweile aufgebraucht., Der Körper beginnt Zucker selbst zu produzieren., Um die Eiweißspeicher nicht ebenfalls aufzubrauchen, wird auf die Fettreserven zurückgegriffen., Werden Fettsäuren in Ketone aufgespalten, können diese im Gehirn den Energiestoffwechsel aufrechterhalten.
Nach 40 Tagen Der Mensch besitzt in der Regel Fettreserven, welche diese lange Fastenzeit überbrücken., Ein durchschnittlich großer und 90 Kilogramm schwerer Mann könnte theoretisch sogar 100 Tage lang fasten., Der Körper wird während dieser Zeit komplett gereinigt und entschlackt., Mit Nebenwirkungen ist kaum zu rechnen., Längere Fastenkuren sollten jedoch ärztlich überwacht werden.

Wie lange soll ich fasten?

Um richtig fasten zu können, solltest du zwischen fünf und maximal 40 Tagen keine feste Nahrung zu dir nehmen. Auf eigene Faust sollten Fastenkuren nicht länger als sieben Tage ausgedehnt werden. Wer auf Medikamente angewiesen ist oder an chronischen Krankheiten leidet, sollte während der Fastentage ärztliche Betreuung erhalten.

Um in das Fasten einzusteigen, bietet es sich an, einmal jährlich eine Woche lang zu fasten. Die Entlastungs- und Aufbautage sind hier nicht berücksichtigt. Es sollte entsprechend mehr Zeit eingeplant werden. Beim Fastenbrechen sollten sich die Aufbautage nach den Fastentagen richten. Ein Aufbautag pro drei Fastentagen ist hierbei eine empfohlene Einheit.

Auf eine einwöchige Fastenkur sollten drei bis fünf Aufbautage folgen. Für das Fasten brechen am besten geeignet sind Äpfel. Diese sollten besonders langsam gekaut werden, was die Verdauung erleichtert. An den Folgetagen sind frische und biologische Nahrungsmittel ratsam. Karotten, Salat, Müsli, Suppe oder Knäckebrot kommen an den Aufbautagen auf den Tisch.

Was sind die Regeln für das Heilfasten?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Heilfasten zu betreiben. Während eines Aufenthalts in einer Fastenklinik wird der Betreffende fortlaufend überwacht und betreut. Auch eine ambulante Begleitung durch einen Fachkundigen ist möglich.

Wer Heilfasten ohne Begleitung absolvieren möchte, sollte bereits einiges an Erfahrung mitbringen und sich entsprechende Lektüre beschaffen.

Die Regeln des Heilfastens lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Entlastungstage
  • Entschlackung/Darmreinigung
  • täglich mindestens 2,5 Liter Flüssigkeit aufnehmen
  • Kalorienaufnahme sollte 300 kcal pro Tag nicht überschreiten
  • Spaziergänge an frischer Luft
  • Entspannungsübungen
  • Aufbautage

Heilfasten beginnt mit einigen Entlastungstagen, an denen lediglich leicht verdauliche Kost konsumiert wird. Der erste Fastentag startet mit einer Darmsanierung, um die Peristaltik herunterzufahren. Beim eigentlichen Fasten hält man sich an die Vorgaben der jeweiligen Methode.

Das Fastenbrechen ist wichtig, um den Stoffwechsel wieder auf Touren zu bringen und den Körper langsam an die normale Nahrungsaufnahme zu gewöhnen.

Kann ich mit dem Fasten abnehmen?

Beim Fasten mobilisiert der Körper sein Notprogramm und stellt auf innere Verdauungsarbeit um. Leber und Nieren leisten dabei die hauptsächliche Arbeit.

Eine Fastenkur ist keine Diät, kann aber den Einstieg zu einer gesundheits-bewussten Ernährung liefern.

Sind keine Kohlenhydrate mehr verfügbar, wird auf das Körperfett zurückgegriffen. Eine Gewichtsabnahme von 350 bis 450 Gramm pro Tag erscheint realistisch.

Mollige werden durch Fastenkuren jedoch kaum eine Traumfigur erlangen. Nichts zu essen heißt nicht gleichzeitig zu lernen, wie man sich ausgewogen ernährt. Viele fallen nach den Fastentagen in alte Ernährungsmuster zurück. Statt eines Langzeiterfolges stellt sich der gefürchtete Jojo-Effekt ein.

Ist fasten gut oder schlecht für die Psyche?

