ab wann hat man Fieber

Krank sein mag niemand. Und Arztbesuche sind lästig aber manchmal nötig. Die Frage ist nur wann? Eines der bekanntesten Anzeichen für Krankheit ist Fieber. Doch leider ist die Anwesenheit von Fieber nicht immer eindeutig.

Ein heißes und flaues Gefühl im Körper. Dazu die Unsicherheit, ob man Fieber hat. Wer kennt das nicht. Erstmal das Thermometer rausholen und Fieber messen. Aber was bedeutet das angezeigte Ergebnis jetzt? Und gibt es noch andere Gründe für eine erhöhte Temperatur? All das und noch mehr erfährst du in diesem Artikel.




Das Wichtigste in Kürze

  • Fieber ist ein Symptom einer Krankheit die dein Immunsystem angreift. Dabei erhitzt sich dein Körper und versucht Krankheitserreger oder Entzündungen zu beseitigen.
  • Eine Temperatur über 39 °C ist hohes Fieber. Bei Temperaturen über 40 °C kann es lebensgefährlich werden.
  • Um Fieber zu behandeln solltest du wissen was der Auslöser ist, um die richtigen Maßnahmen zu treffen. Bei Temperaturen über 39 °C solltest du einen Arzt aufsuchen.

Fieber messen: Was du wissen solltest

Um das Thema und alle Fragen wichtigen rund um Fieber zu klären findest du im Folgenden eine Zusammenfassung der wesentlichen Fragen zum Thema Fieber:

Was ist Fieber?

Das Fieber ist grundsätzlich eine sehr wichtige und unverzichtbare Funktion des Körpers. Es zeigt uns, dass unser Immunsystem gerade mit Hochdruck arbeitet und unser Körper sich von Irgendwelchen Unstimmigkeiten erholen muss. Ursachen für Fieber kann zum Beispiel eine Infektion sein.

Der Körper versucht sich mit Krankheitserregern oder Entzündungen auseinanderzusetzen. Durch die erhöhte Temperatur kann der Körper bestimmte Abwehrreaktionen auch schneller durchführen. Warum ist es wichtig zu wissen, ob man Fieber hat?

Ab 40 °C greift das Fieber auch den eigenen Körper und die eigenen Organe an.

Wenn der Körper aber auf Fieber angewiesen ist und Fieber uns eigentlich nur helfen soll, wieso ist es dann so wichtig zu wissen, ob man Fieber hat? Das ist ganz einfach: Ab einer zu hohen Temperatur kann Fieber sehr gefährlich werden. Die erhöhte Temperatur ist dafür da negative Erreger zu bekämpfen. Der Körper selber kann aber nicht nur an einer einzigen stelle Fieber haben.

Der Kreislauf kann irgendwann auch zusammenklappen (Kreislaufkollaps) und man kann das Bewusstsein verlieren. Auch das Herz kann schwere folgen haben. Vor allem bei einer Herzvorgeschichte. Es ist also wichtig regelmäßig sein Herz Checken zu lassen. Außerdem wird das Erscheinen eines Blutgerinnsels das die Arterien verstopft (zum Vorbeugen von Thrombose) wahrscheinlicher. In schlimmen Fällen kann Fieber sogar zum Tod führen. (1, 3, 6)

Wann ist es Fieber?

Auch wenn jeder Mensch ein bisschen anders tickt, spricht man, bei einem gesunden Erwachsenen im Allgemeinen ab einer Temperatur von 38° – 38.5° von Fieber.

Temperatur Schwerwiegendheitsgrad
36,5°C – 37,4°C: Normaltemperatur (Kinder: 36,5 °C bis 37,5 °C)
37,5°C – 38,0°C: Erhöhte Temperatur (Kinder: 37,6 °C bis 38,4 °C)
38,1°C – 38,5°C: Leichtes Fieber (Kinder: ab 38,5 °C, Säuglinge ab 38 °C)
38,6°C – 39,0°C: Mäßiges Fieber
39,1°C – 39,9°C: Hohes Fieber
40,0°C – 42,0°C: Sehr hohes Fieber (Hyperpyrexie)

(1, 3, 4, 5, 6)

Wie misst man am besten Fieber?

Prinzipiell wird die Temperatur immer am niedrigsten so weiter man von den Hauptorganen bzw. dem Herz entfernt ist. Es würde zum Beispiel ja auch keinen Sinn ergeben an seinen Händen die Temperatur zu messen, da hier weder Organe noch Fieber ist, wenn man dort keine Entzündung hat. Die Hände sind oftmals sogar sehr kalt bei Fieber um die Körpertemperatur ein Wenig zu regulieren.

