Blähbauch was tun

Einen Blähbauch zu bekommen, kann die unterschiedlichsten Ursachen haben. Besonders wenn man einen empfindlichen Magen hat, kann dies bei vielen Menschen und sogar Tieren vermehrt auftreten. Wenn man beispielsweise unter starkem Stress steht, die körperliche Bewegung fehlt und man nicht auf die richtige Ernährung achtet.

Wir haben dir zur Aufklärung deiner Beschwerden in diesem Artikel ein paar Tipps & Hausmittel zusammengestellt. Diese können dir behilflich sein deinem Problem auf die Schliche zu kommen. Sollten sich die Beschwerden jedoch nicht innerhalb von ein paar Wochen verbessern, dann ist es ratsam einen Arzt aufzusuchen.




Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Blähbauch tritt meistens nach dem Essen auf und kann auf Unverträglichkeiten, Allergien oder andere Erkrankungen hinweisen. Auslöser können jedoch auch harmlose Umstände wie zu wenig Bewegung, Reizdarm und zu viel Stress sein.
  • Es gibt zahlreiche Methoden, wie man dem vorbeugen kann. Wichtig ist auf den Körper zu hören und vorab Untersuchungen und Unverträglichkeits-Tests beim Arzt machen zu lassen, um schwerwiegende Krankheiten ausschließen zu können.
  • Solange es sich nicht um eine chronische Krankheit handelt, muss nicht zwingend auf Medikamente zurückgegriffen werden. Auch einfache Hausmittel und ein Ernährungstagebuch können helfen die Ursache zu finden und die Beschwerden zu reduzieren. Medikamente können zwar die Symptome lindern, aber lösen oft nicht die Ursache und können zu zusätzlichen Nebenwirkungen führen.

Hintergründe: Was mögliche Ursachen eines aufgeblähten Bauches sein können

Anfangs sollten die Ursachen der auftretenden Beschwerden geklärt werden, um gezielt eine Problemlösung herbeizuführen. In den folgenden Abschnitten geben wir dir einen Einblick in die am meisten auftretenden Fragen.

Was kann einen Blähbauch verursachen?

Ein extremes Völlegefühl und Blähungen im Bauch können durch Stress(1), hastiges Essen sowie spezielle Nahrungsmittel verursacht werden, die schwer im Magen liegen. Sobald diese nicht ausreichend genug von der Magensäure zersetzt werden und zu schnell im Darm landen, verursachen sie Gase, die den Bauch unangenehm aufblähen lassen.
Ursachen können Stress (1)und hastiges Essen sein.

Zusätzlich können beispielsweise kohlensäurehaltige Getränke häufiges Aufstoßen und Sodbrennen begünstigen. Aber auch durch andere Umstände wie ein Reizdarmsyndrom(2), chronische Entzündungen, Lebensmittel-Unverträglichkeiten oder Allergien kann es zu einem Blähbauch kommen.

Welche Lebensmittel können zu Blähungen führen?

Heutzutage besteht ein Überangebot an Lebensmitteln, welche zu jeder Jahreszeit verfügbar sind. Die Organismen im Magen und Darm sind saisonal gar nicht auf alle Nahrungsmittel eingestellt und verwerten daher manche Lebensmittel nicht richtig und verdauen sie viel schlechter.

Einige davon können sogar chemisch behandelt sein, damit sie länger halten. Dies kann unter Umständen auch Auswirkungen auf den menschlichen Organismus haben(3).

Oder es sind bestimmte Aminosäuren wie L-Arginin enthalten, welches den Proteinaufbau unterstützt und die Durchblutung fördert. Das transportiert die Nährstoffe zwar schneller zu den Muskeln und ist daher unter Sportlern sehr beliebt, aber es kann in speziellen Nahrungsmitteln und Supplements oft in hoher Konzentration vorhanden sein. Übermäßig verzehrt oder falsch dosiert kann dies einen Blähbauch verursachen(4).

