Eine geeignete und wirksame Diät zu finden ist keine einfache Aufgabe. Bei der Vielzahl von bestehenden Diätvarianten, Methoden und Plänen fällt es uns oft schwer, den Überblick zu behalten und die für uns optimale Diät zu finden. Eine in der Fitnessszene beliebte Methode zum schnellen und effektiven Abnehmen ist die sogenannte Atkins Diät.

In diesem Beitrag erklären wir dir, wie die Atkins Diät genau funktioniert. Außerdem zeigen wir auf, wann diese Diät eine sinnvolle Alternative ist und wann man lieber die Finger davon lässt. Außerdem geben wir dir wertvolle Tipps, welche Lebensmittel du gut in deinen Atkins Plan integrieren kannst.




Das Wichtigste in Kürze

  • Die Atkins Diät basiert auf einer ketogenen Ernährung. Dabei werden vornehmlich Lebensmittel mit einem hohen Fettgehalt konsumiert. Fett sollte etwa 65 % der Mahlzeiten ausmachen, wobei auch Proteine nicht zu kurz kommen. Auf Kohlenhydrate sollte dagegen größtenteils verzichtet werden.
  • Ziel ist es, den Metabolismus so umzustellen, dass ein Großteil der benötigten Energie durch das Verbrennen von Fett bereitgestellt wird. Die körpereigenen Fettreserven werden so Stück für Stück abgebaut, was zu einem Gewichtsverlust führen kann.
  • Die Atkins Diät ist darauf ausgelegt langfristige Resultate zu erzielen. Aus diesem Grund besteht das Grundkonzept aus vier aufeinanderfolgenden Diätphasen. In den ersten beiden Phasen werden die Grundlagen gelegt, während in der dritten und vierten Phase eine langfristig gesunde Ernährungsform implementiert wird.

Die Atkins Diät: Was du wissen solltest

Unser Körper funktioniert wie eine Maschine. Damit er Leistung bringen kann, müssen wir ihn tagtäglich mit Kraftstoff versorgen. Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette werden mit der Nahrung aufgenommen und die jeweiligen daraus gewonnenen energetischen Potenziale werden im Körper gespeichert.

Die Atkins Diät stellt den Metabolismus um und aktiviert den Fettstoffwechsel.

Bei Bedarf verbrennt der Körper die gespeicherten Energieträger. Dadurch sind wir in der Lage, Muskelarbeit zu verrichten.In der Regel werden vor allem Kohlenhydrate beim Energiestoffwechsel verbrannt. Die Atkins Diät ändert das. Im Zuge der Atkins Diät wird die Ernährung so umgestellt, dass der Körper, primär auf Fette als Energiequelle zurückgreift.

Wie funktioniert der ketogene Stoffwechsel?

Ursprünglich ist der ketogene Stoffwechsel so etwas wie ein Notfallplan des Körpers. Denn wenn wir Menschen über einen längeren Zeitraum nur sehr wenig Nahrung aufnehmen, reicht der Kohlenhydratstoffwechsel nicht mehr aus, um die benötigte Energie bereitzustellen.

Um die körpereigenen Eiweißstrukturen nicht abbauen zu müssen, bezieht der Körper in einem solchen Fall seine Energie vornehmlich aus Fettsäuren. In der Leber werden Fettsäuren von Enzymen gespalten, wodurch Ketonkörper entstehen.

Diese sorgen dafür, dass der Großteil des Energiebedarfes aus körpereigenen Fettdepots gewonnen wird. Die Folge: wir verbrennen Fett und könnten im Ernstfall eine längere Zeit ohne Nahrungsaufnahme überleben (1).

Was ist die Atkins Diät?

Die Atkins Diät macht sich diese Funktion des Körpers zu Nutzen. Über die Nahrung werden zum größten Teil Fette und Eiweiße aufgenommen. Auf Kohlenhydrate wird so gut es geht verzichtet. Konkret sollen etwa 60 – 65 % aller über den Tag aufgenommenen Nährstoffe Fette sein.

