Warzen sitzen häufig im Gesicht, an den Händen und Füßen. Etwa zehn Millionen Deutsche haben eine oder mehrere davon. Gefährlich sind Hautwarzen nicht, doch weil sie ansteckend sind, sollte man sie behandeln. Welche Warzenarten es gibt und zum Beispiel mit Teebaumöl behandelt werden, kannst du hier nachlesen.

Von harmlos bis infektiös

Ob an Händen, Gesicht, Füßen oder im Genitalbereich – Warzen können an allen Körperregionen auftreten. Sie sind meist harmlos, sollten aber dennoch beobachtet werden. Hervorgerufen werden Warzen durch Viren und sie werden durch Kontakt- beziehungsweise Schmierinfektion übertragen.

Entdeckst du eine Warze auf deiner Haut, dann kratze nicht daran, sonst können sich die Warzen-Viren in der Haut weiter ausbreiten. Am besten ist es, Warzen in Ruhe zu lassen – meist verschwinden sie im Lauf der Zeit von selbst.

Warzen sind äußerst ansteckend. Deshalb sollten sie behandelt werden. Denn belässt man sie, können sie sich die weiter ausbreiten. Wenn größere Hautflächen oder ein besonders sensibler Bereich, wie etwa die Genitalien befallen sind, sollte auf jeden Fall ein Hautarzt, ein Gynäkologe oder Urologe zu Rate gezogen werden.

Nicht jede Warze kann mit der gleichen Methode behandelt werden, da es unterschiedliche Arten gibt. Eine Möglichkeit der Behandlung ist Teebaumöl. (Foto: LKP_LKD / Pixabay.com)

Es gibt verschiedene Formen: Alterswarzen, Dornenwarzen oder Stachelwarzen zählen zu den gutartigen Hauttumoren und müssen nicht dringend ärztlich behandelt werden.

Dellwarzen und Feigwarzen sind jedoch hochinfektiös! Auffällige Wucherungen solltest du immer deinem Hautarzt zeigen, um eine Verwechslung mit einer Viruserkrankung oder gar Hautkrebs auszuschließen.

Die 5 häufigsten Warzenarten im Überblick

#1 Alterswarzen

Mit den Jahren nimmt in der Regel die Zahl auffälliger Flecken oder Wucherungen auf der Haut zu. In den meisten Fällen steckt etwas Harmloses dahinter, etwa eine Alterswarze. Diese dunklen Knoten sind keine richtigen durch Viren verursachte Warzen, sondern Hornhaut-Ansammlungen, auch als seborrhoische Keratosen bezeichnet.

Doch um sicherzugehen, sollten Betroffene die Stellen dem Hautarzt zeigen. Denn: der schwarze Hautkrebs (malignes Melanom) sieht mitunter ähnlich aus. Der Hautarzt entfernt Alterswarzen mit einem Laser, Skalpell oder einer elektrischen Schlinge. In der Regel bleiben keine Narben zurück.

#2 Dellwarzen

Dellwarzen sind stecknadel- oder erbsengroße, helle Warzen, die in der Mitte eine Delle haben. Der fettige Warzeninhalt enthält eine große Menge an Viren und ist hochinfektiös. Nicht ausquetschen! Die Viren der Dellwarzen sind mit den Pockenerregern verwandt.

#3 Dornwarzen

Dornwarzen, auch Fußsohlenwarzen genannt, sind Hautwucherungen, die durch Papillom-Viren ausgelöst werden. Auf den ersten Blick sehen diese Warzen wie verdickte Hornhaut aus.

Dornwarzen sind „normale“ Warzen, die aber, weil sie sich an der Fußsohle bilden, durch den Druck des Körpergewichts dornartig nach innen, oftmals sehr tief, wachsen und beim Gehen schmerzen. Oft steckt man sich mit diesen Warzen-Viren im öffentlichen Schwimmbad oder der Sauna an.