Lebensmittel Protein L-Arginin in mg % Anteil
Kürbiskerne 30,23 g 5353 mg 17,7 %
Erdnüsse (geröstet) 23,68 g 2832 mg 11,9 %
Pinienkerne 13,69 g 2413 mg 17,6 %
Walnüsse 15,23 g 2278 mg 15,0 %
Erbsen (getrocknet) 24,55 g 2188 mg 8,9 %
Weizen-Vollkornmehl 13,70 g 642 mg 4,7 %

Die Übersicht bezieht sich auf 100 g des jeweilig aufgeführten Lebensmittels und verdeutlicht, welche davon einen hohen L-Arginin-Wert aufweisen und lieber mit Bedacht zu sich genommen werden sollten.
Im Allgemeinen gehören besonders Kohlsorten, Hülsenfrüchte (Erbsen, Bohnen, Nüsse etc.), frisches Brot (gärende Hefe), Zwiebeln oder unreifes Obst zu den aufblähenden Übeltätern.

Was kann man gegen einen Blähbauch in der Schwangerschaft tun?

Ein aufgeblähter Bauch kann auf eine Schwangerschaft hinweisen sowie währenddessen auftreten, denn die hormonellen Veränderungen im Körper wirken sich auch auf den Verdauungstrakt aus. Dann wird vermehrt das Hormon Progesteron produziert, was eine muskelentspannende Wirkung haben kann und somit den Verdauungsprozess im Magen verlangsamt.

Vor und während der Schwangerschaft kann es vermehrt zu einem Blähbauch kommen, da durch muskelentspannende Hormone der Verdauungsprozess verlangsamt sein kann. (Bildquelle: Alicia Petresc / Unsplash)

Um einem Blähbauch vorzubeugen, kann es helfen sich in dieser Zeit mehr zu bewegen, um den Stoffwechsel und das Verdauungssystem in Schwung zu bringen. Besonders stark blähende Lebensmittel oder kohlensäurehaltige Getränke sollte man lieber vermeiden.

Was hilft gegen einen Blähbauch während der Periode?

In der Zeit vor der Periode kommt es bei vielen Frauen sehr oft zu Blähungen. Gründe für einen aufgeblähten Bauch sind die Hormone. Es wird Progesteron gebildet, welches den Körper auf eine mögliche Schwangerschaft vorbereitet. Es hat eine entspannende und krampflösende Wirkung auf die Muskeln, sodass der Magen träge wird.

Durch die Entschleunigung des Verdauungssystems kann es zur Bildung von Gasen beim Zersetzungsprozess der Nahrung kommen.

Wenn die Befruchtung der Eizelle nicht erfolgreich war, dann wird die Gebärmutterschleimhaut wieder abgestoßen und die Monatsblutung setzt ein. Bei der Linderung deiner Beschwerden kann es helfen vorab viel Sport zu treiben, wodurch man gleichzeitig auch Regelschmerzen und starke Blutungen verringern kann.

Was tun, wenn dein Baby einen Blähbauch bekommt?

Bei vielen Babys kann es in den ersten Monaten zu einem Blähbauch kommen, wenn sich zu viel Luft im Darmtrakt befindet. Das kann daran festgestellt werden, dass sich der Bauch sehr hart und aufgebläht anfühlt und das Baby ununterbrochen weint und schreit, weil es wahrscheinlich Bauchkrämpfe hat. Die Symptome treten meist nach dem Füttern auf.

Auslöser dafür können beispielsweise zu hastiges Trinken an der Brust sein, bei dem zu viel Luft mit in den Magen gelangt ist. Ebenso kann ein unruhiges Umfeld und zu große Reizüberflutung unangenehme Blähungen und Verdauungsstörungen begünstigen.

Ständiges Schreien und Weinen des Babys können auf eine falsche Ernährung und damit auch auf einen Blähbauch hinweisen. (Bildquelle: Sergiu Vălenaș / Unsplash)

Schnelle Hilfe bei einem Baby-Blähbauch können beispielsweise folgende Dinge sein: Anwendung einer leichten Bauchmassage, Verabreichung verdauungsfördernder Tees, den Fliegergriff benutzen oder das Baby über die Schulter legend Bäuerchen machen lassen.

Sollten sich die Symptome nicht verbessern, ist es jedoch unabdingbar beim Arzt untersuchen zu lassen, ob eventuell Darmerkrankungen, Unverträglichkeiten oder Allergien vorliegen.

Was kann man bei Tieren gegen einen Blähbauch tun?