Fettreiches Fleisch ist gut geeignet für die Atkins Diät. Als Beilage ist kohlenhydratarmes Gemüse zu empfehlen. Auf Reis, Nudeln oder Kartoffeln sollte verzichtet werden. (Bildquelle: Nanxi wei / Unslash)

Für erwachsene Menschen mit normalem BMI gilt Folgendes: In den ersten vier Wochen der Diät sollte der Richtwert von 20 Gramm Kohlenhydrate pro Tag nicht überschritten werden. Im weiteren Verlauf wird die Zufuhr von Kohlenhydraten dann auf 40 -60 Gramm pro Tag erhöht. Die genauen Werte sind individuell variabel und sollten im Vorfeld mit einem Arzt abgeklärt werden (2).

Es ist möglich mit der Atkins Diät nachhaltig Körpergewicht zu verlieren. Die Umstellung des Körpers auf den Fettstoffwechsel verbrennt vorhandene Fettreserven und die Zusammenstellung der Makronährstoffe führt zu einem frühzeitigen Sättigungsgefühl und dadurch zu Appetitlosigkeit.

Was sind die Phasen der Atkins Diät?

Grundsätzlich wird die Atkins Diät in vier Phasen gegliedert.

  1. Einleitungsdiät
  2. Reduktionsdiät
  3. Vor- Erhaltungsdiät
  4. Lebenslange Erhaltungsdiät

In der ersten Phase wird der Stoffwechsel des Körpers umgestellt und die Ernährung besteht zum großen Teil aus Gemüse, Fleisch und Eiern. Die Fettverbrennung wir drastisch erhöht und am Ende der Einleitungsdiät ist der Körper an die ketogene Ernährung gewöhnt. Insgesamt geht diese Phase 14 Tage lang.

Im Anschluss daran wird in der Reduktionsdiät die tägliche Zufuhr von Kohlenhydraten schrittweise erhöht. In dieser Phase soll möglichst viel Gewicht verloren werden, dementsprechend wird die Anzahl der Kohlenhydrate regelmäßig dynamisch angepasst. Als Richtwert gilt hier 40 – 60 Gramm am Tag. Nüsse Beeren und Samen werden in den Speiseplan mit aufgenommen.

Die Atkins Diät ist in Phasen untergliedert. Dadurch soll das Zielgewicht ein Leben lang gehalten werden.

In der dritten Phase soll der Körper langsam wieder an mehr Kohlenhydrate gewöhnt werden. Die Kohlenhydrate werden so lange kontinuierlich erhöht, bis man nicht weiter abnimmt.

Die darauffolgende Phase geht im Optimalfall ein Leben lang und dient dazu das Zielgewicht langfristig zu halten. Der Fokus liegt weiterhin auf fettreichen Lebensmitteln, sowie Obst und Gemüse.

Kohlenhydrate werden wieder mehr in den Speiseplan integriert, jedoch sollten langkettige Kohlenhydrate wie Kartoffeln oder Nudeln nur selten gegessen werden.

Welche Lebensmittel sind grundsätzlich geeignet für die Atkins Diät?

Die Auswahl der richtigen Lebensmittel ist essenziell für das Gelingen der Atkins Diät. Prinzipiell gilt der Grundsatz, möglichst fett- und eiweißreiche Lebensmittel zu konsumieren und zeitgleich auf Lebensmittel mit einem hohen Kohlenhydratanteil zu verzichten.

Bei der Planung ihres Speiseplanes solltest du beachten, dass es qualitative Unterschiede bei fettigen Lebensmitteln gibt. Man unterscheidet zwischen guten Fette und schlechten Fette. Außerdem ist Gemüse zwar grundsätzlich erlaubt, jedoch gibt es Unterschiede hinsichtlich des Kohlenhydratanteils einzelner Gemüsesorten. Um dir bei der Auswahl passender Lebensmittel für die Atkins Diät zu helfen, haben wir folgende Tabelle erstellt.