Fasten ist eine Umstellung für den Körper. Unsere Psyche profitiert davon besonders. Sie erhält sozusagen einen heilenden Impuls. Der Nahrungsverzicht löst eine ganze Kettenreaktion an biochemischen Prozessen im Organismus aus. Dazu zählt auch die vermehrte Produktion des Glückshormons Serotonin im Gehirn.

In Folge dessen finden wir besser in den Schlaf, fühlen uns ausgeglichener und einfach glücklicher. Es wird nicht nur mehr Serotonin ausgeschüttet, das Glückshormon bleibt auch länger im Gehirn. Damit hält das “Fasten-High” entsprechend an.

Soll ich beim Fasten Vitamine einnehmen?

Dies kann nicht pauschal beantwortet werden. Bei den meisten Konzepten werden ausreichend Vitalstoffe aufgenommen. Dies geschieht durch Suppen oder Säfte. Es kommt darauf an, welche Fastenmethode ausgewählt wurde, wie lange auf feste Nahrung verzichtet werden soll und wie der persönliche Bedarf aussieht.

Wer auf die Aufnahme von bestimmten Vitaminen oder Mineralstoffen angewiesen ist, sollte die Einnahme während des Fastens nicht unterbrechen.

Allgemein ist es möglich, die entgiftende Wirkung der Fastenkur durch diverse Nahrungsergänzungsmittel zu unterstützen.

Dazu zählen:

  • Ingwer
  • Kurkuma
  • Moringa
  • Algenpulver
  • Löwenzahnpulver
  • Gerstengraspulver
  • Acerola

Fasten ohne Hungern – wie geht das?

Wer auf Nahrung verzichtet, bekommt Hunger. Dies ist vollkommen natürlich, schließlich sind wir regelmäßige Mahlzeiten gewohnt. In den ersten Tagen des Fastens setzen folglich Hungergefühle ein.

Hat sich der Körper an die neue Situation gewöhnt und seinen Stoffwechsel entsprechend umgebaut, werden die Hungergefühle in der Regel verschwinden. Daher solltest du nicht vorzeitig abbrechen. Für Fasten-Neulinge ist eine ärztliche Begleitung von Vorteil.

Auch wenn die ersten Tage schwer fallen – nach einiger Zeit gewöhnt sich der Körper an die geänderte Nahrungszufuhr und das Hungergefühl lässt nach. (Bildquelle: 123rf.com / vadymvdrobot)

Wer darf nicht fasten?

Die Heilwirkung des Fastens haben wir bereits beschrieben. Dennoch gibt es einige Einschränkungen. Für Kinder und Jugendliche oder Schwangere und Mütter während der Stillzeit sind Fastenkuren ungeeignet.

Bei folgenden Risikogruppen sollte vom Fasten ebenfalls abgesehen werden:

  • Magersüchtige
  • Menschen mit Essstörungen
  • bettlägerische Personen
  • Diabetiker
  • Krebskranke
  • Personen mit Schilddrüsenproblemen
  • Depressive
  • Herzkranke

Fasten: Praktische Anwendung und Vorteile

Wer heutzutage fasten möchte, stellt nicht primär den religiösen Aspekt in den Vordergrund, sondern handelt aus gesundheitlichen Motiven heraus. Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass der Nahrungsverzicht mit zahlreichen positiven Aspekten für Körper und Seele verbunden ist.

Welche Arten zu Fasten gibt es?

Es haben sich eine ganze Reihe von Fastenmethoden durchgesetzt, diese sollen nun im Einzelnen vorgestellt werden. Dabei handelt es sich um:

  • Fasten nach Buchinger
  • Modifiziertes Fasten
  • Intermittierendes Fasten
  • Ayurvedisches Fasten
  • Schroth Kur
  • Mayr Kur
  • Basenfasten

Fasten nach Buchinger

Otto Buchinger wird auch als Pionier des Heilfastens bezeichnet. Der deutsche Arzt lebte von 1882 bis 1970 und eröffnete im Jahre 1920 die erste deutsche Heilfastenklinik. Buchinger litt selbst unter Gelenkrheuma, welches durch Heilfasten gelindert werden konnte.

Das Fasten nach Buchinger schreibt morgens und am Nachmittag ein bis zwei Tassen Kräutertee mit Honig oder schwarzen Tee mit Zitrone vor. Mittags und abends stehen Gemüsebrühe oder Gemüsesaft auf dem Plan.

Diese Fastenmethode verzichtet nicht komplett auf Kalorien. Vitamine und Mineralstoffe werden weiterhin aufgenommen.