Wo man am besten Fieber misst auch mit der Schwere des Fiebers zusammen. Fieber kann entweder rektal (After), Oral (Mund), aurikulär (Ohr) oder axillär (Achsel) gemessen werden. Dabei ist die rektale Messung die genaueste. Die Orale Messung fällt etwas niedriger aus. Danach kommt die aurikuläre Messung und die axilläre ist die Ungenaueste bzw. niedrigste Art der Messung. (2, 4)

Axilär

Die Messung unter der Achsel ist meistens die ungenaueste Messung da hier nicht nur noch 0,5 zugerechnet werden müssen, sondern es auch schwierig ist die Metallspitze sicher und allumfassend anzulegen. Diese Messungsart empfiehlt sich also bei nicht allzu starkem Fieber oder dem Teilen eines Thermostats mit fremden oder mehreren Personen.(2, 4)

ab wann hat man Fieber

Infrarotthermometer sind vor allem bei Ärzten sehr beliebt. Sie sind sehr hygienisch und zeigen unglaublich schnell eine Temperatur an. (Bildquelle: Mufid Majnun/ unsplash)

Stirn und Schläfen Messung Diese Temperaturmessungen gehören zu den Angenehmsten, weil sie durch einen Infrarotsensor manchmal schon nach Sekunden ein Ergebnis haben. Da hier aber die Erfahrungsberichte sehr unterschiedlich ist, eignet sich dieses Verfahren nicht so gut für den Ernstfall.

Rektal

Diese Messungsart bietet sich vor allem bei Babys bis 3 Jahren an, weil sie die genauesten Messungen hervorbringt. Das Thermometer muss hier 1-2 cm eingeführt werden. Damit es nicht so unangenehm ist und man Verletzungen vermeidet, kann man das Thermometer auch mit z.B. Vaseline einfetten und Kinder unter drei Jahren auf die Seite oder den Rücken drehen. (2, 4)

Oral

Um das Ergebnis nicht zu verfälschen sollten 10 Minuten vor dieser Messungsart nichts Kaltes oder Warmes mehr gegessen oder getrunken werden. Zur richtigen Anwendung sollte der geschlossen, das Thermometer unter der Zunge platziert und durch die Nase geatmet werden.

Außerdem eignet sich diese Messungsart eher für Erwachsene oder ältere Kinder, da die Kinder aus Versehen auf das Thermometer beißen könnten. Wenn man die genaue Temperatur haben möchte, muss man hier noch 0.5 dazuaddieren. (2, 4)

Welche Schwankungen sind bei der Temperaturmessung normal?

Die Temperaturen können im Laufe des Tages immer mal wieder variieren. Deshalb ist vor allem bei hohem Fieber wichtig öfters am Tag die Temperatur zu messen. Die Körpertemperatur erhöht sich im Laufe des Tages um ca. 1 Grad.

Damit ist sie Abends immer höher als Morgens. Außerdem sollte man immer am selben ort die Temperaturmessung vornehmen, um unnötige Temperaturschwankungen zu vermeiden.

Frauen können während ihres Zyklus auch hin und wieder Temperaturschwankungen von ca. 0.5 haben. Dieser hormonell bedingte Temperaturunterschied wird auch für erhöhte Fruchtbarkeit genutzt.

Die Schwankungen nach Messungsort lauten wie folgt:

Temperatur After Mund/Achsel
Normaltemperatur 36,3 °C – 37,4°C 35,9°C – 37,0 °C
Erhöhte Temperatur 37,5 °C – 38,0°C 37,1 °C – 37,5°C
Leichtes Fieber: 38,1 °C – 38,5°C 37,6 °C – 38,0°C
Mäßiges Fieber: 38,6 °C – 39,0°C 38,1 °C – 38,5 °C
Hohes Fieber: 39,1 °C – 39,9 °C 38,6 °C – 39,5 °C
Sehr Hohes Fieber: 40,0 °C – 42,5 °C 39,6 °C – 42,0°C

(2, 3, 6)

Verhält sich Fieber je nach Altersgruppe unterschiedlich?

Kinder bekommen schneller eine erhöhte Temperatur als Erwachsene. Häufige Anzeichen für Fieber bei Kindern sind rote Gesichter oder Backen. Außerdem zählt es bei Kindern ein bisschen früher als Fieber (siehe weiter oben), vor allem bei Neugeborenen.

Bei Älteren hingegen taucht Fieber als Symptom oftmals gar nicht auf. Im Alter wird man generell schneller Krank. Um so gefährlicher ist es, wenn man eine Infektion hat und das wegen des fehlenden Fiebers nicht früh genug merkt. Deshalb sind regelmäßige Kontrollen im Alter sehr wichtig. (3, 9, 10)

Welche Phasen durchläuft Fieber?

Da Fieber ein Symptom ist und damit von jeweiliger Krankheit und ihrem Schweregrad abhängt, gibt es keine allgemein zutreffenden Fieberverlauf. Aber der Verlauf des Fiebers kann oft Auskunft über die Ursache geben. Außerdem lässt sich Fieber in vier grundsätzliche Phasen einteilen.