Geeignete Lebensmittel Ungeeignete Lebensmittel
Fleisch: Schwein, Rind, Hühnchnen, Bacon Kartoffeln und Süßkartoffeln
Eier Nudeln, Reis, Backwaren
Fettreiche Milchprodukte: Käse, Quark, Butter, Sahne Fettreduzierte Milchprodukte: Diätvarianten und Lightversionen
Pflanzliche Fette: Avocados, Olivenöl, Kokosfett Transfette: Frittierte Lebensmittel, stark verarbeitete Produkte
Gemüse mit niedrigem Kohlenhydratanteil: Blattsalate, Kohlsorten, Spargel, Brokkoli, Spinat Gemüse mit hohem Kohlenhydratanteil: Mais, Zwiebeln, Knoblauch, Möhren
Nüsse, Kerne, Samen Linsen, Bohnen, Erbsen
Fisch: fettreiche Arten wie Aal, Lachs, Makrele Einfachzucker: Säfte, Softdrinks, Kuchen, Eis, Schokolade

Außerdem kann der Konsum von Kaffee und verschiedenen Teesorten von Vorteil sein. Beide Produkte aktivieren den Metabolismus und fördern so die Fettverbrennung (3).

Was sind Kontraindikationen für eine Atkins Diät?

Unter falschen Voraussetzungen kann die Atkins Diät ineffektiv, oder sogar gefährlich werden. Wenn die folgenden Bedingungen auf dich zutreffen, solltest du eine Atkins Diät vermeiden.

  • Fettsäureoxidationsstörungen hemmen die Ketonproduktion und den Fettsäureabbau.
  • Osteoporose kann zu Kalziummangel bei ketogener Ernährung führen.
  • Hyperinsulinismus, also eine erhöhte Insulinkonzentration im Blut, bremst die Fettverbrennung.
  • Nephrolithiasis, kann zur vermehrten Bildung von Nierensteinen bei ketogener Ernährung führen.
  • Leber-/Nieren-/ Pankreaserkrankungen
  • Störungen des Lipidstoffwechsels, die durch fettreiche, ketogene Ernährung noch verstärkt werden (4).

Außerdem ist die Atkins Diät ungeeignet für Personen, deren Gewicht unter dem Mindestgewicht der jeweiligen Größe liegt, sowie für schwangere und stillende Frauen. Für Veganer und Vegetarier kann es schwer sein die Diät durchzuführen, da die Gefahr von Mangelerscheinungen besteht.

Eignet sich die Atkins Diät für Menschen mit Adipositas?

Ab einem BMI von 30 gilt man als adipös. Fettleibige Menschen haben oft mit starken Gewichtsschwankungen zu tun. Viele Diäten oder Ernährungsumstellungen können zunächst zufriedenstellende Resultate bringen, sind aber langfristig nicht erfolgreich.

Die Atkins Diät hingegen hat sich als effektiv bei der langfristigen Reduktion von Körpergewicht herausgestellt.

Adipöse Menschen können, bei korrekter Einhaltung der vier Phasen, ihren BMI und ihren Körperfettanteil nachhaltig senken. Ebenfalls kann sich die Atkins Diät positiv auf den Cholesterinspiegel auswirken und die Anzahl an Low-Density Lipoproteinen reduzieren (5).

Wir können daher annehmen, dass die Atkins Diät langfristig geeignet ist, das Risiko von chronischen Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems zu reduzieren. Trotzdem sollten adipöse Personen im Vorfeld der Diät ein Arzt konsultiert, um mögliche Kontraindikationen abzuklären. Die unten im Text genannten Risiken müssen in die Kalkulation mit einbezogen werden.

Ist die Atkins Diät geeignet für Diabetiker?

Hier müssen wir klar zwischen Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2 unterscheiden. Auf die Frage, ob eine Atkins Diät für Personen mit Diabetes Typ 1 geeignet ist müssen wir an dieser Stelle mit Nein antworten.

Theoretisch könnte eine ketogene Ernährung im Rahmen der Atkins Diät durchaus auch für Typ 1 Diabetiker geeignet sein, jedoch fehlen aussagekräftige klinische Studien, um eine qualifizierte Antwort geben zu können.