#4 Feigwarzen

Feigwarzen, auch als Feuchtwarzen oder spitze Kondylome bekannt, werden durch Papillom- oder Papilloma-Viren hervorgerufen und infizieren die Haut oder die Schleimhäute. Die Warzen im After- und Genitalbereich können beim Geschlechtsverkehr übertragen werden. Sie müssen sie unbedingt ärztlich behandelt werden.

Bei Feigwarzen ist besondere Hygiene erforderlich. Experten raten zu Wegwerfslips und Wegwerf-Waschlappen. Einige der über 100 Virentypen lösen auch den gefährlichen Gebärmutterhals-Krebs aus. Feigwarzen stehen im Verdacht Krebserkranungen im Genitalbereich hervorzurufen.

#5 Stachelwarzen

Stachelwarzen zählen mit bis zu 70 Prozent zur häufigsten Warzenart. Merkmale der Stachelwarzen sind: Sie sind bräunlich oder hautfarben und siedeln sich bevorzugt an den Händen, Fingern, Nagelrändern, oder auch Fußsohlen an.

Die eher harmlosen Stachelwarzen treten meist bei Kindern und Jugendlichen auf. Nach eins bis zwei Jahren verschwinden die Warzen von selbst.

Teebaumöl hat auf der Haut eine antiseptische Wirkung und kann daher bei bestimmten Warzen sehr gut helfen. Zudem ist es preiswerter als eine operative Entfernung. (Foto: BelindaNash / Pixabay.com)

Effektive Behandlungsmethoden gegen Warzen

In der Regel beginnt man mit einer medikamentösen Behandlung, bevor operative Maßnahmen zum Einsatz kommen. In klinischen Studien hat sich für die Warzenbehandlung speziell die Ameisensäure als besonders effektiv erwiesen.

Die Ameisensäure dringt in die Warze ein und trocknet die Warze von innen heraus aus. Damit kann der Körper die Warze bereits nach kurzer Zeit selbstständig sanft abstoßen. Weiters werden Präparate mit Acetylsalicylsäure oder Milchsäure angewendet, diese weichen die obere Hornschicht der Haut auf, sodass die Warze darunter entfernt werden kann.

Um die Vermehrung von Warzen-Viren zu hemmen, empfiehlt sich die Behandlung mit Präparaten. Sie sind zum Beispiel als Lösung oder in Salbenform in der Apotheke erhältlich.

Tinkturen und Pflaster aus der Apotheke müssen oft über Wochen und Monate regelmäßig aufgetragen werden. Schicht für Schicht weichen sie die verhornte Haut auf, die dann nach einem warmen Bad abgetragen werden kann.

Methode 1 – Vereisungstherapie

Behandelt werden sollten Warzen deshalb vor allem dann, wenn sie sich weiter auszubreiten drohen, wenn sie, vor allem an der Hand, im Alltag stören oder wenn Dornwarzen sich schmerzhaft in die Fußsohle bohren.

Dellwarzen können abgeschabt oder ausgedrückt werden. Das darf wegen des hohen Infektionsrisikos nur der Arzt machen. Von HPV-Viren verursachte Warzen werden meist entweder vereist oder durch Wirkstoffe wie Salicylsäure abgetragen. Beide Methoden zerstören das Virus, erfordern aber Geduld und Ausdauer.

Beim Vereisen der Warzen werden gezielte Erfrierungen 2. Grades an den betreffenden Stellen eingesetzt, um bestimmte Zellen abzutöten und die Warze leichter entfernen zu können. Da sich beim Abheben der Warze von der Haut eine Art Blase bildet, ist dieses Verfahren besonders gut an Stellen durchzuführen, an denen die Warzen nach außen wachsen.

An den Fußsohlen hingegen ist die Vereisungstherapie eher aufwändig und für den Patienten recht schmerzhaft, da die Warzen an den Füßen meist kegelförmig nach innen wachsen.

Methode 2 – Chirurgische Verfahren

Eine andere Variante, die Warzen dauerhaft zu entfernen, ist das Abbrennen der Viren. Spezielle Laserstrahlen oder elektrisch erhitzte Schlingen verbrennen dabei gezielt das infizierte Warzengewebe und töten die Keime ab.

