Auch wenn Cannabis eine sehr lange Tradition als Nutz- und Heilpflanze hat, ist und bleibt es dennoch auch ein Rauschmittel. Dabei ist der Konsum von Cannabis längst nicht so ungefährlich, wie es oftmals dargestellt wird.

Denn schnell führt der regelmäßige Cannabis-Konsum in die Abhängigkeit. Zudem verdichten sich die Hinweise, dass die dauerhafte Konsumierung dieses Rauschmittel zu einem gesteigerten Risiko führt, psychisch und physisch zu erkranken oder zumindest gesundheitliche Störungen hervorzurufen.

Übermäßiger Cannabis-Konsum führt zur Abhängigkeit

Im Zusammenhang mit Cannabis wird die mögliche Abhängigkeit oft unterschätzt. Denn so wie bei jedem anderen Rauschmittel auch, kannst du natürlich auch von Cannabis abhängig werden.

Hierbei handelt es sich aber meist um eine psychische Abhängigkeit. Wenn also dein Denken davon bestimmt wird, wann du das nächste Mal Zeit und Gelegenheit hast, in Ruhe zu kiffen, sollten bei dir alle Alarmglocken anspringen.

Experten haben aber auch festgestellt, dass Marihuana und Haschisch keinesfalls eine Einstiegsdroge für härtere Drogen ist. Nichtsdestotrotz besteht aber eben eine Suchtgefahr, die du nicht unterschätzen solltest. (Bildquelle: unsplash.com / Esteban Lopez)

Welche Anzeichen dir verraten, dass du bereits abhängig bist

Es ist häufig zu beobachten, dass Kiffer sich nicht als abhängig bezeichnen würden. Selbst dann nicht, wenn sie regelmäßig Haschisch oder Marihuana rauchen. Denn die Anzeichen sind nicht immer so offensichtlich, wie bei anderen Drogen oder Rauschmitteln.

Das liegt oftmals daran, dass Stimmungstiefs oder auch Verhaltensweisen wie Schüchternheit oder Unsicherheiten vielleicht schon vor dem regelmäßigen Cannabis-Konsum da waren.

Doch wenn du wissen willst, ob du bereits abhängig bist, kann ein kleiner Selbsttest helfen. Zum Beispiel solltest du dich selbst überprüfen.

Greifst du zum Beispiel bei schwierigen Situationen oder Alltagsproblemen schnell zum Joint? Oder verlangt es dich nach einem besonders stressigen Tag besonders nach einer Tüte, um wieder runter zu kommen und ruhiger zu werden?

Darüber hinaus solltest du dir die folgenden Fragen wahrheitsgemäß beantworten, um herauszufinden, ob du abhängig bist oder nicht:

  • Rauchst du seit mehreren Jahren jeden Tag einen Joint oder mehr?
  • Gibt es bestimmte Situationen in deinem Alltag, die du dir ohne einen Joint gar nicht mehr vorstellen kannst?
  • Hast du schon mehr als einmal ernsthaft versucht, den Cannabis-Konsum einzuschränken?
  • Hast du immer einen kleinen Cannabis-Vorrat zu Hause oder weißt, wie du schnell etwas versorgen kannst, wenn dir danach ist?

Kannst du diese Fragen mit einem Ja beantworten, kannst du bereits von einer psychischen Abhängigkeit ausgehen.

Kommen dann jedoch noch körperliche Beschwerden dazu, wenn du einmal weniger oder gar nicht kiffst, bist du leider schon eine Stufe weiter und auch körperlich abhängig.

Solltest du die vorgenannten Anzeichen bei dir registrieren, solltest du über einen Cannabis Entzug nachdenken und dir gegebenenfalls Hilfe und Unterstützung holen.

So funktioniert der Cannabis Entzug

Der Cannabis Entzug funktioniert natürlich nur dann erfolgreich, wenn du dir bewusst darüber bist, abhängig zu sein. Wenn du dir das erst einmal eingestanden hast, bist du schon einen ersten großen Schritt weiter. Prinzipiell gibt es für den Cannabis Entzug ambulante oder auch stationäre Therapiemöglichkeiten.