Die Auswirkungen der Atkins Diät auf Personen mit Diabetes Typ 2 ist wissenschaftlich besser untersucht. Hier können wir sagen, dass eine Atkins Diät grundsätzlich geeignet ist und Diabetespatienten empfohlen werden kann. Die ketogene Ernährung senkt und stabilisiert den Blutzuckerspiegel. Zudem kann der Insulinspiegel merklich herabgesetzt werden. Diese Effekte wirken sich positive auf das Krankheitsbild von Diabetikern aus.

Die Atkins Diät kann Menschen mit Diabetes Typ 2 helfen. Der Blutzucker von Betroffenen kann gesenkt werden, wodurch viele Patienten ihre Medikamentendosierung reduzieren können. (Bildquelle: Kate / Unsplash)

Der häufigste Risikofaktor, bzw. die häufigste Ursache für Diabetes Typ 2 ist Übergewicht. Die Kombination von ungesunder Ernährung, Bewegungsmangel und erblicher Veranlagung bewirkt eine Insulinresistenz bei den betroffenen Personen. Der Zucker kann dadurch nicht vom Blut in die Zellen transportiert werden, also der Blutzuckerspiegel steigt.

Die Atkins Diät kann dem nachweislich entgegenwirken und die gesundheitliche Situation von Betroffenen langfristig verbessern. Nachfolgend haben wir einige Ergebnisse von diversen Studien aufgeführt.

  • Diabetiker mit starkem Übergewicht konnten im Rahmen der Atkins Diät ihren Langzeit-Blutzucker (HbA1c) merklich reduzieren (um durchschnittlich 16 Prozent). Ebenfalls war es möglich, die Blutfettwerte von Patienten innerhalb von 4 Monaten fast zu halbieren (6).
  • Bei der konsequenten Anwendung der Atkins Diät über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten, ist es sehr wahrscheinlich, dass übergewichtige Typ 2 Diabetiker ihre Diabetes-Medikamente reduzieren können. Teilweise ist es sogar möglich, die Medikamente gänzlich abzusetzen (7).

Die Atkins Diät ist eine gut geeignete Maßnahme für die meisten Typ 2 Diabetiker. Das Krankheitsbild kann zum Teil deutlich verbessert werden. Allerdings wurde der Einfluss einer Atkins Diät hauptsächlich bei übergewichtigen Diabetikern untersucht. Sollten andere Ursachen für die Erkrankung vorliegen, könnte die Atkins Diät erfolglos oder sogar gefährlich sein.

Was sind die Vorteile der Atkins Diät?

Der Hauptvorteil der Atkins Diät ist natürlich der aus der angeregten Fettverbrennung resultierende Gewichtsverlust. Dieser kann schon recht schnell eintreten und ist, bei strikter Einhaltung der Phasenstruktur, in den meisten Fällen nachhaltig. Neben diesem primären Vorteil können noch weitere Vorteile resultieren. Wir haben die wichtigsten in einer Liste aufgeführt.

  1. Mit der Atkins Diät kann eine Steigerung der Konzentrationsfähigkeit einhergehen. Die Gehirnleistung generell kann erhöht werden, wodurch man sich mental fitter fühlt. Grund dafür ist das hohe Energiepotential der Ketonkörper (10).
  2. Durch die fett- und eiweißreiche Ernährung, kann sich schon nach dem Verzehr von geringen Mengen ein Sättigungsgefühl einstellen. Außerdem können die Ketone dafür sorgen, dass man länger satt bleibt (11).
  3. Die Atkins Diät kann zu einem erhöhten Wohlbefinden und besserer Laune führen. Die Glückshormone Serotonin und Endorphin werden durch die ketogene Ernährung vermehrt ausgeschüttet.
  4. Die Fettverbrennung ist während der Atkins Diät effizienter. Daher kann sich eine verbesserte Ausdauerleistung als Folge der ketogenen Ernährung einstellen. Das trifft vor allem auf Belastungen im submaximalen Bereich zu, beispielsweise beim Schwimmen, Joggen und Radfahren (12).
  5. Die Atkins Diät kann antioxidativ auf den Körper wirken. Ketone können mit freien Radikalen reagieren, wodurch oxidativer Stress neutralisiert werden kann (13).
  6. Der Cholesterinspiegel kann durch die Atkins Diät gesenkt, sowie langfristig auf einem niedrigen Wert stabilisiert werden. Vor allem das schädliche LDL-Cholesterin kann durch die Ernährungsumstellung reduziert werden (14).
  7. Durch die erhöhte Fettaufnahme steigt der Testosteronspiegel an. Das kann unter anderem anabole Auswirkungen auf die Skelettmuskulatur haben und die Libido bei Männern steigern.

Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass die Atkins Diät langfristig ausgerichtet ist. Die Phasenstruktur betreut Verwender theoretisch bis an ihr Lebensende. Damit unterscheidet sich die Atkins Diät von anderen Diätformen, die lediglich auf das Erreichen kurzfristiger Ziele ausgerichtet sind.

Was sind die Risiken der Atkins Diät?

Die Wirksamkeit der Atkins Diät ist inzwischen weitestgehend unumstritten. Jedoch gehen mit der ketogenen Ernährung auch verschiedene Risiken und Gefahren einher. Die wichtigsten haben wir im folgenden Teil aufgelistet.

  1. Die Diät verzichtet auf Kalorienrestriktionen. Zwar wird die Nährstoffverteilung der Nahrung vorgegeben, nicht aber die Menge. Hier besteht die Gefahr des Overeating, wodurch Abnehmerfolge ausbleiben, bzw. zunichtegemacht werden können.
  2. Wenn primär tierische Fette mit der Nahrung aufgenommen werden, besteht die Gefahr, dass der Cholesterinspiegel stark ansteigt. Dadurch kann sich das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen (8).
  3. Es kann zu einer Überbelastung der Nieren kommen. Gerade in der ersten Phase der Diät kann es zu Problemen aufgrund der erhöhten Proteinaufnahme kommen. Im Extremfall kann es zu einer Übersäuerung kommen, in welchem Fall die Diät abgebrochen werden sollte.
  4. Restriktionen beim Verzehr von Obst und Gemüse können zu Vitaminmangel führen. Dieser ist auf Dauer gesundheitsschädlich und sollte vermieden werden. Daher sollte die Ernährung nicht zu einseitig gestaltet werden und kohlenhydratarmes Gemüse regelmäßig in den Speiseplan integriert werden.
  5. Da normalerweise viele Ballaststoffe über kohlenhydratreiche Nahrungsmittel aufgenommen werden, kann es zu einer Ballaststoff-Unterversorgung kommen. Gegebenenfalls sollte man diese supplementieren.
  6. Die Umstellungsphase des Metabolismus ist für den Körper eine Belastung und kann sehr beanspruchend sein. Demzufolge kann es, gerade in Phase 1 der Atkins Diät, zu Konzentrationsstörungen, Müdigkeit, Trägheit, Unwohlsein und Mundgeruch kommen.
  7. Es kann zu Störungen bei der Knochenbildung, sowie zu Verschlechterungen der Knochengesundheit kommen (9).

Diese Risiken sind nicht zu unterschätzen und sollten im Vorfeld einer Atkins Diät in Betracht gezogen werden. Bei akuten Beschwerden solltest du die Diät pausieren und dich zur Sicherheit an einen Arzt wenden.

Welche Alternativen gibt es zur Atkins Diät?

Bis hierhin konntest du viel über die Atkins Diät lernen und konnten dir dadurch einiges an Hintergrundinformationen aneignen. Im Folgenden führen wir verschiedene Alternativen zur Atkins Diät auf. Dabei gehen wir sowohl auf Diäten ein, die der Atkins Diät konzeptionell ähnlich sind, als auch auf Diäten, die auf anderen grundlegenden Prinzipien aufbauen.

Neben der Durchführung von Diäten kommst du langfristig jedoch nicht um eine ganzheitlich gesunde Lebensweise herum. Dazu gehört neben einer ausgewogenen Ernährung auch regelmäßige körperliche Bewegung.