Auch bei Tieren wie Kaninchen, Katzen, Hunden oder Pferden kann es aufgrund nahrungsbedingter Verdauungsprobleme zu einem Blähbauch kommen. Die Ursachen können dabei ungewohntes Futter, Erkrankungen im Darm, Unverträglichkeiten und Überempfindlichkeit des Magens durch eine falsche Fütterung sein.

Hinweise darauf erkennt man, wenn die Tiere sich plötzlich in eine Ecke des Stalls verkriechen, unbeweglich und teilnahmslos werden.

Da bei Tieren nicht so leicht Abhilfe geschafft werden kann wie beim Menschen und die Kommunikation erschwert ist, sollte man besser sofort einen Arzt aufsuchen. Es kann sich möglicherweise um ernsthafte Erkrankungen handeln und man möchte die Sache ungern verschlimmern. Der Arzt kann in diesem Fall bessere und schnellere Diagnosen stellen.

Können Unverträglichkeiten oder Allergien zu einem Blähbauch führen?

Ein Blähbauch kann auf Lebensmittelunverträglichkeiten wie Laktose-, Fruktose- oder Gluten-Unverträglichkeit hinweisen. Aber auch Allergien können diese Symptome verursachen. Bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit können bestimmte Lebensmittel im Magen-Darm-Trakt nicht richtig zersetzt und verdaut werden.

Ein Ernährungs-tagebuch kann hilfreich sein.

Um herauszufinden welche Nahrungsmittel man nicht verträgt, kann man beispielsweise ein Ernährungstagebuch nutzen. In diesem notiert man alles, was man zu sich genommen hat und kann nach und nach einige Lebensmittel weglassen, die einem nicht guttun.

Sollten die Beschwerden chronisch sein und sich keine Verbesserung einstellen, ist es notwendig den Arzt aufzusuchen und einige Unverträglichkeits- und Allergietests machen zu lassen.

Blähbauch was tun: Die 6 besten Tipps & Hausmittel einen Blähbauch zu vermeiden

Solltest du im Alltag öfters dazu neigen einen Blähbauch zu bekommen, dann können die folgenden Schritte helfen diese Beschwerden zu reduzieren. Ob langfristig oder kurzfristig, es gibt zahlreiche Möglichkeiten einem aufgeblähten Bauch entgegenzuwirken.

Wir haben dir im Anschluss die 6 besten Tipps & Hausmittel zusammengestellt, die dir eine gute Auswahl bieten und dich dabei unterstützen auf lange Zeit wieder ein angenehmes Bauchgefühl zu erlangen.

Bewegung, Bewegung, Bewegung!

Viele Menschen gehen heutzutage sitzenden Tätigkeiten nach. Entweder im Büro auf dem Bürostuhl oder verbringen unterwegs viel Zeit sitzend in privaten oder öffentlichen Verkehrsmitteln. Beim Sitzen haben jedoch die Organe im Bauchbereich nicht genügend Platz und werden leicht zusammengedrückt, was die Darmtätigkeit verlangsamen kann.

Tägliche Bewegung und frische Luft helfen den Stoffwechsel und somit auch die Verdauung anzuregen. (Bildquelle: Emma Simpson / Unsplash)

Wenn man nach den Mahlzeiten eine mäßige Bewegung wie beispielsweise einen Spaziergang in den Tag einbaut, dann kann der Darmtrakt auch besser arbeiten und verdaut die konsumierten Nahrungsmittel schneller als wenn man sich immer nur in einer sitzenden Tätigkeit befindet. Sobald du unter einem Blähbauch leidest, kann dies die Symptome schnell lindern.

Viel Wasser trinken – ohne Kohlensäure!

In einem stressigen Alltag achtet man oft nicht darauf genügend Wasser zu trinken. Der Körper besteht jedoch aus circa 60-80% Wasser und benötigt dieses für viele unterschiedliche Prozesse.

Um den Verdauungsprozess anzuregen, hilft es daher besonders gut ausreichend Wasser zu sich zu nehmen. Im Durchschnitt benötigt der menschliche Organismus 2-3 Liter Wasser am Tag.