An erster Stelle steht dann die sogenannte Entgiftung. Das bedeutet, dass du nicht nur auf das Nachlassen der Wirkung von Cannabis warten musst, sondern auch tatsächlich alle Rückstände aus deinem Körper ausschleusen musst.

Das gelingt besonders gut, wenn du dich ganz bewusst und sehr gesund ernährst und zudem viel Wasser trinkst. Zusätzlich solltest du diese Phase dazu nutzen, um dich möglichst viel an der frischen Luft zu bewegen.

Wenn du zu Beginn deines Cannabis-Entzuges alle Rauchutensilien wegwirfst, kannst du dir schon ein erstes Erfolgserlebnis verschaffen. Außerdem hilft dir das ein wenig, der Versuchung einfacher widerstehen zu können.

Erst nach der Entgiftung können die einzelnen psychischen Abhängigkeiten in Angriff genommen werden. Hierbei ist dir aber in jedem Fall zu empfehlen, dass du dir dafür fachliche Hilfe suchst.

Denn diesen Teil des Cannabis Entzuges schafft man nicht allein. Du kannst den Entzug wie gesagt stationär oder auch ambulant machen. Das kommt zum einen ein wenig auf deine persönlichen Lebensumstände an. Zum zweiten hängt es aber vom Grad deiner Abhängigkeit ab.

So kannst du in den entsprechenden Therapiezentren unter anderem auch Kurse belegen, die dir vielleicht ganz neue Hobbys aufzeigen, mit denen du dich beschäftigen kannst.

In aller Regel wird der Entzug in Einzelsitzungen oder auch in der Gruppe therapiert. Dazu gehören unter anderem auch Gesprächsrunden, die unter anderem auch dazu dienen, dein Freizeitverhalten zu ändern. (Bildquelle: unsplash.com / Louis Hansel)

Nach Abschluss der Therapie solltest du die ambulante Nachsorge niemals leichtfertig abtun oder gar weglassen. Denn erst nach dem Cannabis Entzug wird es unter Umständen richtig schwer für dich.

Denn dann bist du weitestgehend wieder auf dich allein gestellt und muss selbst mit den Herausforderungen des Alltags zurechtkommen. Hier können aber auch entsprechende Selbsthilfegruppen ein guter Weg für dich sein, um nicht wieder in ein altes Verhaltensmuster abzurutschen.

Welche Entzugserscheinungen können bei dir auftreten?

Da Cannabis verstärkt zu einer psychischen Abhängigkeit führt, sind in diesem Bereich auch die Entzugserscheinungen viel deutlicher spürbar, als die körperlichen Beschwerden.

In der Regel werden daher auch die körperlichen Entzugserscheinungen häufig besser verkraftet, als die psychischen. Denn während körperlich schnell wieder ein gesünderer Zustand erreicht werden kann, ist es oftmals sehr langwierig, bis die psychischen Beschwerden wieder überwunden sind.

Zu den rein physischen, also körperlichen Entzugserscheinungen gehören:

  • unkontrollierbares Zucken der Muskeln
  • starkes Frieren und Schüttelfrost
  • starke Schweißausbrüche beim Schlafen
  • häufig leicht erhöhte Körpertemperatur
  • Magenverstimmungen
  • Durchfall
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Herzrasen

Auf psychischer Ebene musst du mit folgenden Entzugserscheinungen rechnen:

  • innere Unruhe und Hyperaktivität
  • gesteigertes Aggressionspotenzial
  • starke Stimmungsschwankungen und Depressionen
  • Ein- und Durchschlafprobleme
  • Angstzustände und Panikattacken
  • häufige Alpträume
  • ständige Tagesmüdigkeit und Abgespanntheit

Im Übrigen bringt ein Cannabis Entzug recht gute Chancen mit sich, dass sich dein Körper wieder gut regeneriert und erholt.