Klassische ketogene Diät

Das Prinzip der klassischen ketogenen Diät ist das gleiche wie das der Atkins Diät. Der Körper soll seine Energie zum größten Teil durch den Fettstoffwechsel gewinnen. Fettreserven des Körper werden dabei verbrannt, wodurch man abnimmt.

Die klassische ketogene Diät unterscheidet sich von der Atkins Diät dabei vor allem in der prozentualen Aufteilung der Makronährstoffe. Bei dieser Diät liegt der Fettanteil der gesamten Ernährung bei 82 bis 90 %, und damit deutlich über dem Fettanteil der Atkins Diät. Kohlenhydrate machen nur etwa 4 bis 5 Prozent der Mahlzeiten aus und werden somit auf ein Minimum heruntergeschraubt.

Niedrig-glykämische Index-Therapie (LGIT)

Bei der Niedrig-glykämischen Index-Therapie handelt es sich, wie bei der Atkins Diät auch, um eine ketogene Diätform. Der Kohlenhydratanteil der Ernährung kann hier jedoch etwas höher angesetzt werden als bei der Atkins Diät. Der Richtwert liegt zwischen 40 und 60 Gramm pro Tag.

Die Besonderheit bei dieser Diät liegt darin, dass ausschließlich Lebensmittel mit einem Glykämischen Index kleiner als 50 gegessen werden dürfen. Der Glykämische Index eines Lebensmittels beschreibt die Wirksamkeit auf den Blutzuckerspiegel. Je höher der Glykämische Index, desto stärker steigt der Blutzuckerspiegel an. Lebensmittel mit niedrigen Werten können positiven Einfluss auf die Herz-Kreislaufgesundheit und auf den Cholesterinspiegel nehmen.

Paleo Diät

Die Paleo Diät wird auch gerne als Steinzeitdiät bezeichnet. Der Grund dafür liegt auf der Hand. Es sollen ausschließlich Lebensmittel gegessen werden, die schon unseren Vorfahren in der Steinzeit zur Verfügung standen.

Bei der Paleo Diät werden möglichst ursprüngliche Lebensmittel gegessen. (Bildquelle: 123rf / magone)

Erlaubte Lebensmittel sind beispielsweise Fleisch, Fisch, Beeren, Nüsse, Samen, Gemüse, Honig und Ahornsirup zu zum Süßen der Mahlzeiten. Verzichtet werden sollte auf Lebensmittel wie Getreideprodukte, Zucker, Milchprodukte, Hülsenfrüchte, industriell verarbeitete Fleischprodukte, Kaffee und Alkohol. Kartoffeln und Reis sollen nur in Ausnahmefällen gegessen werden.

High-Carb / Low-Fat Diät

Diese Form der Diät ist von der Konzeption das genaue Gegenteil der Atkins Diät. Hier sollen hauptsächlich Kohlenhydrate mit der Nahrung aufgenommen werden. Fette und Eiweiße werden stark reduziert. Die Qualität der Kohlenhydrate spielt eine wichtige Rolle, hochwertige Getreideprodukte, Obst und Gemüse sind optimal.

Fazit

Die Atkins Diät ist eine sinnvolle Option zur Reduktion von Körperfett und Gewicht. Die langfristige Ausrichtung kann Menschen dabei unterstützen, ein gesünderes Leben zu führen. Mit der Umstellung des Metabolismus auf den Fettstoffwechsel gehen eine Reihe von Vorteilen einher, welche wir oberhalb detailliert aufgelistet haben.

Allerdings sind auch die potenziellen Nachteile und Risiken der Diät nicht zu unterschätzen. Sie sollten in die Überlegungen bei der Auswahl der geeigneten Diätform unbedingt mit einbezogen werden. Wenn bei dir gewisse Kontraindikationen vorliegen, ist die Atkins Diät nicht zu empfehlen. Im Zweifel empfehlen wir dir einen Arzt zu konsultieren.