  1. den Fieberanstieg
  2. die Fieberhöhe
  3. den Fieberabfall
  4. und die Erholung und Regeneration

Fieberanstieg: Phase 1

Das Gehirn erhöht die Körpertemperatur. Die dadurch ausgelöste Temperaturerhöhung sorgt dafür, dass der Körper sich kälter anfühlt. Man beginnt also zu frieren und bekommt kalte Hände, Füße und manchmal sogar Schüttelfrost. Man möchte sich aufwärmen, wodurch aber die Körpertemperatur noch mehr ansteigt.

Fieberhöhe: Phase 2

irgendwann kann die Körpertemperatur nicht weiter ansteigen. Das nennt man die Fieberspitze. Auf Einmal hört das Kältegefühl auf und einem Ist plötzlich sehr warm. Durch den erhöhten Stoffwechsel und die Wärme fängt der Körper an extrem viel Flüssigkeit zu verlieren, was wiederum zu Kopf- und Gliederschmerzen führt. An dem Punkt fühlt man sich sehr Krank, schwitzt enorm und hat oft keinen Appetit mehr.

Fieberabfall: Phase 3

Jetzt fängt das Gehirn wieder an die Temperatur zu senken, weil es ihm zu heiß wird. Dieser durchs Schwitzen umgesetzte Prozess kann sehr lange oder auch sehr kurz dauern.

Erholung und Regeneration: Phase 4

Im Endspurt der Genesung braucht der Körper erstmal viel schlaf. Auch hier hängt die Länge der Bettruhe von der Schwere der Erkrankung ab. (5)

Welche Maßnahmen helfen gegen Fieber?

Fieber unter 38,5 sollte bei Erwachsenen gar nicht groß behandelt werden. Eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr ist immer gut und reicht bei einer nur erhöhten Temperatur aus. Generell sollte bei vor allem hohem Fieber bis zu 1,5 Liter mehr Wasser als sonst getrunken werden. Insgesamt also ca. 3 Liter.

Vor allem Kinder und ältere Menschen müssen ihre Trinkzufuhr erhöhen, da sie weniger Wasser gespeichert haben und somit schneller austrocknen. Auch eine kalte Dusche kann helfen wenn das Fieber nicht zu hoch ist.

Eine der wichtigsten Maßnahmen bei Fieber ist Schonung und Ruhe. Bei Stress oder zu viel Bewegung steigt die Körpertemperatur nur weiter an. Um einen Wärmestau zu vermeiden, sollte man sich auch nicht zu warm einpacken. Das gilt vor allem für Kinder.

Ein Vitamin C Mangel kann auch Fieber hervorrufen.

Nasse Wickel an den Waden könne auch helfen, um ein linderndes Gefühl zu verschaffen. Man Darf es aber mit der Dauerhaften Nässe nicht übertreiben. Mit geschwächte Immunsystem holt man sich schneller eine Erkältung, wenn man wegen etwas anderem Fieber hat. (1, 5, 6)

Spätestens ab einer Temperatur von 39° sollten Fiebersenkende Medikamente eingenommen werden, um den Körper zu schützen. Mögliche Medikamente sind zum Beispiel: Aspirin, Paracetamol oder Acetylsalicylsäure.

Trotzdem sollte man einer ungefähre Ahnung über seine Krankheit haben um unnötige Medikamenteneinnahmen zu vermeiden. Antibiotika kann zum Beispiel gegen verschiedene Krankheiten vorgehen, Infektionen bekämpfen und damit das Fieber stoppen. Aber gegen Fieber selber hilft es nicht.

Wann sollte ich den Arzt aufsuchen?

Bei Kindern kann ein unnötiger Arztbesuch nicht schaden. Hier sollte man ab dem längeren anhalten von Fieber (38,5 °C) auf jeden Fall zum Arzt gehen.

Gerade bei Neugeborenen solltest du lieber früher als später zum Arzt gehen (38 °C).

Für Erwachsene gilt: Prinzipiell spätestens ab hohem Fieber, also 39°, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Das generelle Krankheitsgefühl spielt natürlich auch eine Rolle. Bei Symptomen wie, Bewusstlosigkeit, ungewöhnlicher Ausschläge oder Fieber nach einem Auslandsaufenthalt solltest du sofort zum Arzt gehen. (1, 5, 6)

Fazit

Fieber zeigt sich bei jedem Menschen ein wenig anders. Es ist also von den Begleiterscheinungen und der Krankheit abhängig was zu tun ist und wie schlimm die jeweilige Temperatur ist.

Wer sich nicht sicher ist, ob er Fieber hat oder nicht, und sich komisch fühlt kann sicherheitshalber immer zum Arzt gehen.

Bildquelle: Markus Spiske/ Unsplash

Einzelnachweise (8)

1. Alles über Fieber und dessen Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten.
Quelle

2. Fiebermessung nach Messungsort.
Quelle

3. Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Fieber.
Quelle

4. Wie misst man richtig Fieber?
Quelle

5.
Quelle

6. Alles über Fieber und dessen Ursache, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten.
Quelle

7. der Umgang mit Fieber bei Babys und Kindern.
Quelle

8. Fieber bei älteren Menschen.
Quelle

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