Modifiziertes Fasten

Während des Fastens geht dem Körper viel Eiweiß verloren. Dies wird bei dieser Art des Fastens durch die Verabreichung von Proteinen und Vitalstoffen ausgeglichen. Da der Körper weiterhin mit einem Mindestmaß an Nährstoffen versorgt wird, bleiben Beschwerden wie Müdigkeit und Kopfschmerzen, welche sich bei einem totalen Nahrungsentzug einstellen, in der Regel aus.

Feste Nahrung ist beim modifizierten Fasten tabu. Getrunken werden Wasser, Tee und Frucht- oder Gemüsesaft. Angestrebt wird eine tägliche Energiemenge von maximal 300 Kilokalorien.

Intermittierendes Fasten

Diese Art des Fastens schreibt keine bestimmten Lebensmittel vor oder ordnet deren Entzug an. Der Rhythmus der Mahlzeiten ist beim Intervallfasten entscheidend.

Dabei sind einige Methoden geläufig:

  • 16/8 Intervallfasten: Frühstück oder Abendessen wird ausgelassen. Es ist wichtig, 16 Stunden in Folge auf Nahrung zu verzichten. Innerhalb von acht Stunden kann normal gegessen werden.
  • 18/6 Intervallfasten: Die Fastenpause wird auf 18 Stunden ausgedehnt. Die Zeiten der Nahrungsaufnahme reduzieren sich auf sechs Stunden.
  • 20/4 Intervallfasten: Gefastet wird hier in einem Zeitfenster von 20 Stunden. Die vier Stunden der Nahrungszufuhr sollten auf die Abendstunden gelegt werden. Während der Fastenzeit sind Nüsse oder etwas Gemüse gestattet.
  • 5/2 Intervallfasten: Die Fastenzeit beschränkt sich auf zwei Tage pro Woche. An den übrigen Tagen darf normal gegessen werden.

Längere Esspausen mobilisieren den Körper, seine Reserven anzugreifen. Wenn das in den Muskeln und der Leber eingelagerte Glykogen verbraucht ist, werden die Fettreserven angezapft.

Beim Intervallfasten wird genau geregelt, wann du essen darfst und wann nicht. (Bildquelle: 123rf.com / Oleksandra Naumenko)

Ayurvedisches Fasten

Die indische Heillehre Ayurveda folgt eigenen Vorgaben. Daran orientiert sich auch das Fasten, welches auf die verschiedenen Konstitutionstypen abgestimmt wird. Die Fastenkur wird durch sanfte Körperübungen, Meditation und Massagen unterstrichen.

Schroth-Kur

Diese Kur geht auf Johann Schroth zurück. Der Fuhrmann aus Schlesien erkannte bereits Anfang des 19. Jahrhunderts Fettleibigkeit als Ursache zahlreicher Befindlichkeitsstörungen.

Die Schroth-Kur umfasst sieben Tage und gliedert sich in drei Trockentage und zwei kleine bzw. zwei große Trinktage. An Trockentagen darf nur ein Glas Obstsaft getrunken werden. Kleine Trinktage erlauben einen Liter Flüssigkeit, große Trinktage einen Liter mehr. Gegessen werden dürfen Knäckebrot, Haferschleim, getrocknete Brötchen oder Backpflaumen.

Mayr Kur

Der österreichische Mediziner Franz Xaver Mayr hat diese Fastenform entwickelt. Das Ziel ist auf die grundlegende Sanierung des Darms ausgelegt. Diese Fastenart baut auf Milch und altbackene Brötchen auf. Eine reine Heilfastenmethode wurde abgewandelt und konzentriert sich auf die Verabreichung von Tee und Karlsbader Salz.

Basenfasten

Durch Ernährungsdefizite und äußere Faktoren kann es zu einer Übersäuerung des Körpers kommen. Um dieses Defizit auszugleichen, wurde Basenfasten entwickelt. Gegessen werden dürfen Obst und Gemüse, Müsli oder Dörrobst.

Da ausreichend Nährstoffe zugeführt werden, lässt diese Fastenform keine Mangelzustände erkennen und kann auch ohne ärztliche Begleitung durchgeführt werden.

Folgende Übersicht stellt die Vor- und Nachteile der genannten Fastenarten gegenüber.