Bildquelle: Grinvalds/ 123rf

Einzelnachweise (14)

1. George F. Cahill, Jr (2006). Fuel Metabolism in Starvation Annual Review of Nutrition 26:1, 1-22.
Quelle

2. A. A. Gibson R. V. Seimon C. M. Y. Lee J. Ayre J. Franklin T. P. Markovic I. D. Caterson A. Sainsbury (2014. Do ketogenic diets really suppress appetite? A systematic review and meta‐analysis. Obeseity Reviews Volume16, Issue1 Pages 64-76.
Quelle

3. Velickovic, K., Wayne, D., Leija, H.A.L. et al. Caffeine exposure induces browning features in adipose tissue in vitro and in vivo. Sci Rep 9, 9104 (2019). https://doi.org/10.1038/s41598-019-45540-1
Quelle

4. J. Klepper (2014). Leitlinien der Gesellschaft für Neuropädiatrie Ketogene Diäten. AWMF. Das Portal der wissenschaftlichen Medizin
Quelle

5. Dashti, H.M., Al-Zaid, N.S., Mathew, T.C. et al. Long Term Effects of Ketogenic Diet in Obese Subjects with High Cholesterol Level. Mol Cell Biochem 286, 1 (2006). https://doi.org/10.1007/s11010-005-9001-x
Quelle

6. Yancy, W.S., Foy, M., Chalecki, A.M. et al. A low-carbohydrate, ketogenic diet to treat type 2 diabetes. Nutr Metab (Lond) 2, 34 (2005). https://doi.org/10.1186/1743-7075-2-34
Quelle

7. Westman, E.C., Yancy, W.S., Mavropoulos, J.C. et al. The effect of a low-carbohydrate, ketogenic diet versus a low-glycemic index diet on glycemic control in type 2 diabetes mellitus. Nutr Metab (Lond) 5, 36 (2008). https://doi.org/10.1186/1743-7075-5-36
Quelle

8. JA Im Diät-Wahn: Ist die kohlenhydratarme Diät eine Lösung?. CV 18, 10 (2018).
Quelle

9. Simm PJ, Bicknell-Royle J, Lawrie J, Nation J, Draffin K, Stewart KG, Cameron FJ, Scheffer IE, Mackay MT. The effect of the ketogenic diet on the developing skeleton. Epilepsy Research. 2017 Jul 26;136:62-66. PubMed
Quelle

10. Achanta LB, Rae CD. β-Hydroxybutyrate in the Brain: One Molecule, Multiple Mechanisms. Neurochem Res. 2017 Jan;42(1):35-49. doi: 10.1007/s11064-016-2099-2. Epub 2016 Nov 8.
Quelle

11. Gibson AA, Seimon RV, Lee CM, Ayre J, Franklin J, Markovic TP, Caterson ID, Sainsbury A. Do ketogenic diets really suppress appetite? A systematic review and meta-analysis. Obes Rev. 2015 Jan
Quelle

12. Cox, Pete J.; Kirk, Tom; Ashmore, Tom; Willerton, Kristof; Evans, Rhys; Smith, Alan et al. (2016): Nutritional Ketosis Alters Fuel Preference and Thereby Endurance Performance in Athletes. In: Cell Metabolism 24 (2)
Quelle

13. Nagao, Manabu; Toh, Ryuji; Irino, Yasuhiro; Mori, Takeshige; Nakajima, Hideto; Hara, Tetsuya et al. (2016): beta-Hydroxybutyrate elevation as a compensatory response against oxidative stress in cardiomyocytes. In: Biochemical and biophysical research communications 475 (4)
Quelle

14. Dashti HM, Al-Zaid NS, Mathew TC, Al-Mousawi M, Talib H, Asfar SK, Behbahani AI. Long term effects of ketogenic diet in obese subjects with high cholesterol level. Mol Cell Biochem. 2006 Jun;286(1-2)
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Wissenschaftlicher Artikel
George F. Cahill, Jr (2006). Fuel Metabolism in Starvation Annual Review of Nutrition 26:1, 1-22.
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Wissenschaftliche Studie
A. A. Gibson R. V. Seimon C. M. Y. Lee J. Ayre J. Franklin T. P. Markovic I. D. Caterson A. Sainsbury (2014. Do ketogenic diets really suppress appetite? A systematic review and meta‐analysis. Obeseity Reviews Volume16, Issue1 Pages 64-76.
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