Diese Methode ist besonders für die Behandlung von Alterswarzen zu empfehlen und sollte immer vom behandelnden Hautarzt durchgeführt werden.

Die chirurgische Entfernung der Warzen mit dem Skalpell („scharfer Löffel“) muss ebenfalls von einem Hautarzt durchgeführt werden. Dabei wird zunächst das betreffende Gewebe aufgeweicht und anschließend „ausgeschabt“.

Sowohl für das Abbrennen als auch für das Ausschaben ist eine lokale Betäubung unbedingt notwendig, da die Behandlung sonst gerade an Händen und Füßen große Schmerzen verursachen würde.

Methode 3 – Homöopathische Verfahren

Auch alternative Verfahren lassen sich erfolgreich zur Behandlung von Warzen einsetzen. Verschiedene Pflanzen- und Naturstoffe, wie Thuja, Antimonium crudum, Schüsslersalze oder Chelidonium können den Heilungsprozess positiv beeinflussen ohne den Körper durch chemische Medikamente oder schmerzhafte Eingriffe zusätzlich zu belasten.

Wenn du dich für eine homöopathische Therapie entscheidest, besprich am besten mit einem Spezialisten für Homöopathie, was für dich geeignet wäre!

Warzen sollten, sobald sie ansteckend oder schmerzhaft sind, unbedingt von einem Arzt behandelt und entfernt werden. Du kannst aber auch selbst etwas dazu beitragen, sie erst gar nicht zu bekommen. (Foto: hammett79 / 123RF)

Was du sonst noch (vorbeugend) tun kannst

Manchmal verschwinden Warzen auch tatsächlich einfach so wie sie gekommen sind. Der Körper ist manchmal durchaus fähig, sie selbst abzubauen. Er bildet Antikörper, die es allerdings wegen der schlechten Durchblutung in der Hornschicht der Haut schwer haben, zur Warze zu gelangen.

Ein geschwächtes Immunsystem ist vermutlich ein Risikofaktor für Warzen, daher achte auf gute Ernährung und stärke deine Abwehrkräfte.

Zudem neigt trockene Haut eher zu winzigen Rissen und öffnet auf diese Weise die Tür für die Warzenviren. Achte also darauf, die Stellen, wo Warzen gerne auftreten, immer gut einzucremen, wenn du zu Infektionen neigst.

Wenn du Warzen nicht vermeiden konntest, kannst du sie eine Woche lang mit Klebeband abdecken. Das soll die lokale Immunabwehr anregen. Nimm dann den Streifen für zwölf Stunden ab und klebe dann einen neuen drauf. Ebenso kann Teebaumöl helfen, Warzen loszuwerden.

Fazit – Wie lassen sich Warzen effektiv behandeln?

Um Warzen ranken sich viele Mythen, wozu auch Märchen beigetragen haben. Tatsächlich kann der Saft eines jungen Löwenzahns die Viren abtöten und damit die Warze ausheilen. Seine Tiefenwirkung ist in der Regel jedoch zu gering. Hausmittel wie frischer Knoblauch, Zwiebeln und Apfelessig sind ebenso geeignet.

Bewährt haben sich ebenso Teebaumöl und Propolis. Doch Vorsicht, viele Menschen sind gegen diese Substanzen allergisch. Wenn die Hausrezepte nicht helfen, lässt sich die Warze auch mit Kältestiften oder mit ätzenden Substanzen behandeln. Hartnäckige Fälle trägt der Hautarzt mit Strom oder Laser ab.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links


[1] http://www.endwarts.at/warzen/warzen/?gclid=CjwKCAiAxJPVBRB4EiwAsCA4aa_o_b4FxEdS1-rdcz9zROgayEvzqNFwxl1GqIkwfODRFWNvpFf7ORoC-xAQAvD_BwE


[2] http://www.gesund.at/f/warze-vulgaere


[3] https://www.netdoktor.ch/therapie/warzen-behandeln-6855776

Bildquelle: unsplash.com / Eric Ward

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