Fasten Art Vorteile Nachteile
Fasten nach Buchinger Vermehrte Serotoninproduktion im Gehirn, Stimmung verbessert sich, Schneller Gewichtsverlust Greift das Muskeleiweiß an, Sollte nicht über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden
Modifiziertes Fasten Geringe Energieaufnahme, Schneller Gewichtsverlust, Einfach durchführbar Nebenwirkungen möglich, Keine ausreichende Versorgung mit essentiellen Nährstoffen, Muskelmasse geht verloren
Intermittierendes Fasten Verbesserung der Blutwerte, Regenerierung der Zellen, Verbessertes Hautbild Müdigkeit tritt auf, Keinen Einfluss auf eine gesunde Ernährung
Ayurvedisches Fasten Kein Hungergefühl, Schonende Entgiftung, Erhöhte Leistungsfähigkeit Kann nicht einfach umgesetzt werden, Kenntnisse des Ayurveda notwendig
Schroth Kur Hoher Gewichtsverlust, Stimmung verbessert sich Einseitige Ernährung, Flüssigkeitsmangel, Kostenintensiv
Mayr Kur Professionelle Durchführung, Reinigung des Verdauungstraktes Teuer, Zeitaufwendig, Muss professionell beaufsichtigt werden, Hungergefühle vorhanden
Basenfasten Gewichtsverlust, Bewusste Ernährung, Festigt die Knochen Nicht wissenschaftlich bewiesen

Ressourcen: Die besten Einstiegsmöglichkeiten für das Fasten

Fasten auf eigene Faust ist für Neulinge nicht ratsam und auch nicht immer ungefährlich. Jeder Körper reagiert anders auf Veränderungen. Es ist also zunächst hilfreich, sind näher mit dem Thema vertraut zu machen. Dies lässt sich durch den Besuch von Seminaren oder Workshops erreichen. Einen ersten Überblick über die Thematik kann die entsprechende Lektüre geben.

Welche bekannten Bücher gibt es über das Fasten?

Es sind Bücher über die verschiedensten Fastenmethoden auf dem Markt. Das Angebot ist umfangreich und für den Laien nur schwer zu überblicken. Im Folgenden nennen wir einige Bücher, welche das Thema eher allgemein behandeln und Grundlagenwissen vermitteln.

Wie neugeboren durch Fasten

Dieses Standardwerk beschreibt seit mehr als 30 Jahren die positive Wirkung von Fastenkuren. Es werden Anleitungen für das selbstständige Fasten gegeben und Rezepte vorgestellt.

Heilfasten: Wie Sie Ihren Körper natürlich entgiften und erfolgreich entschlacken mit der 7 Tage Fasten-Kur

Dieses Buch richtet sich an Laien, die sich mit dem Thema Heilfasten vertraut machen möchten. Enthalten ist ein anschaulicher und einfach umzusetzender Wochenplan für das Fasten nach Buchinger.

Bewusst fasten: Ein achtsamer Wegweiser zu neuen Erfahrungen

Der Autor erklärt die Bedeutung des bewussten fastens. Das Buch enthält praktische Übungen und Rezepte für die Fastenkur daheim.

Fazit

Fasten ist weit mehr als einfach auf Nahrung zu verzichten. Eine Fastenkur ist ein bewusster Schritt, seinen Körper zu sensibilisieren und neue Erfahrungen zu machen. Die unterschiedlichen Fastenmethoden unterscheiden sich in Dauer und Durchführung.

Meist ist kein totaler Nahrungsverzicht angezeigt und die Aufnahme von Vitalstoffen ist auch weiterhin sichergestellt. Da es sich um ein sehr komplexes Thema handelt, bietet es sich an, eine Fastenkur unter Anleitung in einer entsprechenden Klinik oder ambulant durchzuführen.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Gesund-abnehmen-mit-Intervallfasten,fasten224.html

[2] https://utopia.de/ratgeber/fasten-heilfasten-fastenkur-so-gehts/

[3] http://www.heilfasten-ratgeber.de/

[4] https://www.fastenzeit.com/

[5] https://www.sat1.de/ratgeber/abnehmen/heilfasten-zu-hause-anleitung-erfahrungen-und-rezepte-clip

Bildquelle: 123rf.com / Monika Mlynek

Warum kannst du mir vertrauen?

Anna hat sich auf medizinischen Journalismus spezialisiert und schreibt nicht nur über den menschlichen Körper, sondern kennt sich auch im Bereich Nahrungsergänzungsmittel sehr gut aus. Durch ihr Studium in Sportwissenschaften besitzt sie ein fundiertes theoretisches Hintergrundwissen über die Materie.