Ähnlich wie bei der Rauchentwöhnung braucht dein Körper zwar einige Zeit, bis er wieder fit ist. Aber es klappt in den meisten Fällen. Nur in seltenen Fällen kommt es durch den Cannabis-Konsum zu einer dauerhaft psychischen Erkrankung.

Wer kommt für deinen Cannabis Entzug auf?

Da der Cannabis Entzug und die damit einhergehende Therapie dazu dienen soll, um dich vor einer Berufsunfähigkeit zu bewahren, sind es im Regelfall die Rentenversicherungen, die dir deine Therapie bezahlen.

Bist du indes noch Schüler, kommt in der Regel die gesetzliche Krankenkasse für die Kosten des Cannabis Entzuges auf.

Cannabidiol kann eine Alternative für dich sein

Wenn du nicht zu den wenigen Menschen zählst, die ihre Cannabis Sucht durch einen kalten Entzug, also ohne Hilfsmittel, schaffen wollen, dann wirst du natürlich etwas brauchen, um dir den Entzug ein wenig zu erleichtern.

An erster Stelle steht aber: Ändere deine Verhaltens- und/oder Lebensweisen!

Doch es ist natürlich nicht so einfach, mit dem Entzug fertig zu werden. Vor allem die Entzugserscheinungen machen dir unter Umständen das Leben erst einmal ganz schön schwer.

Also wirst du wohl nach einer geeigneten Ablenkung suchen. Doch auch wenn dich ein neues Hobby oder Sport zunächst wunderbar ablenkt, wird es dich möglicherweise nicht dauerhaft davon abhalten, wieder rückfällig zu werden.

Hier kann Cannabidiol eine echte Alternative bieten. Denn auch wenn dies neben THC ein Bestandteil von Cannabis ist, wird es deine Entzugserscheinungen mildern.

Was ist CBD und was bringt es dir?

Das Cannabidiol ist ebenso ein Inhaltsstoff der Cannabispflanze, wie das THC, also das 9-Tetrahydrocannabinol. Doch während das THC im Marihuana dafür sorgt, dass du high wirst, wenn du einen Joint rauchst, sorgt das CBD einzig dafür, dass sich dein Körper und deine Muskeln entspannen.

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Deswegen wird auch oft von schmerzlindernder Wirkung beim Cannabis Konsum gesprochen. Aber genau diese unterschiedlichen Wirkungsweisen der beiden Inhaltsstoffe von Cannabis machen es klar:

THC führt zur Abhängigkeit – CBD nicht!

Bist du nun auf Entzug, kann dir CBD helfen, leichter mit den Entzugserscheinungen umzugehen. Das geschieht folgendermaßen:

  • dein Körper muss beim Cannabis Entzug erst einmal nur eine Substanz bekämpfen
  • der Ersatzstoff CBD sorgt dafür, dass sich die einzelnen Entzugsphasen deutlich verkürzen
  • das CBD sorgt dafür, dass die Entzugserscheinungen weit weniger belastend oder stark ausfallen

Cannabidiol ist also eine echt gute Alternative, wenn du schnell und möglichst ohne größere Entzugserscheinungen deinen Cannabis Entzug überstehen willst.

Hierzu kannst du dich aber auch in der Beratungsstelle näher informieren, bei der du schon deine Therapie machst. Auch in den verschiedenen Selbsthilfegruppen wirst du mehr über die Verwendung von CBD erfahren können.