Beachten sollte man aber, dass man nicht auf kohlensäurehaltiges Wasser zurückgreift, da dies mit Gas versetzt ist und die Symptome verschlimmern könnte, anstatt zu verbessern. Wärmende Tees mit beruhigenden Kräutern sind hilfreich, um einen nervösen Magen und Blähbauch zu besänftigen.

Bewusstsein fürs Essen

Zum Essen sollte man sich Zeit nehmen. Umso mehr man kaut, umso mehr Speichel kann auch im Mund produziert werden, welcher die Nahrung dann besser zersetzen kann und dem Magen vorab viel Arbeit abnimmt.

Das merkt man z. B. beim Kaugummi kauen – danach verspürt man oft sehr schnell ein kleines Hungergefühl, da der Magen sich auf das Eintreffen von Nahrung eingestellt hat. Es kann auch helfen kleinere Portionen zu sich zu nehmen, damit der Magen nicht zu überlastet wird.

Zur Verstopfung führende Lebensmittel meiden

Manche Lebensmittel können schnell zu Verstopfung führen. Dazu zählen z. B. dunkle Schokolade, verschiedene Brotsorten und Bananen. Diese sollte man lieber vermeiden oder falls es schon zu spät ist, dann kann man am besten die folgenden Lebensmittel zusätzlich verzehren, um einen Gegeneffekt zu erzielen.

Verdauungsfördernde Lebensmittel zu sich nehmen

Folgende Lebensmittel können helfen die Verdauung zu beschleunigen oder sogar abführend wirken: Dazu gehören z. B. Trockenfrüchte, Zimt und Ingwer. Wenn man ausreichend Wasser dazu trinkt, können auch Lein- und Flohsamen die Verdauung verbessern, weil sie sich im Magen ausdehnen und dadurch die Darmtätigkeit anregen.

Intermittierendes Fasten

Beim intermittierenden Fasten oder auch Intervallfasten wird zwischen Phasen der Nahrungsaufnahme und Fastenzeiten gewechselt. Die häufig angewandte 16:8-Methode bedeutet zum Beispiel, dass man abwechselnd erst 16h fastet und danach innerhalb der nächsten 8h Nahrung zu sich nimmt.

Durch die großen Abstände zwischen der Nahrungsaufnahme haben Magen und Darm genügend Zeit die Nahrungsmittel zu verarbeiten, sowie sich vollständig zu regenerieren und zu säubern.

Fazit

Ein Blähbauch ist vollkommen natürlich und kann mit übermäßiger Ernährung, hastiger Nahrungsaufnahme, zu wenig Bewegung, Stress(5) oder auch einem Reizdarm(2) zusammenhängen. Es müssen nicht immer sofort schwerwiegende Krankheiten dahinter stecken.

Neben ausreichender Bewegung kann es helfen verstopfende oder stark blähende Lebensmittel zu meiden und verdauungsfördernde Nahrungsmittel mit in die tägliche Ernährung einzubauen.

Mit der Hilfe eines Ernährungstagebuchs kann man schnell herausfinden, welche Nahrungsmittel einem nicht gut bekommen und diese zukünftig besser reduzieren. Falls die aufgeführten Tipps und Hausmittel nicht helfen sollten, ist es unbedingt notwendig einen Arzt aufzusuchen und abzuklären, ob Lebensmittel-Unverträglichkeiten, Allergien oder andere chronische Krankheiten vorliegen könnten.

Bildquelle: ocusfocus/ 123rf

Einzelnachweise (5)

1. Gesundheitsreport 2020: Stress in der modernen Arbeitswelt. Sonderanalyse: Digitalisierung und Homeoffice in der Corona-Krise
Quelle

2. BMC Complementary and Alternative Medicine. Aktuelle Metaanalyse zur Wirksamkeit von Pfefferminzöl bei Reizdarmsyndrom.
Quelle

3. Tabellen zur Nationalen Berichterstattung Pflanzenschutzmittelrückstände in Lebensmitteln 2019
Quelle

4. Schweizer Zeitschrift für Ernährungsmedizin 05/08; Argininsupplementierung: warum, wann und wie viel.
Quelle

5. CROSS-SEKTIONALE BEOBACHTUNGSSTUDIE Beruflicher Stress und Aufschub des Toilettengangs können Verstopfungen begünstigen. 01.07.2019
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Wissenschaftliche Studie
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