Tipps und Tricks für deinen Cannabis Entzug mit Cannabidiol

Du kannst Cannabidiol während deines Cannabis Entzuges auf vielfältige Weise einsetzen, denn es gibt diesen Inhaltsstoff der Pflanze sowohl als Tinktur, als Kapseln, als Öl oder auch als Blüten. Welche Form für dich am sinnvollsten ist, musst du selbst entscheiden. Aber die folgenden Tipps können dir vielleicht als Entscheidungshilfe dienen:

  • Dampfen oder E-Zigarette: Du kannst CBD in Form von Öl, Kristallen, Wax mit dem Vaporizer oder der E-Zigarette verdampfen, also im Grunde rauchst beziehungsweise inhalierst du.
  • Tinkturen: Mit einer Pipette tropfst du dir einige Tropfen des CBD-Öls auf die Zunge und nimmst es auf diese Weise oral zu dir. Leider ist die Dosierung auf diesem Weg nicht immer so ganz einfach oder exakt.
  • CBD Kapseln: Hierbei wurde das CBD-Öl in magenfreundliche Kapseln gegeben, die du dann schluckst. Das bietet dir den Vorteil, dass du sehr genau dosieren kannst.
  • Rauchen: Du kannst natürlich auch im herkömmlichen Sinne rauchen. Dafür eignen sich dann die CBD-Blüten am besten. Diese Cannabisblüten enthalten aber nicht das süchtig machende THC in dem Umfang, wo es dir gefährlich werden könnte. Denn wenn überhaupt, sind hier nur maximal 0,2 Prozent enthalten.
  • Essen: Zu der beliebtesten Methode, sich und seinen Körper mit CBD zu versorgen, gehört das Essen. Dabei kannst du das Öl, die Blüten oder auch die Kristalle einfach mit unter dein Essen mischen. Die Dosierung ist hierbei aber nicht immer so einfach zu bewerkstelligen, wie beispielsweise bei den Kapseln.
  • Salben: Etwas unbekannter, und dennoch ebenso hilfreich sind CBD-Salben, die auf die Haut aufgetragen werden. Hier solltest du allerdings darüber nachdenken, dass jede Salbe, die man direkt auf die Haut aufträgt bei besonders empfindlichen Menschen zu Hautreizungen führen kann.

Wichtig ist bei der Verwendung von Cannabidiol, dass du dich vorher genau informierst und nicht irgendein No-Name-Produkt von einem zwielichtigen Händler kaufst.

Auch solltest du vorab genau wissen, welches CBD-Produkt am besten für dich geeignet wäre. Bist du beispielsweise Raucher, dann können es die Blüten sein. Rauchst du hingegen gar nicht, wäre über die Möglichkeit der Einnahme über das Essen nachzudenken.

Achte beim Kauf von CBD-Produkten darauf, dass es sich beim Öl um ein sogenanntes Vollspektrum-Öl handelt, welches auf natürlicher Basis hergestellt wurde.

Cannabidiol wird umgangssprachlich auch als Cannabisöl bezeichnet. Du kannst es legal in der Apotheke kaufen, sofern es als Nahrungsmittel deklariert ist, also maximal 0,2 Prozent THC enthält. Doch auch online kannst du dir dieses Öl kaufen, um es als optimales Hilfsmittel bei deinem Cannabis Entzug einzusetzen.

Schwangere Frauen und stillende Mütter sollten das Cannabidiol in keiner seiner Darreichungsformen verwenden oder einnehmen.

Weiterführende Quellen und Literatur

[1] Süddeutsche Zeitung „Wie der Cannabis Entzug funktioniert?“, https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/cannabis-abhaengigkeit-die-gefahr-ist-gross-die-droge-zu-unterschaetzen-1.1775128-2, (Zugriff am 20.12.2018)

[2] Apotheken.de „Cannabisabhängikeit“, https://www.apotheken.de/krankheiten/4677-cannabisabhaengigkeit, (Zugriff am 20.12.2018)

[3] Ärztezeitung „Regelmäßiger Konsum hat Folgen für Körper und Psyche“, https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/neuro-psychiatrische_krankheiten/suchtkrankheiten/article/944689/cannabis-macht-kiffen-krank-dumm.html, (Zugriff am 20.12.2018)

[4] Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. „Cannabis“, http://www.dhs.de/suchtstoffe-verhalten/illegale-drogen/cannabis.html, (Zugriff am 20.12.2018)

Bildquelle: unsplash.com / LexScope

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